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schon der h. Apostel Andreas am Don in Cherson und in der Gegend senKiew die christliche Lehre verkündet haben. Jedenfalls muh das Lbristc«-thum schon frühzeitig im südlichen Rußland verbreitet worden sein, daberei,«Tertullian, Origenes, später Chrysvsto m n s u. A. von dem wuudcr-baren Triumphe des Kreuzes sprechend, hcrvorheben: daß die Lehre desstl-den sogar bis zu den fernen Scpthen und Sarmaten gedrungen sei,nach den geographischen Berichten des Strabo und Tacitus auch die jetzige«Russen und Norolanen gehörten. Aber in den Stürmen der Völkerwan-derung scheinen die ersten schwachen Spuren des Christenthums gänzlich rer-schwunden zu sein. Erst im 9ten Jahrh. befestigte sich das Evangelium, alsder Patriarch Ignatius um 867 Glaubensbotcn nach Rußland sandte.Die weitere Christianisirung dieses Landes erfolgte dann im 10. Jahrh. undzwar in der Zeit zwischen PhvtiuS und CerulariuS, wo Mischenderorientalischen und der römischen Kirche keine förmliche Trennung bestand.
Manches geschah bereits unter Oleg (bis912), ungleich Bedeutendemaber unter Igor (912—45), dessen fromme und weise Gemahlin Olgawohl das Meiste zu der gegen das Chriftenthum bewiesenen Duldung IMbeigetragen hat. Nach dessen Tode regierte Olga während der Minder-jährigkeit ihres Sohnes Swätoslaw 945—55 das Reich, und empfing als-dann zu Constantinopel durch den Patriarchen Theophplqkt die heil. Taust undin dieser den Namen Helena. Bei ihrer Rückkehr nach Kiew wurde stc»achNestor's Bericht „die Vorläuferin des christlichen Glaubens,gleich d em M o r g en st erne, welcher der Sonne vorangeht,"und erbaute zu Ehren des h. Nicolaus eine Kirche zu Kiew (um 956). BenKaiser Otto 1. erbat sie sich und erhielt im Jahre 961 eine Missten christ-licher Glaubensboten'), und starb im Rufe der Heiligkeit 969. Die fronmeSehnsucht, ihren nun regierenden Sohn bekehrt zu sehen, war unerfülltgeblieben. Erst ihr Enkel Wladimir I., d. Gr. (980—1014), auch derApostelgleiche genannt, wandte sich dem Christenthume zu, und seineWirksamkeit war für die christliche Kirche entscheidend. Als die Bilder desPerun und anderer Götter in den Dnieper -geworfen wurden, weinte daiVolk, doch nahte es in stummer Unterwürfigkeit zur Taufe am Flusse.„Wladimir, erzählt Nestor, lag am User auf den Knieen, dankte Gott undbetete, daß der Schöpfer des Himmels und der Erde seine neuen Kindersegnen und im wahren Glauben befestigen möge." Sein Sohn JaroSla«(1019—54) vollendete fast die Bekehrung der Russen, die in reger Ver-bindung mit dem Patriarchen von Et., aber auch mit der römischen Kircheblieben, bis auf den feindseligen Patriarchen Cernlarins. Für Kiew, dasbei seinem Aufblühen ein zweites Et. hieß, hatten stc einen Metropoli-ten erhalten; es folgten sich Michael l. (988—92), Leontias (992-1008), Jonas (1008—35), Theopempt (1035—51); der fünfte,Hilarion (1051—72), ward auf Befehl des Großfürsten Jarosl«auf dem Concil zu Kiew ohne alle Mitwirkung des Patriarchen von Ct. ge-wählt. Auch die Nachfolger blieben trotz der Machinationen des PatriarchenCerulariuS mit der römischen Kirche in Verbindung. Ein Zeugniß dafürgibt noch der russische Patriarch Ephraim (1090—96), der nni1093 die kurz zuvor (9. Mai 1087) erfolgte Translation des b. Nice-
1) 4*Aschbach, die von Kaiser Otto I. nach Rußl. an die Großfürstin Agageschickte Mission. (Dieringer's kathol. Ztschr. 1844. Bd. I- S. 82-91)