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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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677
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§. 274. Julius II. (150313). Die Synode zu Pisa :e. 677

Alexander auch bereits von Frankreich unter Carl VIII. (1489), so wie vontem Könige Emmanuel von Portugal und Ferdinand von Aragonien wegenseines ärgerlichen Lebens ernstlich bedroht worden, was er aber wenig be-achtete. Er starb plötzlich, wahrscheinlich an einein bösartigen Fieber '),nicht aber an Gift, das sein Sohn einem als Gast geladenen Carbinale be-reitet hätte, das aus Versehen dem Vater gereicht worden wäre. Es warsicher nicht unbedeutsam, daß bei solcher Verworfenheit das Bewußtsein derhohen Pflichten des PvntiflcatS in Alexander voch noch lebendig und regegeblieben, und keine unmoralische kirchliche Verordnung von «hm erlaffenworden ist. Die politische Bedeutung seines Pontistcats bestand in der Unter-drückung einer unabhängigen Aristokratie im Kirchenstaate. Eine derartigeWirksamkeit hatte auch das römische Volk von ihm erwartet, und ihn da-rum nach seiner Wahl durch improvisirte bedeutungsvolle Inschriften ver-herrlicht^).

-.274. Julius II. l 150313). Die Synode zu Pisa. Das V. Late-ranconcil. Leo X. (151321).

äe Sra.Wt.'», tliurium eurius Kam. (150422) in eoileet.

uovu serixpt. et inonnm. 3'. I. u. b. Iwttros Nu rot Uouis XI.

et äu Ourcl. ä'XmIioisa. Lrux. 712. 4. Vvl. tstelle»»'., iti-

nerurium .lulii. (Olaoonr) vitus Law. 1'ontiK. Dugst. 663. 3. II).

Zur Tilgung solcher Schmach wählten die Cardinäle den Neffen PiuSII., der als Pius III- nur das WortR e form ati on" aussprach und starb.Sogleich wurde nach großen Versprechungen ein ganz entgegengesetzter Cha-rakter, der kriegerische und eroberungssüchtige, doch nicht eines religiösenGrundes baare Cardinal Julian als Julius II. erwählt. AußerdemAusbau der Petcrskirche war er wenig um kirchliche Angelegenheiten beküm-mert; mehr Imperator, dachte er nur an Eroberungen und Feldzüge. SeinHauptziel war zunächst Befreiung und Vergrößerung des Kirchenstaates undAufhebungder Tyrannei in ganz Italien. Dieser Widerspruch seines Charaktersmit seiner Würde gab reichen Stoff zur Satyre I; doch war er offen undgerade, der Bestechung und dem Nepotismus ganz unzugänglich. Zunächst machteerden Cäsar Borgiaunschädlich, und unterwarf sich dessen Herzogthum, auch Pe-rugia und Bologna. Gegen dieVenetianer trat er (1504) mit demKaiser Maxi-milian und Ludwig XII. von Frankreich der Ligue von Cambray bei*).Durch materielle Gewalt und durch geistliche Waffen der Kirche zwang er siezur Aussöhnung. Seinen Vasallen, den Herzog Alfons von Este in Ferrara,bannte er wegen seiner Eingriffe in die päpstlichen Hoheits-Rechte und seinesengenAnschließcns an Frankreich, dessen Uebermacht in Italien Julius fürch-

571.In"»euerer Zeit wurde Hier. Savon. in Abhandlungen u. Monographienidealisirt ». poetisch verklärt: Nndelbach, Hier. Savonarola u. seine Zt. Hamb.835. B. Meier, Hier. Savon. aus groß. Thcils handschr. Quelle», Brl. 836.Vgl. Bonner Ztschr. H. 27. S. 127151.

l> So Roscoe im Leben Lco's X. nach alten Sagen, (deutsch von Glaser.Wien. A. Bd. I. S. 352.) u. in neuern Untersuchungen.

2j Onus»»«; inni-int 1»!t, nun,- Roma sst iimxuuu: 8<>.xtus rvj-mrtHoxamler;ißo vir. ist» Dons. Später jedoch verglich man den Papst mit den TyrannenEertns Targuinius n. Scrtus Nero z. B. in dein Epigrainm: soxlus 'Iinnjiii-inns. 8oxius Xkro. Loxins ot igso: 8oii>i>or snd 8oxti8 perüitn Dnmu tüit.

3) chulüt., e.rNujni, vo» Hutten oder Erasiuus; (I'usguiU. 3. II. llüonilw-

r>chu!i. i. r. 544. p. 4ZZ z,,)

4) Dndns, hist. (Io lu Ugu>> luito n tuml>rnv. Du Ilovo 710. 2 3.