§. 214. Papst Gregor VII., 1073—1085.
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Handlungsweise nöthig war, wie gegen Boleslaw von Polen'), schrittGregor sogleich ein.
Des Papstes Zweifel über Heinrich bestätigten sich: durch Schmähungenund Versprechungen italienischer Bischöfe und Großen aufgewiegelt, vergaßer seines eidlichen Versprechens! Da wählten die deutschen Fürsten zuForch-beim den Herzog Rudolph von Schwaben, selbst gegen die AbmahnungGregor'S z»m Gegenkaiser; der EB. Siegstert von Mainz krönte ihn,nachdem er Deutschland als Wahlreich anerkannt hatte; Heinrich ergriff dieWaffen. Nach längerem Schwanken bannte Gregor den letzteren von Neuemund erkannte Rudolph an (Nvv. 1077). Dennoch wollte der Papst bei derseltenen Verwickelung der Verhältnisse, wodurch die Parteikriege in Deutsch-land einen hohen Grad von Grausamkeit erreichten, auf der Synode zu Rom(1078) die Gesandten beider anhören. Heinrichs Faction wählte nun denEB. Guibert von Ravenna zum Gcgenpapst, Clemens III., welcherRudolph und den Herzog Welf bannte. Jetzt verpflichtete sich Gregor dieNormannen, indem er Robert Gniscard investirte (1080), nachdemdieser seine früheren Eide wiederholt batte; aber er verlor Rudolph, der anden Folgen erhaltener Wunden starb. Sogleich zog Heinrich nach Romund belagerte es durch drei Sommer (1081—84). Erst im dritten eroberteer einen Theil der Stadt und im folgenden Winter die übrigen Thcile. Gre-gor hatte sich auf die Engelsburg geflüchtet, wo er selbst in der äußerstenBedrängnis standhaft blieb. Der König war zur Aussöhnung bereit, wenner zum Kaiser gekrönt würde. Doch darauf antwortete Gregor in hohemErnste: wenn er Gott und der Kirche Genugthuung leisten wolle. Dannschrieb er ein Concil aus, welches entscheiden solle, wer der Urheber solchenUnheils für Kirche und Staat sei. Heinrich aber ließ seinen Gcgenpapst zuRom nochmals wählen und sich von ihm krönen, wogegen in DeutschlandGrafHermann von Salza zum Gegenkaiser gewählt wurde. Derschreck-lichen Verwüstung und namenlosen Verwirrung müde, wollten die Bischöfebeider Parteien auf der Versammlung zu Gerstungen (1085) durcheinen Beweis der Achtung vor der Wissenschaft den langwierigen Streitnicht mit dem Schwerte, sondern durch die Bücher entscheide». Und esstellten sich die Laien, voll der Ueberzcugung: daß der Spruch der Wahr-heit, der aus Bücher» erkannt werde, weder gefälscht werden, noch anderezum Falschen führen könne ^).
In Italien war Rob ert Guiscard zur Befreiung Gregor's herbei-gecilt; bei der Verstimmung der Römer zog der Papst mit ihm nach Sa-lerno. Hier erneuerte er auf seiner letzten Synode den Bann gegen Hein-rich, und erklärte in einem schönen Vermächtnisse an die gesammte Christen-heit'): „Nur darum hat sich Alles wider mich erhobenund v er-schweren, weil ich bei der dringendsten Gefahr der Kirchemich habe entschließen müssen, sie aus ihrer Knechtschaftzu er heb en. Während es dem ä r m st en Weib e verg önnt ist,sich nach d en G e se tz e n ih r e s L an d es und ihr em Willen ehe-lichzuverbinden, sollesdcr Kirche, der BrautChristiund
1) Vr-K ä't. Kam'«?, in Lnuiltkis eä. clironic. Martin/ <7a//. bcigcfugt.Kunstm an», die Synode zu Gerstlingen. (Freist. Zeitslstr. für Theol. Bd.- ^ —3) Dies nur aufbcwcchrt in d. Chronik v. Verdun, und daraus
o. ÄE« „II -lpxenäix ulwru, sxx. XV. all owwss üclelos. I. XX. x. 628-30.