§. 203. Theologische Literatur und Schriftsteller.
497
»lito D. vo n Ve reelli (s. 945), der über die verfallene KirchcnzuchtacklM bat'); einen Luitprand, der eine allzugrclle Geschichte seineroch geschrieben (st nach 970). In Frankreich schrieb der Kanonicusilodo ard die Denkwürdigkeiten der Kirche zu Rheims'). Weit überseine Zeit erhob sich aber der auch durch arabische Bildung geförderte Ger-dcrt ein Heller Stern der Gegenwart, eine große Weißagung für die Zu-kunft''). 3» der Mathematik, Astronomie, den Naturwissen-schaften war er heimisch, fa genial productiv; die Bibel, Väter undKanon cS standen ihm für die Glaubenslehre, die Moral und das Kirchen-licht unbedingt zu Gebote. Die Philosophie war ihm lieb und werth, eingöttliches Geschenk wie der Glaube; für Rhetorik verfaßte er ein Lehrbuch;der Schule von Rheims verlieh er eine nie wieder erreichte Höhe;Frankreich und Deutschland bewunderten seine Gelehrsamkeit (st 1003).
Hm Ilten Jahrhunderte wirkten anregend und einflußreich seine Schüler.Dst bedeutendsten waren Fulbert von Chartres, mehr verdient durchBildung talentvoller Jünglinge, als durch Schriften (st 1029), und Be-rengar von Tours, den wir sammt seinem gelehrten Gegner Lanfrank,seit 1070 ED. von Cantcrbury, beim zweiten Abcndmahlstreite kennenlernen werden. In Italien ragte P e trus D ami an i am meisten hervor,der im Kloster Fonte-Avellana durch strenge Askese und ernste Studien ge-bildet, in der Nähe mehrerer Päpste für die begonnene kirchliche Reformbedeutungsvoll wirkte. Seine Schriften zeugen von umfassender Kenntnißder h. Schrift, der Väter und der kirchlichen Kanonen (st1072). Im nörd-lichen Deutsch! and blühcte in der ersten Hälfte des Ilten Jahrh. nebenFuldaund Hil d esbci m besonders die vom B. Meinwerk (1009—36).Mistete Lchransta lt zu Paderborn^). Den Mönch HermannusTontractus in Reichenau nennt der kundige Trithemius einen Philo-sophen, Astronomen, Dichter, Redner, Musiker und berühmten Theologen,der in seiner Zeit als der in den heil. Schriften gelehrteste Mann gegoltenhabe, welcher auch der griechischen wie der arabischen Sprache kundig ge-wesen sei"). Doch nach der Mitte des Ilten Jahrh. ist mit dem Erlöschender beiden Lichter der Kirche, Kaiser Heinrich's III. und EB. Luitpold's vonMainz (st 1059), Vieles wieder nntcrgegangcn. Inzwischen erhielt Deutsch-land damals seinen berühmtesten Geschichtschreiber Lambert von Hers-feld, der mit Geschmack und Geschick die römischen Geschichtschreiber nach-
1) Xtto Israeli.. äsprsssnris scclssiast. libb. 111.: eolloctia cauonum: spp.
XI. epieilsA. ecl'll. 3'. 1.)
2) bistvria scelesias Kbemslisis (b. 948) sä. Ooiuenerrrts.vuaei 617. Auch verfaßte er ein cbraulcau sirs aunalss v. 877—966. (Lorr-zuet. I. V.)
3, Hock, GcrLert od. P. Sylvester 11. u. sein Jahrh. Wien 837. vgl. Höf-ter, dcut. Päpste, Abth. 1. S. 85—88.
der rita IIIeiEerei cup. XI. wird das rege wissenschaftliche Lebendaselbst m dichterischer Sprache also beschrieben: «Ltuäiarum multiplicia sudoo twniers exercitia; ^uauäo Ibi ruusiei lusruut st äialsctici smtusruut,rnswnci clurinue Arummatici, guanäv luagästri urtium ibi sxsrcebuut triviuw,«jwous omne stuäbuu srat circa guailriviwu. Ilbi wutbematici olarusruut stMrouoiniei, babsbuutur pb^sici utgus noomstrici. Viguii Ko-'atiu« inaZuusa gue errAärus, <7r?sp»s älaiinsirus st »rbauus ä'iaints, luäus^us luit oinui-om, msutlars vsrsibus st äictammibus sucuuäisuus cuutibus.» lLsiianck. acta°8. w. lunii 3'. I. p. 637.)
4) 3rüiiem. äs scriptae, sco. eap. 321.
lürchrngeschichtc. 7. Auflage. " 32