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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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678
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678 2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt, l. Capitel.

tete. Hierdurch verstimmt und von einigen Cardinälen gereizt, ließ LudwigXII. in Frankreich, während P. Julius in Italien an der Spitze einesHeeres stand, mit geistlichen Waffen gegen ihn kämpfen. Die Synodevon Toulouse erklärte: der Papst habe nicht das Recht, fremde Fürsten zubekriegen, und rügte dies an Julius um so stärker, da er darüber sein eidlichgegebenes Versprechen, binnen zwei Jahren ein ökumenisches Concil zu hal-ten, vergesse. Kaiser Maximilian und Ludwig XII. von Frankreichwollten nun das verheißene Concil zur Heilung der Gebrechen in der Kircheerzwingen. Mehrere abtrünnige Cardinäle fanden sich auch bereit, dasselbenach Pisa auszuschreiben (5. Novbr. 1511), und protestirten zum Vorausgegen alle Censuren des Papstes '). Es wurde aber wenig, fast nur vonFranzosen besucht, und schritt als eine matte Copie der Verhandlungen zuBasel bis zur Suspension des Papstes, als eines neuen Goliath, fort. JuliusII. entschuldigte die Aussetzung des Concils mit dem Kriegszustände Europa'Sund dem Unglücke Italiens, schloß mit Venedig, Ferdinand dem Katholischenvon Spanien und Neapel, England und der Schweiz ein Bündniß (1512),wodurch er die Franzosen aus Italien vertrieb, die Repräsentanten des Cvn-cils, welches ohnehin keine Theilnahme fand , zerstreute. Er belegte dannsogar Frankreich, die Bretagne ausgenommen, mit dem Jnterdictc. Nuneröffnete er das fünfte Lateranconcil (10. Mai 1512), zunächst mit15 Cardinälen und 79 meist italienischen Bischöfen^). Der Augustiner-general AegidiusvonViterbo hielt zu Anfang eine kräftige, eindring-liche Rede des Inhalts ^): Allerdings sei Julius der erste, wel-cher weltliche Waffen für die Kirche mit Erfolg angewendethabe; doch seien dieseWaffcn nicht diejenigen, äufwelchedie Kirche vertraue; nur dann dürfe sie sich für siegreich hal-ten, wenn sie ausden Synoden die vom Apostel bezeichntenWaffen zu gebrauchen verstehe, um zu erobern, wornachdieStimme der Christenheit verlange: nur durch dieWasfendesGeistesseidieKirchegroßgeworden; wenigkommeaufeinLändergebietan, Allesdagegensei andemReichthumeder Kirche in göttlichen Dingen gelegen. Der Kaiser Maximilianließ durch seinen Gesandten Matthäus Lang, B. von Gurk, das Concilin der dritten Sitzung anerkennen. Dasselbe vernichtete in den fünf erstenSitzungen die Pisaner Beschlüsse, und als Frankreich wegen der pragmati-schen Sanction vorgefordcrt werden sollte, starb Julius unter unzähligenPlänen (22. Febr. 1513). Bei der rein politischen und kriegerischen Thä-tigkeit dieses Papstes konnte es jetzt eben nicht befremden, wenn man demKaiser Maximilian, einem Wittwer, die Absicht nachredete: sich zum Papst

1) Xcta eoueilii kisuui. ?m. 612. 4. als concilinbulum kmauum bei blar-ckm'n. 1. IX. p. 1559 sg. Vgl. Nrc/iei'rr lÜ8t. concilior. iib. IV. c. 2 U. 3.

2) Xcta 6oue. Lateran. V. oscumeu. b. //urctni«. 1. IX. p. 15611856

3) Vgl. Larckmn. I. e. p. 1576 8g., wo es mit. And. heißt: x<l baec vom

ugemla ^um alia permultn, tum prueoipus exerrituo mni88U8 oxcitare nos clobot:

guocl eguiüem purem clivinn provulentis. t'aetum, guo mmis ecclssiao aliemskrsti csüersmuo, ut ml no8tru reüenutes victores svmleremus Xostra anwmarma sunt pistas, religio, probitas, supplic ntionoo, vota, lorica üclsi mgue arwp.lueis. ut Xpostoli verl>is utar. Xcl guae 8i 8)mo<Ii opera redil>imu8, nt arwisvon nv8tri8 iuksrioree nliguo do8te tüimus, ita no8tri8 erimuo omni bostsLuperivres.