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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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675
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§. 273. Calirt III. und seine Nachfolger (1455-1503). 675

gezeugt, sich dann aber nach dem Berichte des Ciacomus verehelicht. AlsWittwcr war er in den geistlichen Stand getreten und von Sixtus iV. zuseinem Hausprälatcn und zum Cardinal ernannt worden. Als Papst sorgteer für seine zwei noch lebenden Kinder in auffallender Weise, insbesondere fürseinen Sohn Franceschetto Cibo. Trotz seiner Friedensliebe, die oft Schwächewar, gerieth er mit König Ferdinand von Neapel in offenen Krieg (bis1492). Um eine feste Stütze zu erhalten, schloß er sich an den von seinemVorgänger verfolgten Lorenzo dei Medici an, und beschenkte dessen 13jähri-gcn Sohn Johann, der allmälig 29 kirchliche Beneficien erhalten, mit derCardinalSwürde. Der Gedanke an den Orient beschäftigte ihn jedoch ernst-lich. Gleich seinen Vorgängern ermunterte er Fürsten und Völker zu Unter-nehmungen gegen die Türken'); in Rom erhielt er wegen Beilegung derParteikämpfe der Colonna's und Ursini's sogar den Ehrennamen Vater desVaterlandes. Als ihm vom König Carl VIl!. von Frankreich der PrinzDschcm, jüngerer Bruder und Nebenbuhler des Sultan Bajazets II.ausgeliefert worden, um ihn in dem beabsichtigten Kriege gegen die Türkengebrauchen zu können, ließ sich Jnnocenz von dem Sultan für die Gcfangen-haltung seines Nebenbuhlers eine große Summe zahlen. Gleich seinem Vor-gänger saugte er die Kirchen aus, um das päpstliche Aerar zu füllen: Con-stanz und Basel schienen vergessen! An kirchliche Verhältnisse wurde weniggedacht. Die Bemühungen zur Unterdrückung der letzten Reste der husiti-schen Häresie") wie des Zauber- und Hexenwesens gehören zu den bessernkirchlichen Handlungen Jnnocenz VIII.').

Nach seinem Tode ward ohne Uebereilung, ohne irgend welchen Zwangder Cardinal Rodcrigo Borgia im Alter von 61 Jahren zum Papst gewählt,der sich Al er and er VI. nannte. In ihm waren die Tugenden und Lastergleich groß. Er besaß großes Talent, zeigte sich als Beförderer der Künsteund Wissenschaften, in Gefahren kühn und unerschrocken, dem Volke gegen-über mild und leutselig; den Reichen und Mächtigen aber desto härter, undzur Erreichung seiner Pläne verschmähte er kein Mittel^). Schon alsMilitair in Spanien war er mit der römischen Wittwe Vanozza in ein uner-laubtes Vcrhältniß getreten. Als sein Oheim als Calixt III. Papst gewor-den, berief er ibn nach Rom und bestimmte ihn für den geistlichen Stand, inwelchem er bald zum EB. von Valentia und Cardinal erhoben ward. Vanozzawar ihm nach Italien gefolgt und hatte ihm aus verborgenem Umgänge vier

1) a,I !>.. 1484. irr. 60 8g. n. 1485. n. 1 sg. a. 1486. irr. 60 sg.u. 1488. irr. 10 sg.

2) lind. »ä ». 14v8. irr. 58.

Z> Biographien von ihm eristircn 1 r von einem anonymen Zeitgenossen imäiario di Koma doll' arrirn 148192 bei M»r«t III. 2. x. 1070 sg. 2) vonJnfessura im dinr. rm. nrlns ilnd. p. 1189 sg 3> von Onuphr. Pan-vlnus in der Forts, des I'Iatiua. 4) von Raphael Volatcrranus in (Isogra-plri .1 M>. XXII. u. von Jacob Volatcrranus im «linriuirr rorrr. 1147484) beiRurn/ar,. IV XXIII. p 86 8g. 5) von IVlarrlt vitrr d'Iiriroesirxa VIII. Veiret.l>13. u. 8) in avst. rom. Uorrtil. III. 685 sg. in Oraco«» vitrre et

Miia rvm. xorrtis. III. 89 sg.

4l L,i,v.Vickrr7r dirrrinrn «nrikre Uaur. sulr. Xlox. VI. 14841506 i^ecarcs.eoiMs Insl. IV II. 2017 sr^., nnvollständ. in Lpecinreri irist. arcairae de vitrrTeibrrrt. llrrir 696.4. vollst. u. corrcct. k7eriare?lr', Vlor. 854 sg.)bm'ecmrck/nr l. e. lilr. IVI. Die Charakteristik Alerandcr's VI. von LaM. Vola-terrcmuK, Xirtlrrnpolngirr lilr. XXII. beginnt: lu Xlexrrirdro, nt de Xunibalsluvius seridit, rregu-rbLirt vitirr nrrLutss. Insrrrt nrrmgue iuZeninm, rrrtio etc.

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