670 2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitel.
ler ihre Tendenzen, quälten sich damit, den P. Eugen einer Häresie zu be-schuldigen, um ihn dann mit größerem Scheine von Recht absctzcn zu können.Sie schmiedeten daher Artikel, die nach stürmischer Berathung in der ZZtenSitzung (16. Mai 1439) als Glaubensartikel (lielei catlwlümo veiltntezlverkündet wurden ^). Nun war Eugen offenbar der Hetcrodorie verfallenseine Absetzung erfolgte darum in der 3 4 tcn Sitzung (26. Juni)! Inder35tcn Sitzung (8. Juli), ward die Notwendigkeit der FortsetzungdeS Concils feierlich erklärt, worauf man zur Wahl eines neuen Papstesschritt. Gewählt wurde der Herzog Amadeus von Savoyen, der sichvon der Regierung zurückgezogen hatte und am Genfersce als Einsiedlerlebte, zum Papst gewählt. Er nannte sich Felix V Seine Erblande,die Könige von Aragonien und Ungarn, einige deutsche Fürsten und mehrereUniversitäten erkannten ihn an. Inzwischen war Kaiser Alb recht am 5.Nov. 1439 gestorben, und an seine Stelle sein Vetter Friedrich III. ge-treten. Um der Curie des Gcgenpapstcs den nöthigen Unterhalt und einigenGlanz zu verleihen, erlaubte ihm die Versammlung, welche vor kurzem vollheiliger Entrüstung den schmählichen Mißbrauch der Annaten abgcschafsthatte, das ungleich Drückendere, auf 5 Jahre V-, der Einkünfte aller Beue-ficien und in den nächsten 5 Jahren Vii, ZU erheben. Doch bald sprach sichdie allgemeine Stimme der Völker gegen dieses Verfahren aus; die beste»Kräfte, Cardinal Julian, der EB. Nicolaus v. Palermo, Nicolaus vonCnsa, selbst Aeneas Sylvius, der die Geschichte des Basler Concilsvon 1438—1440 geschrieben, wandten sich davon ab. Man erkannte in dermaßlos leidenschaftlichen Opposition der Basler Synode immer größereGefahr. Sie verlor daher fortwährend an Ansehen, und konnte in diesemunheilvollen Dasein nur noch wenige Sitzungen halten. Als sich sogar Felix V.unter dem Vorwände, für seine Gesundheit zn sorgen, von Basel nach Lau-sanne begab, sistirte die Synode in der 45. Sitzung (16. Mai 1443) ihreThätigkeit. Das anfangs mit einer Ehrfurcht gebietenden Kraft aufgetreteneund von Vielen so froh begrüßte Concil erstarb an innerer Schwäche undäußerer Abnahme, in seiner letzten Thätigkeit eine wahre Geißel für dieKirche. Von der Thätigkeit des zu Ferrara und Florenz fortgesetzte»Concils wird unten Z. 278. Rede sein.
In Ansehung der Basler Synode wurde in Mainz eine Fürsten-undStändeversammlnng gehalten (März 1439). Johannes Turrecre-mata") und Nicolaus von Cusa waren hier die beredten BertheidigerEugen's. In glänzender Rede enthüllte ersterer den Widerspruch der Bas-ler, daß der Papst das Haupt der zerstreuten , nicht aber der auf dem Con-cil versammelten Kirche, das Haupt der repräsentirten und nicht auch derrepräsentirenden Kirche sei, und daß ein Concil ohne dasHanptdie Kircherepräsentiren solle. Dennoch wurden die Reformationsdecretc der BaslerSynode angenommen, und in Nachahmung der Franzosen eine «aiietiv ch-np-mutie.i ausgestellt; doch gegen die ausgesprochene Suspension des Papstes
1) Die drei ersten lauteten: I) Voritas ost catli. tiürü, st. N-iieralo Oaue.
supra I'upain et alium «pieinvis potestater» Irubore. 2) gensrals Ooneilium löN-time couK-regiNuiu sine ipsius eousvnsn iioc, äissolvere, ne>- iranstorro, nsepru-roAure u,I tompus ex auctorilate sua. polest Ilomauus l'ontit'ex, ithjuv venlnusosusäeru sst; 3 (jui pertinaciterlüs vorita.til>iis so opponit, baoreti, us ost censeiMM.
2) ckoa», cke 2'nrrecremttt« iDoiniincancr u. wachster I'alatü), summ» >ooeclesiu et esus auctorilate lilib. IV. ll-uAcl. 496). Venet. 561.