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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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> 210. Bekehrung d. Chazaren, Bulgaren u. Russen durch Griechen. 513

lern zweckmäßige Sammlungen, so folgten sie doch vielfach ihrem eigenenllrtbeilc, weshalb die drei letztern immer zu den besten älteren Ercgcten ge-rechnet werden. Simeon, Metaphrastes genannt von der freien Bear-beitung und umschreibenden Ausschmückung der älteren Biographien undMrtyrerschildcrung'en der Heiligen, erwarb sich wahrscheinlich in derletzten Hälfte des Ulten Jahrh. durch die angedeutete Beschreibung von122 Heiligen ) große Theilnahme bei den Zeitgenossen und den nachfol-genden Geschlechtern.

210. Bekehrung d. Chazaren, Bulgaren u. Russen durch Griechen.

Die Tartaren vom kaspischen Meere, dem Kaukasus, der Wolga bis zurDonau, eines Stammes mit den Türken, traten in Europa unter dem Na-men Avaren, Chazaren und Bulgaren auf. Die Avaren hatten am Endedes Kten Jahrh. den Landstrich von Ungarn bis Friaul, bis zur Ens und Elbeeingenommen; den westlichen Theil hatte Carl d. Gr. seiner Herrschaft unddamit der christlichen Religion unterworfen; im 9ten Jahrh. verschwindetihr Name aus der Geschichte. Die Chazaren drangen in Europa nur bisSüd-Rußland vor; in religiöser Hinsicht blieben sie lange getheilt zwischenHcidcnthum, Judenthum, Islam und Chriftenthum, welch' letzteres Cyrill(s. 950) unter ihnen verkündete. Die B u l g a r e n, die sich im Norden ander Wolga niederließen, gingen im 9ten und lOten Jahrh. meist zum Islamüber, wogegen andere sich in Mösien niederließen, und mit Slaven vermischtdie europäische Bulgarei gründeten. Durch kriegerische Berührungen mitByzanz lernten sie das Christenthum kennen, und wurden durch Erhörungdes Christcngottes bei einer Hungersnoth günstig dafür gestimmt. Auf Ver-anlassung ihres Fürsten Bogoris sandte Kaiser Michael (863) den MönchMethodius'), der durch die Kraft seiner Rede und die Erschütterung, dieermit einem Gemälde des jüngsten Gerichts hervorbrachte, denFürsten und Massen aus seinem Volke bekehrte. Bald aber trat Bogorismit P. Nicol aus ! in Verbindung und erbat sich römische Geistliche;dennoch nahm er den von Hadrian gesandten EB. Sylvester nicht an, son-dern ließ einen andern durch den Patriarchen Ignatius (86777)weihen'), ohne auf die Reklamation des römischen Bischofs zu achten: einneuer Keim zur Unzufriedenheit beider Kirchen.

Die Russe n") einigten sich zuerst unter dem Waräger (Normannen)Rurik (86479) zu einem Reiche. Mit dem geerbten Raubsinne undUnternehmungsgeiste der Normannen waren sie kriegerisch und drohend Et.genaht, bei dieser Gelegenheit aber von Neuem mit dem Evangelium desFriedens bekannt geworden. Nach einer alten Ueberlieferung nämlich soll

1) Dieselbe» nur zerstreut b. u. löoiianckrt«, vitas ,acta) 8auctoruw;

an Verzeichn, von 88 b. Hamb erg er, zuverl. Nachrichten. Bd. IV. S. 140>42. Vgl. Tso Uckatirrs, äs variis 8iins.oiub. st 8iiusouuiu scriptis. Dar. 664. 4.

2) I'omta»ckin. Oontinuator. IV, 13 sg. (Darckmck irnpsr.

onem. I, 134.) Motrr spx. in LckmUii Isctt. autig. V. II. II II. x. 379 sg.Schreiben d. Päpste Nicolaus I., Hadrian II. u. Johannes VIII. b. Mansr. 1. XV.u. XVI. LaEm. V. V. u. VI. HI. Stolbcrg-Kerz. Th. 28. S. 34675.

o) IVreekas Darick.. Iguut. vita. (Lausi. V. XVI. x. 245.) V.!. Fallmc-"psf, Gesch. der Halbinsel Morea während des MA. Stuttg. 830. Bd. I.

dcsch. der russ. Kirche. Halle 830. Bd. I. -HStolberg-Kerz.m-'e» 2073. *Theincr, die neuesten Zustände. S. 133. Karamsin,

MH. des russ. Reiches, deutsch von Haucnschild. Riga 820. Bd. I. u. II.unualow, Gesch. Russlands. 4 Bde. deutsch von L IV. Stuttg. 839.

»li °g' s Kirchengeschichte 7. Auflage. gz