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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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540
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240 2. Zeitraum. 2. Periode. 1. Zeitabschnitt. 1. Capitel.

das zehnte ökumenische Conci'l (1139)zur Besiegelung des Kirchenfricdens versammelt. Es erschienen fast Mglaten, die über den Normannen Roger, den vorzüglichsten Beförderer des SMniädurch Begünstigung des Astcrpapstes Anaclct II , den Bann «ussprachen, die vonden Gegcnpäpsten zu kirchlichen Würden Erhobenen für abgcsctzt erklärten, solchden Peter von Bruis und Arnold von Brescia verdammten, und j30 cuuoiies die Simonie, den Concubinat der Geistlichen und andere Gebrechender Zeit von Neuem bedrohten 'g. Nun wurde Arnold aus Italien, Frankreichund der Schweiz vertrieben. Dennoch kehrte er bald zurück. ^

Der Frecheitsschwindel griff nämlich auch in Rom immer mehr um sich;die wiederhergestellte Republik wollte den Papst auf den Zehnten und frei-willige Opfer beschränken. Im Namen des 8snatu8 populusgue wmsnuswurde der deutsche König Conrad III. eingeladen, zu Rom seinen Sitz zunehmen und von hier, wie früher Constantin und Justinian, die Welt zuregieren. Man wolle, wie Christus dem Petrus geboten, als er den Zinsbezahlte, dem Kaiser geben, was des Kaisers, und dem Priester, waSdeSPriesters sei ^); auch der schwärmerische Arnold wurde herbeigernfcn.Selbst die Bemühungen Eng en's III-, der im Kloster von Clairvaux ge-bildet und dann Cisterzienserabt zum hl. Anastasius in Rom war, in Ver-bindung mit dem h. Bernard zur Unterwerfung der Römer blieben fruchtlos.Eugen mußte den päpstlichen Sitz nach Viterbo verlegen, wo erdenSchmerzensrus der Erstürmung Edessa's durch die Türken (1144) vernahm.Er verkündete es an LudwigVII. von Frankreich, und forderte den h. Bernardzur Predigt eines neuen Kreuzzuges aus. Ein Gelübde seines Bruders undseine eigene Gcwissensunruhe über die Verbrennung einer mit Menschen unge-füllten Kirche beschleunigten den Entschluß Ludwig's; die Menge beiderleiGeschlechts begeisterte der h. Bernard. Aufdas Jahr 1147 ward ein neuerKreuzzug beschlossen. Schwerergelang es dem heil. Bernard, Conrad II>.von Deutschland zu gewinnen; erst auf der Versammlung zu Speier am3ten Weihnachtsfeiertage vermochte Conrad der begeisternden Rede Bcrnard'Snicht länger zu widerstehen, und gelobte von RegenSburg aus den Krcuzzuganzutreten. Wohl war das französische und deutsche Heer glänzender alsdas des ersten Zuges; aber zu sehr von Selbstvertrauen erfüllt, ermangelteer des Vertrauens auf den Herrn der Hecrschaaren, der die Schlachten lenktund die Völker wie in der Wagschaale wägt. Da der Zug wegen deö Him-mels Ungunst, aber auch wegen der Treulosigkeit der Griechen den Erwar-tungen nicht entsprach; und die Fürsten nur mit ganz erschöpften Uebcrrestenihrer Völker zurückkehrten, mußte Bernard, das Organ des KreuzzngeS,harte Vorwürfe hören. Er aber bethcuerte die Wahrhaftigkeit seiner Aus-sage in Betreff deö ihm kundgewordenen göttlichen Willens; berief sich aufdie Unergründlichkeit der Rathschlüsse Gottes; auf MoseS, der, obschonervon Gott den Beruf empfangen, das Volk Gottes aus Aegypten in das ge-lobte Land zu führen, dennoch nicht hinein kam; verwies auf die von ihm

1) Vgl. Mrnsr. 7. XXI. p. 523-46. 77a,Nr--». 7. VI. I>, II. p. 1M-l8'

2) Bei dieser Gelegenheit wurde die vermeintliche Schenkung Constant. d. Gr.an Splvcstcr als falsch verworfen: Lleiulneium vsro illuck et kabul.n baeretica,in gun reksrtur, Ooust-mtiuum 8^Ivostro iiuxermlin simouiaes concessisss mUrbs, ita. ästscta sst, ut stium insresuarii st inulisreulns guoslibsl etiowckocti8Limo8 8upsr bve eoncluilaut st ckiotus apostolicus eum suis Oaräwali-bu8 in civitats xras puckors ngparors uon auckenm. (Martene et Tb-mm,eollsct. awpliss. 7. II. sx. 364. v. 556.)