512 2. Zeitraum, t. Periode. 2. Zeitabschnitt. 6. Capitcl.
Kaisers »ach Italien zurück. Dagegen ließ Cernlarius nichts unversucht tatVolk gegen den Kaiser wie gegen die Lateiner zu Hetzen. Insbesondere aberbemühte er sich, die übrigen Patriarchen des Orients von der Gemeinschaftmit dem Papste abzuziehcn. Sein noch vorhandener^Vrief an den Patriar-chen Petrus von Antiochien steigert die Anklage» gegen die Lateinerin fast fabelhafter Weise. Die Bemühungen des Patriarchen Petru-sen Antiochien und des Thcophylakt'), EB. von Achrida, habender Kirche den Schmerz eines förmlichen Schisma's nicht zu ersparen ver-mocht. Der übermiithigc Patriarch Michael Cerularius achtete auf keinerleiAnssöhnungsvorschläge. Als er aber die Aeußerung wagte, „zwischen derKaiser- und Patriarchcnwürde sei kein Unterschied," und selbe auch verwirk-lichen zu wollen schien, schickte ihn der Kaiser Isaak Komnenus, vbschondurch Michael's Mitwirkung auf den Thron erhoben (1057), nach Pro-konnesus in's Exil, wo er starb (1059). Das durch ihn angeregteUnheil dauerte fort; das Band der Liebe war gelockert, es trat nun eineförmliche Trennung ein.
§. 209. Nachblüthcn in der Wissenschaft bei den Griechen.
In diesem Zeitabschnitt saßen einige Kaiser auf dem Throne, dietbcilsselbst Gelehrte und Schriftsteller waren, wie Basilius Macedo, Lev der Phi-losoph, Cvnstantin VII., theils gelehrte Anstalten und Beschäftigungen un-terstützten, so daß diese s. g. byzantinische Zeit nicht blos in der Theologie,sondern auch in andern Wissenschaften neben vielen geringen auch guteSchriftsteller aufzuweiscu hat. Unter den Theologen zeichnete sich besondersaus der Patriarch PhotiuS (st 891), der als Gelehrter wie als Verbesse-rer der Unterrichtsaustalten große Verdienste hat. Seine Bibliothek)gibt eine Kritik und Auszüge aus 279 christlichen und heidnischen Schrift-stellern, von denen viele durch die Ungunst der nächstfolgende» Zeit ganz m-tergegangen sind; sein Nomokanou') übertrifft an zweckmäßiger, syste-matischer Ordnung die früheren Gesetzsammlungen. Für die SchriftcrklärunghatArethas, B. vonCäsarea (um 950), Oekumenins, B. vvnTricca)in Thessalien (um 990), Theophylakt'), EB. von Bulgarien (s-llßl),und der Mönch bei Et. E-uthymius Zigab enus"') (st um 1118) gearbei-tet. Sind sie zwar keine selbstständige Eregeten, und entlehnten ihre Erklärun-gen größtenkheils aus Chrysostomus und Theodoret, wie andern Schrifstcl-
1) t7er«7ar,7 sp. II. acl Retr. rVntiooli. (Coteter» seel. gr. momnnoiM 7.
II.) Unter d. Vorwürfen gegen die latem. Kirche steht auch der, daß die Latcimden Bart schörcn, daß die Bischöfe Ringe trügen, als wäre die Kirche ihre Brachdaß sie keine Reliquien und manche derselben auch keine Bilder verehren. PctrnSv. Antiochien nimmt die latcin. Kirche dagegen in Schutz b. Cotellr. I. e> x.158., u. Thcoph plakt nennt in seiner Schrift: -Sn a-a»"
sMinr/arellr taseiculus anseclotor. Rom. 756.) diese Beschuldigung eine -»?-»»!
vgl. Neandcr's KG. best. Ausg. Bd. IV. S. 645—49.
2) 8. bibliotlroca sei. Moescstelrus, Rotbomagi 653. k.Le/rLer. Rerol. 824. 2 1. 4.
3) Ours I. c. selrol. Xonaras st Ralsalm. sÄeoe-'A/r sznocllcou s. paväectsecauonum. Oxon. 672. 2. I. k. Rar» II. llustellr. bibl. V. II. p. 785.)
4) Lomment. in aot. rl.post.; epp.I'aulin. et catb. s«I. Morellus. Rar. 63l.2 l.t
5) llommont. in XII. propbst. miuor.: IV. ovang.; arta Xpost.: epx. ka"'
lin. (opp. säst. lle L«bers. Von. 755. 4 V. 1.) .
6) Öomment. in psalm. (opp. Uroopbvl.); iu IV. svang. eä.
I-P8. 792. 3 I.