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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 211. Die Sekten der morgen- u, abendländischen Kirche.

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laus von Myra in Lycien nach Bari in Unteritalien als einen allgemeinenMag für die gesammte russische Kirche einsetzte. Auch fällt die Abfassungsämtlicher Kirchenbücher, deren sich die russische Kirche beim öffentliche»Gottesdienste noch setzt bedient, in die Zeit der Einheit mit der römischen,die troö des bierarchischen Verbandes mit Et. bis ins 15. Jahrh. nicht völligaufgehoben wurde. Das Höhlenkloster (paar«-,'-,) zu Kiew wurde seitlern Ilten Jahrh. ein Sitz russischer Litteratur, eine Pflanzschule des Klerusudder Gesittung. Hier schrieb der Mönch N estor (10561111) seineAnnalen in der Landessprache'), welches Beispiel vermuthen läßt, welchungleich scköncrn geistigen Entwickelung Rußland entgegen gegangen wäre,wenn cs in engere Verbindung mit dem regen Leben der occidentalischen Kirchemd ihrer Landes- und Nationalcultur gekommen und darin verblieben wäre.

§. 2ll. Die Sekten der morgen- u. abendländischen Kirche.

Die bereits bekannte Sekte der Panlicianer (s. S. 355 ff.) verbreitete jetzti» den Nachlmrländern der Chazaren und Bulgaren im taurischen ChersoneSihre gnostisch-manichäischen Jrrthümer.

Im Ilten Jahrh. zeigten sie sich auch in mehreren Gegenden des Abend-landes, besonders in Oberitalien und Frankreich. Sie wurden meistals Manichäer bezeichnet; doch besteht ihr eigenthümliches Wesen mehrm einem praktischen Mysticismns, einer schwärmerischen Askese und gemein-samer Opposition gegen die Hierarchie. Zu diesen scheint auch Leuth ard ^)zu gehören, cm ungebildeter Mann, der unter dem Landvolke von lUmIoimum Karne gegen Bilderdienst auftrat, Crucifirc zertrümmerte und endlichsich selbst entleibt haben soll. Bestimmter und klarer sind die Nachrichtensinn 1622) über eine Sekte in der Gegend von Orleans"). Sieerklärte keine andere Lehren anzunehmen als solche, welche der h. Geistin das Innere des Menschen geschrieben. Die Geistlichen vonOrleans, Lisvi und Stephan, so wie der junge Heribert wurden alsHäupter der ketzerischen Partei aufBesc hl des Königs Robert hinge-richtet. Am merkwürdigsten ist eine vom B. Gerhard von Cambray ent-deckte Sekte, die sich umArraS (1025) verbreitet hatte, und ihren Ur-sprung von einem Italiener Gundols ableitete'). Bei der Untersuchungerklärten mehrere Glieder, die wahre Lehre bestände darin: der Welt zu ent-sagen , sündliche Begierden zu überwältigen , sich von der Hände Arbeit zuernähren, jeden mit brüderlicher Liebe zu umfassen. Dabei gaben sie nichtundeutlich zu verstehen, daß die Sacramente der Taufe, Buße und desAbendmahls werthlvs seien, was ja die lasterhaften Kleriker bewiesen; destohöher sei die selbstthätige Gerechtigkeit zu halten. Aehnliche Sektirerzeigten sich später in Monte forte bei Turin, und verbargen sich in derGegend von Maila nd bisweilen hinter dem Namen Patariner"). Ein

1) rlnnulss bis 1110. ffstsrsb. 767 sg. 5 ff. 4. übers, mit Anmcrk. vonvchlozcr. Gotting. 802 ff. 5 Bdc.

D Kabc'ckchffulM. Iil>. II. e. 2. ffenOmrilns in pugo Oatalaunioo i. I. 1000.

D Die Berichte der Zeitgenossen .ffffenearr ebron. lLortxnst. ff. X. p. 154Ob. III. c. 8. (ibiel. p. 35); xssur svnoclrrli«. Xurslian. s.ff. XIX. p. 376. /ckai-ck«»»?. ff. VI. ff. I. p.°821 8,. u.exierleMin. ff. I. p. W4.)

1) Die Quelle Xem -ttdrebalL-?«. n. 1025. (ckffcko/eei'e/, spicilsA. ff.

b M sg. ff. XIX. p. 423 sg.)

Darrcktl/. Xeneor. Nseliolun. bistor. lib. II. e. 27.

MW. ff. iv. x. 88.) Unzuvcrläßiges bei Sraber. LaMM. IV, 2.

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