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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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654
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654 2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt, 1. Capitcl.

jegliche Schmach erdulden'). Schauerlich ist die Grausamkeit, die in.Folgcder Entzweiung durch die beiden Päpste zu Neapel verübt wurde. Urbanließ dort nämlich mit beispielloser Härte fünf seiner Cardinäle, die, wieverlautete, auf Grund eines Rechtsgutachtens des Kanonistcn Bartolinovon P i a c e n z a den Papst unter Curatel stellen wollten, einkcrkeru, folternund zu Genua hinrichten. Im Begriff, das gebannte Neapel zu erobern,starb er zu Rom. Das Schisma dauerte fort, da die römischen Cardinälcden Cardinal Petrus Tomacelli als B o n i fac i u s IX. auf den StuhlPetri erhoben, unter dem zu Gunsten seiner Anverwandten abermals mit denBencficien und Jndulgenticn ein förmlicher Handel getrieben wurde. BeidePäpste bannten sich gegenseitig, ihr Sieg hing in seltener Verrückung desRechts von der freien Anerkennung der Völker, und im besseren Falle vonden Repräsentanten der Wissenschaft ab. Besonders zeichnete sich die Uni-versität zu Paris aus"). Sie schlug zur Hebung des Schisma's vor ^):freiwillige Entsagung beider Päpste, Compromiß auf die Entscheidung vonSchiedsrichtern oder eines ökumenischen Concils vor (1394). Ihr ent-schiedener Brief kostete Clemens VII. das Leben. Doch wurde er alsbalddurch den schlauen Cardinal Peter de Luna als B cn cd ict XM. (seit 1394)ersetzt, wodurch die Beilegung des Schisma's um Vieles erschwert ward.An das im Wahlconclave gegebene Wort: daß der Gewählte Alles zur Wie-derherstellung der kirchlichen Einheit thun, nötigenfalls auf seine Würdeverzichten wolle, hielt er sich trotz wiederholter Versprechungen nicht. Da-gegen wußte er klug berechnend von den Hauptorganen der Pariser Univer-sität Nikolaus de Clemange jXicoI. cke Ulem-mum) für seine Dienstezu gewinnen, Peter d'Ailly (ketnis ab .Vlliuco) zum Bischof von Puyzu erheben, und sogar das Wunder jener Zeit, Vincenz Ferrcr, ansei-nen Hof zu ziehen. Doch schlug die Versammlung der Bischöfe zu Paris(1395) zur Beilegung der Verwirrung dem Könige vor, aus freiwillige Ab-dankung beider Päpste hinzuwirken. Benedict versuchte alle Ausflüchte, undgewann sogar die Universität Toulouse für sich. Als jetzt die Pariser Uni-versität aber mit Ungestüm auf Cession Benedicts drang, und, um nachthei-

1 > aViooi. cke (VemanA/s cke cvrrupto sc, lesiae statu bei non cksr Uarät,ssoue. (lonst. D I. p. III. x. 19.

2) Die ersten Unternehmungen waren 1381 gegen die Bedrückung der Kirchen

gerichtet. Vgl. L'ntaet bist. Univ. Paris. 1. IV. p. 582 sg.; aber in dems. I.erschien auch schon 77e»r/ci cke Ua»Ae»«te/n oder cke ck/asscka (Vieckanzlcr derParis. Univ. u. seit 1384 Prof, der Theol. zu Wien) Üoncilium pacis: äsullione u<! retbrmatinns seeiss. r» oo»e»Ao guasreml». (6'erson.

»pp. eck. ck« Den. II. p. 809840. na» cker Tckarckt, couc. Vonsumt. I. III' I. p. 261.) Der Verfasser verthcidigt bereits die Ansicht: daß im Falle einesSchisma'S ein allgemeines Concilium auch ohne Berufung und Vorsitz desPapstes gehalten werden könne, und erläutert besonders von c. 1215 nachBeseitigung der Einwendungen die Gründe dafür.

3) Das Gutachten v. 6. Juni (in Lrckaet bist. Univ. Paris D IV. x. 687sg. u. in ck'Acäer?/, spieileg. 1 1 p. 776. Vgl. N»»»a?ck. ack a. 1389. ur. 14;ack a. 1390 »r. 8.1 schlug drei Wege vor, de» Frieden der Kirche hcrzustellc»:vorncmlich 1) durch cessio, 2> durch compromissio u. 3) durch ein 6onei-lium generale aut sscuncknm tormam )uris ex I'raslatis tsutumwocko celo-braucki, aut guia plures eorum satis, prob pnckor! Iiockis illitsrati sunt, pluros-gne acl alterutraw partem inorckinate alleeti, »ttwUs urnr em» Vrae/at!« an

eo»n«»i -»«»er«»! llckaArstrU« et Doetoribns Äeoio^iae «s so

stucküs solenmibus utriusgue partium antiguitus approbatis.