Druckschrift 
Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
671
Einzelbild herunterladen
 

§. 272. Eugcnius IV. (143147). NicvlauS V. <1447551 rc. 671

ward protcstirt und die Verhandlung auf ein neues ökumenisches Concil ver-wiesen. Dagegen erklärten die Baseler, das Heil der Kirche beruhe vor-zugsweise auf der Superiorität der Concilien, die sich Eugen anmaße, unddarum müsse, wie bereits geschehen, gegen ihn weiter verfahren werden.Auf der neuen Z u s a m menkunft zu Mainz (1441h unter K aiscrFriedrich III. erklärten die päpstlichen Legaten die Absetzung Eugcu's zuBasel für unrechtmäßig, selbst der Form nach, da sie nur von 7 Bischöfenausgesprochen sei, während zur Absetzung eines Bischofs die einstimmigeErklärung von 12 Bischöfen erforderlich sei. Zudem könne ein Papst auchnur wegen übcrsührter Ketzerei abgesctzt werden. Nochmals wurde einallgemeines Concil zur Beilegung des Streites vorgcschlagen; doch nur dieFürsten v er sam m lun g zu Frankfurt a. M. kam zu Stande (1442).Nicolaus von Cnsa vertheidigtc abermals P. Eugen. Der jetzigenBaseler Versammlung sprach er mit Recht die Würde eines ConeilS ab, dasie den Leib Christi, die Kirche, so freventlich zu zerstören suche, und machteibr noch den Vorwurf, einen Laien und weltlichen Fürsten zum Papst erwähltzu haben. Nun neigten sich Kaiser Friedrich III. und die meisten FürstenEugen zu, wodurch die Basier Synode, wie oben angedeutet, ihrer schnellenAuflösung entgegen ging.

Noch einen Kampf hatte Eugen gegen di> Versammlnng d er Chur-siirsten zu Frankfurt (im Mai u. Scpt. 1440) zu bestehen. Eugenhatte nämlich i. I. 1445 die beiden Erzbischöfe von Trier und Cöln wegenihrer Theilnahme an der Neutralität abgesetzt und ihre Stellen sogleich an An-dere vergeben. Darüber unzufrieden setzten die Churfürsten vier Punkteauf, worunter auch die Superiorität der Concilicn über den Papst, welcheEugen IV. bestätigen sollte, widrigenfalls sie den Gegenpapst Felix V) aner-kennen würde». Der Kaiser Friedrich stimmte nicht bei, und versprach nurder Gesandtschaft der Churfürstcu, die nach Rom geben sollte, einen Beglei-ter beizugesellen in der Person des Ae n eas S yl v iuS v onP iccolomin i,der nun in seine Dienste getreten war. An der Spitze der Gesandtschaftstand der berühmte Georg von Hei m bürg, Syndicns der ReichsstadtNürnberg, welcher dem Papste in seiner geraden, kernigen Manier die For-derungen der Churfürstcn vortrug und ihm eröffncte, daß die weitern Ent-schließungen, je nach seiner Antwort, auf der nächsten Zusammenkunft am 1.Scptb. 1446 in Frankfurt gefaßt werden würden. Eugen zuerst ablehnendantwortend, versprach, durch Aeneas Sylvius gewarnt, seine bestimmte Ant-wort auf den Fürstentag zu schicken. Er söhnte sich nun auch mit AeneaSSylviuö aus, so daß dieser dann mit den friedliebenden päpstlichen GesandtenThomas von Sarzano, B. von Bologna, den Eugen I V. erst vorkurzem zum Cardinal ernannt hatte, mit Nico laus von Cnsa und demSpanier Carvajal auf dem Chnrfürstenconvente zu Frankfurt(Septbr. 1446) eine Vereinigung der Fürsten mit dem Papste durch dieFürstenconcordate bewirkte'). Sie gaben die Neutralität aus, welcheder Glaube der Christen nicht kenne. Den auf beiderseitige Zugeständnissebasirten Frieden bestätigte Eugen noch sterbend (23. Febr. 1447), nicht ohne

l> Ooucoräuta l>riueipnui bei 7/aria', OonenrclM.a Rat. 6srm. imsgra Vrrk.

llps. kg. ii. 772 s>i. V. I. Die Dullen Eugen's bei <7. IV. Läe/t, LanetiopraMMwi, tlenmmar. illustralA. ^rgenr. 7bll 4. mit der LvIIvAS docnnum-wrum, Bgl. ckkneae pchtv. In8t. bei p. 301 6. u. Nar/na/et. a«I an. 1447.

4 sg. bcsond. S char pf, Nicol, o. Cnsa Th. I. S. l 44 - 47.