§. 263. Das Christcnthum bei den Preußen.
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aber zwischen dem dänischen EB. von Lund und. dem Bischof von Riga einStreit wegen der bischöflichen Juriödietion über Esthland, der sich zu Gun-sten deS letztem endigte. DaS 1223 eroberte Dorpat wurde Sitz desneuen Bisthums der Eschen. Auch Semg allen war christlich gewrrdcn(seit 1218) und Patte das Bisthum Selon erhalten. Durch den thär genB.Albert (st 1229) waren auch noch die BiSthümcr Wirland und Revalgegründet. Alsbald entschlossen sich auch die Kurland er zur Aiinahine desChristenthums (1230). Der Orden der Schwertbrüder wurde mit Be-williquna P. Gregor's IX. dem deutschen Ritterorden einverleibt (1237).
263. Das Christenthum bei den Preußen.
>!e Diiisl-urr; «Priester d. dcnt. Ord. 1 1336) tlirim. llrussino eil. e XIV.iliün. .len. 679. 4. «Voigt, Gcsch. Prensi. Ld. II>. S. 603
—26.) Arnold's KG. v. Preuß. Königsb. 769. Voigt, Gcsch. Prcuß.Kknigeb. 827 ff. Bd. 1—!V. Derselbe, Gcsch. Maricnburgs, cbend. 824.
Nach den ältesten Nachrichten verehrten die Preußen als die drei vorzüg-lichsten Götter: Perkunos, den Donnergott, Potrimpos, den Gott derSaaten und Früchte, und Pikul los, den Zerstörer. Der Hauptgöttersitz wardas heil. Romove. Die ihnen vorstehenden Priester, G r i w e n, warenzugleich Richter, Priester und Gesetzgeber, und widcrsetzten sich der Einfüh-rung deS Christenthumö aus allen Kräften'). Den frühesten Bekehrungs-versuch hatte bei ihnen Adalbert von Prag von Polen aus gemacht, fandhier aber in seinem kühnen Beginnen mit Gaudentius den Märtyrertod(23. April 997), nachdem er seine Gefährten mit den Worten ermuthigthatte: „Betrübet euch nicht, meine Brüder, wir wissen sa, für wessen Namenwir leiden; was gibt es Herrlicheres, als das Leben hinzugeben für denthcuern Jesus." Dasselbe Schicksal erfuhr der Benediktiner Bruno (18.Febr. 1008), der mit Autorisation von P. Sylvester II. hier das Christen-thum verkündete. Zwei Jahrhunderte nachher unternahm der polnischeÄbt G ottfried von Lukina (1207) abermals das schwierige Geschäftder Verbreitung des Christenthumö in senen Gegenden; der eigentliche Be-kehrer der Preußen wurde aber der Eistercienser Christian aus dem Kloster Oliva (1209—1210). Er predigte zuerst von dem Kulmerlandeaus an den Gränzcn von Pomesanien. Als er Jnnocenz !II. über seineWirksamkeit berichtet, wurde er 1215 zu Nom zum Bischof vou Preußenconsecrirt. Dieser nach allen Weltgcgenden hin thätige Papst übertrug demErzbischof von Gneseu eine besondere Sorge für diese Mission und die Neu-bekehrten. Zugleich ermahnt er die Hcrzöge von Pommern und Polen, dieseBekehrung zum Christenthum nicht etwa als Mittel zur Unterdrückung derPreußen zu gebrauchen, und dadurch denselben das Christenthum verhaßt zumachen. Als Christian sich von den noch unbckehrten Preußen bedrängt sah,bat er P. Honorius IN. um die Bewilligung eines Kreuzzugeö, womit erzugleich die Vollmacht erhielt, Bisthümer und Kathedralen zu errichten(1217). Das Kreuzheer befestigte Kulm (1222) zum Sitz des Bisthums.Nach dem Abzüge übersielen es aber die feindlichen Preußen. Zum Schutzeder Christen stiftete Christian daher den Orden der Rittcrb rüder vonPreußen, deren Tracht ein weißer Mantel mit daraus gesticktem Schwertund Stern war; aber fast alle Ritter fielen in der Schlacht bei Straßburg;
Gcsch. Preußens. Bd. I. S. 137 — 163. besond. S. 574-6>6.Grcngwn u. Gvtterdicnst >; üb. Romove S. 641—49.; üb. den Oberlichter undOberpricster Griwe S. 696-708.