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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. I. Capital.

Söhne und eine Tochter geboren; in der Oeffentlichkeit heuchelte er Frömmig-keit. So gelang eS ihm, eine Anzahl Cardinäle zu täuschen, andere zu be-stechen, um zur päpstlichen Würde zu gelangen. Seine unredliche Politikkam besonders bei der gegen Carl VIII. von Frankreich eingenommenenStellung zum Lorscheine, als dieser die Rechte des Hauses Anjou auf Neapelgeltend zu machen suchte. Durch reiche Schenkungen an seine unehelichenSöhne gelockt, neigte sich der Papst dem Könige Ferdinand von Neapelund nach dessen Tode (25. Jan. 1494) Alfons II. , dem Sohne desselben,zu. Als aber Carl, den gedrohten Bann nicht achtend, nach Nom kam(3l. December 1494), ging Alexander zu ihm über, so daß jener nun schnellNeapel gewann. Aber schon 1495 knüpfte Alexander Verbindungen mit demKaiser, mit Spanien, Venedig und Mailand zur Vertreibung der Franzosenaus Italien an, so daß Carl in eiliger Flucht Italien verlassen mußte. InVerbindung mit seinem ruchlosen Sohne Cäsar Borg ia züchtigte Alexan-der jetzt die im Kirchenstaate unabhängigen Vicare und kleinen Tyrannen;aber die maßlosen Forderungen des Cäsar Borgia führten bald auch eineFeindschaft zwischen Alexander und dem neuen Könige von Neapel Fried-rich, Bruder Alfons II., herbei. Die Cardinäle, welche Alexander ihreWahlstimmcn vcrkauft hatten, wurden aus Argwohn verfolgt. Als seinälterer Sobn Johann, Herzog von Ganvia, ermordet worden, schienAlexander auf einen Augenblick geneigt, in sich zu geben, sogar der päpst-lichen Würde entsagen zu wollen; doch ging dieser Eindruck bald vorüber.Er dispensirtc nun sogar den bereits zum Cardinal erhobenen Sohn Cäsarvom geistlichen Stande, und suchte ibn mit weltlichen Ehren zu überhäufen.Zn diesem Bebufc hatte sich Alexander auch dem neuen Könige Frankreichs,1' u dwig XII. (s. 1498), genähert, der ihn jetzt in dem Plane unterstützte,dem Cäsar Borgia in der Romagna ein großes Fürstenthum zu gründen.Die Anklage eines blutschänderischen Umganges mit seiner Tochter Lneretiaund die Vergiftung des Prinzen Dschem in Folge eines Bündnisses mit demSultan sind unbegründet, nur gehässige Uebertreibnngen. Die gerade vonAlexander geschärfte Büch ereenfür ') mußte leicht auf den Gedanken lei-ten , daß sie die öffentliche Meinung über ihn unterdrücken sollte. Der ge-waltige volksthümliche Redner, der Dominicaner Hieronymus Sa-ri o n a r o l a zu Florenz, erhob sich wie ein zürnender Elias gegen Alexan-der, und forderte die Christenheit dazu auf, den Papst durch ein Concil ab-zusetzen. Als er dabei zugleich politische Seite» berührt, das Volk aufgc-wiegclt und verstimmt batte, entbrannte ein blutiger Kampf. Jetzt ward ervor Gericht gestellt, welches ibn besonders wegen seiner falschen Prophetienals Häretiker, Schismatiker und Volksanfwiegler erklärte, worauf die welt-liche Behörde das Todeöurtheil ") über ihn sprach (1498). Uebrigens war

1 i NttMukck. nil n. 1501. nr. 96: Inter multipliess iwstrav solieitlläwikenrn8 illam imprimis snseipere pro nostro pnstornli otlieio äebemus, M «Meenlubria. et lnuänliilin ne entlroliens tiäei ronsonn et Imnis morilms conloimianostro tempore oriuntnr. non solum roiissrventnr st nuMnutnr, verum etinm postsros propngeutur, et guae psrnieio8n, änmnnbilis et impin sunt, sue-eiänntur et rsllieitns extirpentnr, nss pnllulnre nscplaw üinnntnr, st i» nzr»tlomiuieo et vinsn Domini Lnbnotlr äuntnxnt conssri psrmittouilo, «imlnisüäelinm menten pnsri spiritnnliter possint, ernäientn sixnnin, et nlenstri sten-lilnte 8ucei8». Bgl. Fehler, das kirchl. Bnchervcrbot, Wien 859.

21 -7. 2'r. 2b«, vitn Uisron. 8nvon. (öntesii vit. sei. nliauot viror. Uoua.681) 2'onrv«. Iii8t. äes bommes illnstr. äs I'Oräre äs 8t. vnmin. D Ul. p.