520 2. Zeitraum. 2. Periode, t. Zeitabschnitt. I. Capital.
Geists ichen. Mit tiefem Schmerze und innerer Angst beklagte er dienetso sehr im Argen liegende Kirche '): „Ofthabe i ch G ott g eb cten mitentweder aus dem gegenwärtigen Leben zu befreien oder
dnrch inich unscrcr gcmeinsamenMutter zu nützen; jcdocher mich aus meinen großen Leiden nichtbesrcit, und mein Le-ben hat nicht, wie ich wünschte, fener Mutt er, mit der er mitverbünd en, genütz t. — Die ori ental isch eKirche ist vomGlan-
beu ab gefa llen, und wird durch di e Ung laubigen von außenher bekämpft. W ir ft in an seine n Bli ck na ch Westen, Südenoder Norden, so findetman kaum irgendwo B i schüfe, welcheauf die rechte Weise ihr Amt erlangt haben, oder derenLebenswandel den Anforderungen desselben entsprichtwelche von der Liebe zu Christus und nicht von weltlichen!Ehrgeize in ihrer Amtsführung beseelt werden; nirgendssolcheFürsten, welche Gottes Ehre ihrer eignen und dieGc-rechtigkeit dem Gewinne vorzichen. Die Menschen, unterdenen ich wohne, Römer, Longobarden, Normannen, wiei ch eS ih neu oft sag e, sind ärger als Juden und Heiden. Undwenn ich, fügte er dann hinzu, mich selbst betrachte, so findeich mich durch das Gewicht meiner Sünden so ged rückt, daßm ir k e ine and er e H o ffnu ng d e S H eileS ü brig "bleibt, alsin
d er Barmherzigkeit Christi allein."
Die Lösung seiner großen Aufgabe begann er in weiser Berechnung mlder R cfo rm i r u n g desKlerus. Auf der Synode zu Rom (IM)erneuerte er zusörderst unter der strengsten Drohung diealtcn CölibatS-gesetze, um die Geistlichkeit zu der von ihrem Stande geforderten Sittenrem-heit zu erheben, ganz dem Dienste der Kirche zuzuwenden, ab er auch un-abhängig ervomStaatezu machen. Seine Verordnungen erregtendarum ungleich größere Bewegungen, als die der vorhergehenden PäpsteClemens II-, Leo's IX., Victor's II., Nicvlanö II. und Alerandcr's II.,weil er <as Volk bestimmter zum Vollstrecker derselbenmachte^). Die beweibten Priester empörten sich zwar, aber auch dasVolk sehnte sich nach einem reineren Klerus, und stand für seinen heil. Va-ter * *). Sollte der Zweck aber vollständig erreicht werden, so mußte auch
1) SreAvr. epp. lili. II. op. 49.
2) Gregor sagt: 8sä uoe illi, gui in crimius koruicationis saesut, wissm
cslkbrarv aut sseuuäum iutoriorss oräiuks miuistrars altari äsbeut. Ltatuiwmstiam, ut si ipsi lusriut ooutsmtorss uostrarum, r»»»o W. Drti'mu constitu-tiouum (s. §. 85), nntto »rocko rttorrem oF7ora roor)>ra«t, ut gui uwors
Del st otllc.ii äiAuitatk non corriZantur, verscunäis. sasculi st ochurAatwne
rssixiscaut. (sp. uä Otton. blpisc. 6oust.) s. S. 450.
*) Lcbat'nab. aä a. 1074: ^äversus boc äscrstum inlrowuit tota
kaetio clerlcorum; boiuiusm plans Iiasrsticum kt vssaui äoZmatis soso clawi-taus, gui oblitus sermouis Domini gui alt: uou omuks capiuut boc verbum otr.Die verschiedenartigsten Einwendungen wurden noch gegen die Verpflichtung zum K-libat gemacht. Man berief sich auf den heil. Paulus: melius ost widereguam uri (1 6orintli. 7, 2. 9.); oportst srZo kpiscoxum irregrsbensibileniesse, rrLorrs virum etc. (1 Dm. 3, 2. auch Llattb. 19, 11), wie auf du
Erzählung von Paphnutius auf dem Concil zu Nicäa hs. S. 312.). DieGeistlichen der Diöcescn Cambrap und Nopon führten in 2 Schreiben v- o-1076 selbst ihre Beschwerde gegen Rom und gegen ihren Bischof, der ihre Sohne