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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 218. Honorius II. Jnnoccnz II. Lucius II. Eugcmus III.

<Iimocenz II wurde der Cardinal Peter von Leon als Anaclet II. gegen-über gestellt "). Das Schisma dauerte 8 Jahre, bis Peter von Clugnyund der h. Bernard mit ihrem großen Ansehen sich für den nach Frank-reich geflüchteten Jnnoccnz II. erklärten, und den König Ludwig VI. vonFrankreich, wie auch den mächtigen und hartnäckigen Grasen Wilhelm vonAquitanien für diesen Papst gewannen. Dadurch wurde der neue GegcnpapstVictor IV. bedeutungslos und mußte die Spaltung aufgeben. Lothar II.kam zweimal zu Gunsten Jnnoccnz nach Rom, als er durch den normanni-schen König Roger bedrängt war, und empfing als Vasall die Güter derMarkgräfln Mathildis zum Lehen. Das Verhältniß zwischen dem Papst-chmne und Kaiserthumc ward in Folge dieses beglückten Zusammenwirkensmehrfach unter dem Bilde einer christlichen Ehe dargestellt. Auchder heil. Bernard hatte durch seine zweimalige Gegenwart in Italien höchstbedeutungsvoll zur Beilegung des Schisma's gewirkt.

In Obcritalien hatten sich beinahe überall 2 Bischöfe gegenüber gestan-den, ein päpstlicher und ein kaiserlicher. Während dessen hatte sich hier, wonoch nach der lombardischen Eroberung Reste einer freien, mit Landeigen-thnm versehenen römischen Nation mit ihrer Muni zipal-Verfassungfortbestanden'), ein dritter Stand dem weltlichen und geistlichen Adel gegen-über gebildet, die Städtebcwohner sich in den Besitz städtischer Rechte gesetztnnd sich allmälig zuRepubliken erhoben. Die freigewählten Bischöfeverzichteten meist auf ihre bürgerlichen Rechte, und die Städte kamen zuhoher Blüthe. Dieses Beispiel ahmte Rom nach, und die streitigen Papst-wahlen waren zur Abweisung der geistlichen Herrschaft günstig. UnterJnnocenz wurde der alte Senat eingeführt'), unter Lucius II. einPatricias gewählt, der den alten Cvnsul rcpräsentirte, und im BeginndcS Gegenkampfcs starb der Papst an einem Steinwurse. Diesen republi-kanischen Geist hatte besonders durch beredte Vorhaltung der alten römischenGröße Arnold von Brescia angeregt"), ein in seinen Sitten unbe-scholtener und in der Rede gewaltiger Kleriker. In glänzender Einseitigkeitstellte er die apostolische Kirche als Vorbild aller Zeiten, die Güter desKlerus als dessen Verderben, träumerische Staatsreformen und Aufwiegelungdes Volkes gegen die Obrigkeit als berechtigt auf. Jnnoccnz II. hatte daszweite allgemeine Lateran- oder

Nun Ubers, consecralmn cauvuics, rsZalibus per «ceptrum, sine prstio tumeu,iuvestirs solsmuiter, st iu tiävi suas.sirsti tävori'8 obso-iuiuiu lsrrlvo Pri-sen, oräinis sui prvpositr,) sacraurontin oläiAirrs stabililer.

1) ArmchM Lagious. Vrelriäias. 'Irrrel. äs 8> lrism. ?otr. b,sau. (Mära-chi'i. I. III. p. I. äVle/re-p, spieilsg. 'I. I). ^luaeietr epp. (Useusil äes lästv-riens äes 6au!es V. XV. p. 360.) Äe/mbakÄr ep. äs Lebisw. sibiä. p.IN) luiroc. II. epp. rrä 6srw. im Lnä. Uäalrici lät/ccai'Ä. 3'. II.)

2) Savignp, Gcsch. des röm. Rechts im MA. Bd. I. S. 409. Bd. III.S. 103 ff. Hüll man n, das Städtcwcscn des MA. Bonn 827. 2 Bdc. Vgl.keo, Gesch. d. MA. Bd. I. S. 548 ff.

3) OttolVrsinA. <I,i-vn. Ijg. VII. e. 27. Muratori, Gcsch. v. Jtal. Bd. VII. S. 84.

4) Otto 10'EjA. äs rel>. gsst. Vriäsr. I. II. c. 20. Xt. Lernarck. sp. 195.au Lxisc. Oonstnut. n. 1140: Vruoläum loguor äe Liäsiu, gui rrtiuaiu tan,sauao esset äoctriune, (prain äistrict- sst vitas. lät 8i vultis seirs, Iwmoest negue mouäucktiis usrius bibsus, 8olc> cum äinbolo ssurieus et sitieussanxmnom uniiuaruw. Vgl. Franke, Arnold von Brescia u. sne. Zeit.Zur. 82o. Raumer, Bd. VI. S. 34-38.