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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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498
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498 2. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 5. Capitcl.

ahmte. Othlo, Benedictiner zu Emmera» >» Regensburg (i062) wareigenthümlich in seiner Zeit und ein Vorläufer der Mystik späterer Ich.Hunderte').

H. 204. Gottschalk's erneuerter Streit üb. Prädestination; s.S,U,Die Schriften des Ilatraiiinus, 8eot. bli-igsua, 1-npus. llloi-us, LeiniAinzäsutius und conksss. Vottoseballci. jMnnAn/n, vstt. auctnr. qui xWIX. äs praeässt. st ^rat. ssripserunt vpp. et trasin. ?nr. ßzg ,

4) Allans» I'. XIV. st XV. lllla-Ä-ti-r I. V. '

klsserrns, Ootteseb-rUei st nrasässt. cnntrov. bist. I)ubl. 6Z1. 4. Ibw. UZ(le/iot, bist. Kottssebaliri xrasäestiuatiani. llar. 655 k. AllauM/n,sebailci eontrov. bist, st ebrnn. sMvps. I'ar. 650. 4. Baratts. 4 /^ >,s. sase. IX. st X. äiss. V. Hefelc, Concilicngcsch. Bd. IV. S. IA jsKunstmann, Raban. Maurus S. 119 ff. Staudcnmaier, ScsiErigcna Bd. I. S. 170200.

Wie einst der gallische Presbyter Lucidus, kam auch jetzt durch die Schrif-ten des h. Aug ustinus und des Fulgentius der Mönch Gottschalk zuextremen Ansichten von der Prädestination. Er war der Sohn des sächsischenGrafen Berno, und mußte, von früher Jugend für das Kloster bestimmtwirklich zu Fulda nach dem auf dem Concil zu Toledo ausgesprochene»Grund-sätze : lllonsclnim lseit gut proprio conlsssio gut patsrnn äsvotio, unterdem Abte Rabanns Maurus wider seinen Willen die klösterlichen Gelübdeablegen. Bei der Unzufriedenheit mit diesem Stande, welche sich durch diestrenge Behandlung des Rabanus Maurus noch gesteigert hatte, suchte undfand er in dem französischen Kloster Orbais Trost in dem Studium deöh.Augustinus, doch bildete er sich aus vereinzelten kühnen Behauptungen desselbenfolgendes von diesem großen Kirchenlehrer entschieden abweichende SystemEs gebe eine zweifache Prädestination iAsmin» prusässtinatiol, vermögederen Gott einen Theil der Menschen zur Seligkeit, den andern zur Ver-damm ui ß bestimmt habe; Gott wolle nicht, daß alle Menschen, sonder»nur die Erwählten selig werden; auf diese allein erstrecken sich seine Er-barmungen der Erlösungsanstalt; sie können nicht verloren gehen, so wenigals die zur Verdammniß Bestimmten gerettet werden. Die den letzteren ge-spendeten Sacramente seien wirkungslose Ceremonien, sic werden durch dieTaufe weder Christus noch seiner Kirche wirklich einverleibt. Nach demSiin-denfalle habe der Mensch nur Freiheit zum Bösen. Jedenfalls rechtfertig!die Schroffheit des Ausdruckes dieses ihm zur Last gelegte System; möglichbleibt aber, daß er orthodoxer dachte.

Auf seiner Rückreise von Rom hatte Gottschalk zum Aergcrniß seinerGastfreunde jene Behauptungen vorgetragen. Sein ehemaliger Abt Raba-nuS Maurus, seit 847 EB. von Mainz, hielt auf die Kunde davon eineSynode zu Mainz (848), welche Gottschalk's Lehre verwarf und be-schloß, ihn selbst bei Verweigerung des Widerrufes seinem MetropolitenHinkmar von Rheims zu überliefern. Dieser behandelte ihn noch schrofferals Nabanus Maurus, und die alsbald zu Chiersy versammelteSynode (849) verdammte seine Irrlehre nachdrücklich. Er selbst wardbei hartnäckiger Verweigerung des Widerrufes körperlich gezüchtigt, unddem Kloster Üunt-Villisrs zu beständiger Haft übergeben, wo er auch, un-versöhnt mit der Kirche, starb.

Doch erregte seine Sache großes Aufsehen. Einige zeigten sich mt

1) Otstkonr« lib. visionum, äs oursn sxirituali; äs trib. guasst.jllsF.tIie-

Luur. I. III.)