§. 269. Urban VI.; Bonifacius IX.; Jnnocenz'VII.; Gregor XII. 655
liqen Folgen der Maßregeln Benedicts vorzubcugen, „von Ihm an denkünftigen, einzigen, wahren, orthodoxen und allgemeinen Papst" appellirte,suchte Gerson zu vermitteln, indem er auf das Gefährliche solcher Haltungbiliwies. Gleichwohl erklärte sich die Versammlung der Prälaten undAbgeordneten der Universitäten (1398) für Entziehung der Obedienz gegenBenedict, bis er sich zur Cession bereit erklären würde. Diese MaßregelFrankreichs wirkte auch aus die Obedienz Bon isaz' IX. Doch bestanden beider Uneinigkeit der Fürsten und Völker die beiden Obedieuzcn noch längereZeit fort. Und auch hier suchte Gerson eine Einigung zwischen den Mit-gliedern beider Obedienzcn, besonders in seinem „Trialogus" anzubahnen.
Wehe, ruft er aus, wenn die Leidenschaft von der Wahrheit abirrt, unddie Häresie ihr Haupt erhebt!" Daneben sprach er aber auch mit seltenemFreimuthe in der Neujahrspredigt 1404 vor P. Benedict zu Tarascon überdie Pflicht der Cession als den besten und kürzesten Weg zum Frieden. In-zwischen starb der römische Papst Bonisacius. Nach der Erklärung dereben anwesenden Gesandten des Gegenpapstes, daß derselbe nicht resignirenwolle, verpflichteten sich die Cardinäle zunächst eidlich ft): daß derjenige,welcher Papst werden würde, jedes Mittel, sogar Abdankung, zur Auf-hebung des Schisma's anwcndcn wolle, und wählten Jnnocenz V1>., nachdessen schnellem Ableben Gregor XII. Die jetzt folgenden ermüdendenVersuche zur Ausgleichung hatten bereits einen starken Unwillen erregt, alszwischen Benedict und Gregor zu Savonna eine Zusammenkunftverabredet ward, die durch niedere Zwcizüngigkeit zu einer der widrigstenParticcn der Kirchcngeschichte geworden ist. Nun versagte aber FrankreichBenedict, die römischen Cardinäle Gregor die fernere Obedienz; beideWahlparteien vereinigten sich zu Livorno dahin, das Schisma auf einem imMärz 1409 in der Stadt Pisa zu haltenden allgemeinen Concilebeizulegen. Das Ausschreiben dazu zeugte von vielen unklaren^Vorstellun-gen bei der Beurthcilung des vorliegenden Factums, wie von gefährlichenConsequenzen, worauf Gregor Xll. in seiner Protestation hinwies. Diehiernach von den Päpsten eingenommene Stellung zu ihren Cardinäle» machtedie Angelegenheit noch verwickelter. Die von d'Ailly und dem KanzlerGerson erschienenen Schriften^) über die Rechtmässigkeit des PisanerConciles auch ohne d i e Berufung u nd Th eilnahme des Pap stesermangelten völlig sicherer Voraussetzungen. Daher unterliegen die An-sprüche desselben aus den Charakter eines ökumenischen gegründetemZweifels.
l > VLeockor. äs Me»», äs sekism. lib. II. e. 34.
2j Lete. äe Akk/neo. aliguas ilroxlisiliones Milos aä oxrineticnrom sckis-imnis iiravsomis per vium (laue. Zonora!. Idersvn <>»p. V. II. p. 112 sg. u.Uartene coli. V. VII. p. 905 sg., t7el'«an, traelatns äo unitato oeclosiastieslapp. oä. äa K-n. 4'. II. p. 114 sg.; eommouituriuiu 4. II. 121 sg. u. Redean die engl. Gesandtschaft in Paris ibiä. p. 123- 130. Vgl. Man«-. I. XXVII.>>. 172-186.,
Der Zweifel vermehrte sich, als die Haupthandluiig des Pisaner Concils,die Wahl Alcrandcr's V., durch Absetzung seines Nachfolgers Johannes XXIII.desavouirt wurde; daher heißt das Concil in K. -Inton-'t summa. bistorialis Vit.XXII. x. z. 8. Z oonerk-abn/u-n, cum non esset auetoritats alielijus ssrum,l;m so gerobant pro lloutiliee, euuZi og'atum et per iäein uan orat ablatums(Iii8i»a, soll uiiFmontutunl. Kettal-nrnn«, äs eoueiliis vt seelssia lib. I. c. 8.,nennt es nee npprobatum, use roxrobatnin; auch Kalter,»!»«, äs potsst «cel.