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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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215. Victor III., Urban II.

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streunde als Victor III. zu folgen. Während seines kurzen Pontificats isteine Synode von Bischöfen Calabriens und Apuliens, die den Gegcnpapst u.a mit dem Anathem belegte, und die weltliche Investitur mit demKirchenbanne bedrohte, seine Haupthaudlung. Auch er hat auf Otto, denCardinalbischof von Ostia, hingcwiesen, der mit gleichem Widerstreben 6Monate nach Victor's Tode als Urban II. folgte. Sein Rundschreibenverkündete sogleich die Grundsätze Gregor's, wiewohl er, bei der MachtHewrich's und seines GcgcnpapsteS Clemens in Ober- und Mittclitalicn,nicht einmal in Rom einziehen konnte. Nur die Markgräfin MathildiSblieb dem Papst und der Kirche treu ; durch Verehelichung mit dem HerzogWelf wollte sie ihre Macht durch ein kriegerisches Haupt verstärken. Dieseraber trennte sich von ihr, als er erfuhr, daß sie bereits in Gregor'S Hand ihreGüter zum Heil ihrer Seele der römischen Kirche testirt habe'). In Deutsch-land wüthete der ReligionS- und Bürgerkrieg in verworrener Weise fort;in der Angst ihres Herzens suchten Hunderte in den Klöstern Zuflucht undRuhe'). Nach den Kämpfen zwischen Heinrich und dem König Hermannnnd dem Tode des letztem (1088) empörte sich auch Heinrichs ältester SohnConrad gegen den wollüstigen Vater ( 1093). Auf der Synode zu P ia-cenza') hatte die mißhandelte zweite Gemahlin Praxedis die eckelbafteUnzucht Heinrichs IV. aufgedcckt und ihm noch größere Verachtung zugezo-gen. Zugleich war hier die Unenthaltsamkeit und Simonie der Geistlichenstreng bedroht worden. Wegen der für die Kirche g esährli ch en Deu-tung des HomagiumS, als sei dadurch der Bischof verpflichtet, seinem Lehns-herrn in jeder Beziehung unbedingt anzuhängen, und als sei eine etwaigeOpposition vom kirchlichen Standpunkte aus für Verletzung des Homa-giüms, ja für Hochverrath zu halten, verordnete noch entschiedener die Sy-nodevon Clermont (Nov. 1095): kein Bischof oder Priester darf in die

1) Die Schenkungs-Urkunde hinter d. vita Llatbildis a vonirons scriptaizuerst Naron. ad a. 1102. irr. 20.: Ätreratori, scriptt. V. V. p. 384.): In no-mine st. st individuae Drinitatis s§n Natbildis, Dei xratia comitissa, proremediis uninrae nreae et parentrim meoruur dsdi et obtuli ecclesias sauet!Petri per intervsntum Domini Dregor. VII. omnia bona mea, jure proprista-rio, law guae tune lrabusram, guam ea gnas in unten aeguisitura eram, sivsjure successionis omnia, sicut dictum sst, per irranum Domini 6re§. VII.kvniWas ecclesias ded! st tradidi, st clrartulsrn incle irsri rogavi. 8sd guiacburtula nusguam apparet er timeo, ns donatio st oblatio mea in clubium rs-rocetur: idso ego, guae srrpra. Lomitissa ülatbildis, iterum a praessnti disäono et oflero sielem Rom. ecclesiae per manum Nsrnardi Oardinalis et Ds-?nti ejusll. Nom. eccl. sicut in illo tempore dedi per mununr Dom. 6rs§.omnia bona mea etc. Die in neu. Zeit erschienene apxsndix ad Dir. D. Dio-ip'sii opus de vutieanis crvptis auctoribus in Nom. ^.relri^mn. prolssso-ribus Sartr et Sette/s,««' Nom. 844. beweist durch monumentale Doku-mente die Acchthcit dieser berühmten Schenkungsurkunde.

2) Bcrnold v. Constanz veranschaulicht dies an zwei schwäb. Klöstern: Dotempore duv I'eutonicorriw monasteria cum suis cellulis rsxrrlaribus discipliuisinstituta egregia pollebant, gruppe cosnodium Niasrr in nixra silva st 8t.mirolii. guod /Ir>«auAr'a dieitur. tld grras monasteria mirabilis multitudo no-bdinw et prudentinni virorum lrac tempestats in brevi oonlugit, et depositisurwrs evrrnZsIicain psrlsctionem sub reZulari diseipliua sxsegui proposuit, tantowgnnm nunrero, nt ipsa monasterioruni asdiüoia neesssario ampliarint, soMod non aliter in eis looum comnransudi Iraberent. Vgl. ad a. 1091. (Ds-rmnamr. I', II. p. 14 g.) Z) Ner-roici. <7on«tant. ad a. 1095.

illr-g's Kirchengeschichte.,7. Auflage. Z 4