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2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitel.
überwiegend geworden. So vermochten selbst die Bitten und Thränen desfrommen Franzi Scan er s Pedro, Prinzen von Aragonien, und derheil. Brigitta') ihn nicht abzuhalten: nach Avignon zurückzukehren, abernur, wie Brigitta ihm geweißagt, um dort zu sterben (1370). Seine Tugen-den, die ihm den Ruf eines Heiligen erwarben, hätten eine bessere Zeitverdient.
Der junge Cardinal Peter Roger, ein Anverwandter Clemens VI.folgte ihm als Gregor XI. Die Ernennung 18 neuer französischer Cardi-näle verhieß der Kirche wenig Trost. Als sich in Italien Barnabv Vis-conti und sein Bruder Galeazz o wieder erhoben (1372), die Städtedes Kirchenstaates sich unabhängig machten und mit den vorangegangenenFlorentinern verbanden, schien die Rückkehr des Papstes dringender als je.Die einflußreiche Dominicanernonne Katharina von Siena fordertedieselbe im Interesse der Kirche mit der ihr eigenthümlichen Innigkeit undAutorität einer Prophetin '). So ging Gregor mit den Cardinälen, sechsausgenommen, nach Rom (1377); aber selbst seine Residenz konnte ernicht vollständig unterwerfen und mußte er mit den Gegnern Unterhandlungenanknüpfen. In Florenz vermochte kaum die hohe Persönlichkeit der Katha-rina von Siena die Wuth des Volkes zu besänftigen'). Nur der Tod hatteGregor zu Rom zurückgehalten; nach demselben wurden die früher eingeleite-ten Friedcnsuntcrhandlungen wieder ausgenommen und beendigt.
Die zu Avignon rcsidirenden Päpste haben das kirchliche Gesetzbuch vollendet(s. S. 57t). Die letzte authentische Decrctalicnsammlung veranstaltete ClemensV. auS den Kanonen des Concils zu Vienne und anderweitig erlassenen Dccrcta-lcn ilibb. V. LIemontinnrum). Die später erschienenen Constitutionen wurden nureinzeln als extravagantes aufbcwahrt (XX. extravagantes Ivan. XX H. in 14Titeln, und 74 extravagantes coinnmnos in 5 Büchern), doch durch JohannesChapuis in seine Ausgabe des corpns suris ausgenommen (Uar. 1499). Aberdurch den Verlust der Freiheit und einseitiges Hingeben an die PolitikFrankreichs zum Nachtheile der übrigen Nationen wurde das allgemeine Ver-trauen zum gemeinsamen Obcrhauptc der Kirche erschüttert. Die übermäßigenAuflagen der ungebührlich ausgedehnten Reservationen kirchlicher Acmtcr undCommcnden, der Nacanzsällc und sogar der Annatcn (truetus mockiitemporis, primi anni), Confirm ations geb ühren, Besteuerung zu Krcuzzügenals Zehnten u. a., so wie endlich die von Petrarca, Katharina von Sienanach eigener Anschauung grell geschilderte Unsittlichkeit zu Avignon haben jenesVertrauen fast gänzlich zernichtet. Die Gcgcnbcmühungen Bcncdict's XII., Jnno-cenz VI. und Ürban's V konnten den tiefen Eindruck nicht verwischen: die Zer-rüttung und das Verderben hatte sich vom Haupte bald allen einzelnen Gliederndes gesummten Kirchenkörpcrs mirgctheilt.
ir. Das grosse päpstliche Schisma (>378 — 1417 resp. 1449). Päpstezu Rom und Avignon Die Rcformatioussyiiodcn zu Pisa, Cou-stauz, Basel, (Ferrara und Florenz).
I. Urkunden b. ckkar/nalck, Tta/us. bist. Ilniv. 1'aris. V.IV., äkXcbs-
spieileg. V. 1. p. 763 sg. X5a?7ens st 2/neanck, tbesaur. nov. unoc-
1) Vgl. LrrAMae (ch 1373) rsvslaticmnni Ub. IV. 139—143. oä. etrscogn. ckoa». cke Drt-'t'Süt'emadci.. Unm. 4M. 521. n. oft.
2) Vgl. VÄa K. O-Marinas von ihr. Beichtvater Äc»/m»ncktt« Oa/manu«.k. III. e. 8. (Lottanck. acta 88. m. Xpril. I. III. p. 956 sg.) Chavin deMalan, Gcsch. der h. Katharina von Siena, a. d. Frz. Negcnsb. 847.
3) Loktanck. I. o. p. 957.
4) Vgl. Bickcll, über die Entstehung u. den heut. Gebrauch der beiden Er-travagantcnsammlungen des corp. snris oanoviei. Marb. 825. s. Walter, rchrb.d. KR. 8. Aust. S. 205 ff. u. Phillips, KR. Bd. IV. S. 373 ff.