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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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653
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§. 289. Urban VI.; Bonifacius IX.; Jnnocenz VII.; Gregor XII. 653

gotor. V. II- P- 1073; vett. seriptor. colleetio ampliss. V.

VII. p. 425 Lg. (Abbrcviator der röm. Päpste 1378

-1410 -f als B. v. Cambray 1417), 6o 8>biM. inier Lupus et ^ntip.ib. 14101 libb. III: fortges. mit dem Titel: Xemus nnionis. L-N8. 560 I.XrZenwi'. 608 u. 629. 8.

II. Bearbeitungen: cku bist. <Iu scbisme 13781428. Lar. 654.

U. oft. Mrr/i»do«rA, bist. ein grunel sebisme 6 Occiclent. Lar. 678. 4.deutsch 792 Lraeiatio zu Martene et H?<rauä!. ampliss. eoll. V. VII.6/MÄoM, I. e. 1. III. -(Schwab, Joh. Gcrsou, Prof, der Tbcol.u. Kanzler der Universität. Wiirzb. 858.

§ 269 Urban VI. (137889); Bonifacius IX. (13891404); Jnno-ccnz VII. (1404-6); Gregor XII. z1406-9).

Die früheren traurigen Erfahrungen machten die Römer besorgt, eskönnte nach Gregor's Tode abermals ein französisch gesinnter Papst gewähltwerden. Sie verlangten daher dringend vom Conclave, einen Italiener undwo möglich einen Römer zur päpstlichen Würde zu erheben. Wirklich wählteman einstimmig den allen wohlbekannten und geachteten EB. von Bari inApulien, der nach vorübergehender Schwierigkeit als Urban VI. St. Pe-ters Stuhl bestieg und ohne Widerspruch durch 3 Monate allgemein aner-kannt war Gestützt auf die Liebe des Volkes trat er der Ueppigkeit derfranzösischen Cardinäle hart entgegen. Diese zogen sich daher nach Anagnizurück, und stellten die sonderbare Anforderung an Urban, auf die päpstlicheWürde zu verzichten, da die Wahl zu Rom nicht frei gewesen, während siein ihrem Berichte an die zu Avignon zurückgebliebenen Cardinäle früher dasGegenthcil ausgesprochen hatten. Zum Unglück hatte er bei seinem störrigenCharakter den Rath der um das Wohl der Kirche beängstigten h. Katha-rina, eine hinlängliche Anzahl würdiger Cardinäle zu creiren, nicht beach-tet, und sich auch durch sein rücksichtsloses Verfahren viele wohlwollendeGemüther entfremdet. Die drei zur Versöhnung der entwichenen 13 fran-zösischen Cardinäle von Urban entsandten römischen Cardinäle wurden durchAst in das Conclave zu Fondi gelockt, wohin auch bereits die Cardinäle vonAvignon gekommen waren. Dian wählte den Cardinal Robert, Grafen vonGenf, als Clemens VII. (137894). In Italien bedrängt, ging ernach Avignon, und Frankreichs Politik wußte bald außer Neapel und Sa-voyen auch Castilien, Aragon, Navarra, Schottland und Lothringen für sei-nen Papst zu gewinnen. So ward die Christenheit entzweit und zweifelhaft,wem sieObedienz zu leisten habe. Jetzt erst schufsich Urban ein Cardinalcollegiumvon 26 italienischen Bischöfen, sprach den Bann über die französischen Car-dinäle und ihre Anhänger aus, und begann zu Rom eine musterhafte Ordnungeinzuleiten. Clemens VII. zu Avignon ließ dagegen Frankreich, dessenNebermuth solches Unglück verursacht, durch starke Erpressungen sein Ponti-sicat hart fühlen; dafür mußte er, selbst ein Knecht Frankreichs, oft genug

1) Die Berichte von dem stürm. Verlangen des Volkes (prima vita OrsZ. XI.in UatuL« LL, Xven. V. I. p. 442 u. sseunclu vita ejusel. ibicl. p. 456.) unddagegen von der freien Wahl (27reockor, a!e Msm, cke scbism. I. e. 2. Löcre/-nM uc> a. 1378. nr. 2 sg.) lassen sich vereinen. Die erwähnte Anfechtung derfreien Wahl wurde daher auch von den berühmtesten Juristen jener Zeit -7oan. cksin Bologna, Latcku«, Prof, in Perugia, ckaa cko §era I)r. Lonau,verworfen. Auch die h. Katharina von Schweden, Tochter der h. Brigitta,erklärte als Augenzeugin die Wahl als frei und gesetzmäßig.