Druckschrift 
Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
Seite
646
Einzelbild herunterladen
 

»46

2. Zeitraum. 2. Periode. 2. Zeitabschnitt. 1. Capitcl.

freventlicher Vergehen neben der Opposition gegen Bischöfe und Könige beschuldigtworden. Eine ziemliche Anzahl Ordcnsglicdcr hatte auch die angeschuldigtcn Ver-brechen bekannt, die aber erst in neuerer Zeit weit r enthüllt wurden. Doch hattesich der Papst das Urthcil über den Grotzmcistcr Jacob de Molap und dieHäupter des Ordens Vorbehalten. Außerdem wurden von den Vätern diesesConcils die Fratriccllcn, die Anhänger Dolcino's, wie die häretischenBcghardcn und Bcghinen verdammt, eine Unterstützung für daö Morgen-land und die Missionen daselbst bcrathcn, und endlich eine Reformatio» dergesunkenen kirchlichen Disciplin besonders bei dem Säcularklerus und den Mön-chen angeregt.

Da Clemens als Endurtheil über die Obern der Templer lebenslang-liches Gefängniß aussprach, und Jacob de Molay und Guy, Dauphin vonAuvergne, darauf alle früher» Geständnisse Zurücknahmen, ließ der gewalt-thätigc König beide auf einer Insel der Seine verbrennen (18. März 1314);bald nachher starben P. Clemens und König Philipp kurz nacheinander(1314); dem letzteren folgte Ludwig X.

267. Johannes XXII. (7. Aug. 13164. Dccbr. 1334); Benedict XII.t20. Dccbr. 133425. Apr. 1342); Clemens VI. (7. Mai 13426. Dccbr.

1352, im Kampfe mit Ludwig dem Bayer.

Vlrrouiccm l-mlov. IV. Imp. (IVsir scri'M. Xustr. 1. II. zr. 415.) Äennoi äeAsbckoi'/ i lii'vnion 1295 1363. 7-Veüe-r mriptl. Oerm. eil. Ltruvo. 3'. I.)i. 598) rks In de rob. xostin u viescamitib. sMura-

tv<V, scrisitt. V. XII.) IVki XrnMcMer ebrnnicou Ravar. tliesnur.nneeclot. V. III. k. III) Christoph I. c. deutsch v. Ritter Bd. II. S. 128.

Ilerroai't «5 Ila/icndni'A, Inulov. IV. imp. äetbnsus conlrn TlFovirtm snunnl.ecel. 'I. 1. ?. I. p. 412 8g) Llniiaci!. 618. 4. k?ewakär äskonsia llullov.IV. irnx. InZolbt. 618. 4. Olcnschläger, Staatsgesch. des röm.Kaiscrth.in der ersten Hälfte des 14. Jahrh. Frkf. 755. 4.

Erst nach einer zweijährigen Scdisvacanz und einer langen stürmischenWahl, worin die italischen und französischen Cardinälc sich heftig bekämpften,wurde in einem Conclave zu Lyon der Cardinalbischof von Porto, Jakobvon Ossa, als Johannes XXIl. gewählt. Villani schildert ihn alsgottcsfürchtig, gelehrt in der Theologie und dem kanonischen Rechte, beredt,als Freund der Universitäten, als scharfsinnig und großmüthig in wichtigenGeschäften. Auch er nahm sofort seinen Sitz zu Avignon, legte sogar denGrund zu einem päpstlichen Palastc, und ernannte, um noch deutlicher zuzeigen, daß er im Geiste seines Vorgängers die Kirche regieren wolle, siebenneue französische Cardinälc. Wiewohl von Frankreich abhängig, suchte erbei der nach Heinrich's VII. Ableben zwischen Herzog Friedrich von Oestreichund Herzog Ludwig von Bayern schwankenden Wahl und dem darüber ent-standcncnKampfe seincAutorität geltend zu machen (1317). Auf frühere Bei-spiele fußend, erklärte er: daß die Verwaltung der zum Reiche gehörigenitalischen Länder dem Papste gebühre, und hierzu nur von ihm ein Vicarernannt werden könne. Wirklich stellte er, wie bereits sein Vorgänger Cle-mens V., dafür König Robert auf, während der Kaiser Heinrich schon meh-rere Glieder der ghibellinischen Partei dazu ernannt hatte, welche diese Würdezur Bedrückung der Guclfen mißbrauchten. Der Papst bedrohte diese mitdem Banne, wofern sic der Würde nicht entsagten, und bestätigte dem König

praoloetionss k. o 3'. III. I>. II. p. 191210. Soldan, über den Proccß derTempler u. die Bcschuldiguna gegen den Orden, i Raumer, histor. Taschcnb. 844)Havemann, Gesch. der Aufhcb. des Tcmpclhcrrnordcns. Tüb. 846. Frei-burger Kirchcnlcr. Bd. X. S. 71636.