496 2. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 5. Capitel.
Eccehard II., welcher auf Empfehlung der durch wissenschaftliche Bildunaberühmten Hedwig, Wittwe des schwäbischen Herzogs Burkard, von Kai-ser Otto zur Erziehung Otto's II. auserwählt wurde. Auch Eccehard
III. , Decan in St. Gallen, erwarb sich Ruhm in den Wissenschaften. Einennoch größer» Glanz erwarben dem Kloster Notker (plrz-sicns), der nichtallein in der Arzneikunst, sondern auch als Hymncndichter, Maler und Coui-ponist weit berühmt wurde, und Notker llmbso), der gelehrteste Mann desdeutschen Reiches im lOten Jahrh., berühmt als Theolog, Musiker, Dich-ter, Mathematiker, Astronom und Philolog, zugleich hochverdient um diedeutsche Muttersprache und der Erste, der es wagte, sie auch für ge-lehrte Werke zu benutzen (s- 1022). Regino von Prüm (s- 915 ) andB urk kard, B. von Worms (s- 1025), verfaßten neue Decretal-Sann»,lungen. Bald erhob sich in Frankreich das auch für Wissenschaft so bedeu-tungövolle Clugny (seit 910). Deutschlands Klöster, die Bestrebung!«der sächsischen Kaiser und ihr seit der Verbindung mit Et. geweckter Sinnfür das klassische Alterthum, besonders die großen heil. Männerauf mehreren bischöflichen Stühlen, übten damals den belebendsten Einfluß.Auch haben die in der Schule der Araber zu Cordova (seit 980) mit Vor-liebe gepflegten Naturwissenschaften mächtig angeregt. Hock und Hefelehaben durch eine Reihe von Thatsachen und Namen gezeigt, was für dieEhrenrettung des s. g. dunkeln, eisernen und bleiernen lOten Jahrh. spreche,und wie man namentlich zwischen seiner ersten und zweiten Hälfte unterscheide»müsse"). Einen merkwürdigen Beweis derAnregunng für classische Studie»gibt bereits die bekannte Hroswitha (Helena von Roffow, -s 984), Nomzu Gandersheim, welche die Hcldenthaten Otto's d. Gr. in gereimten Hera-metern besang, und heilige Komödien in terenzischer Form dichtete. Dabeiversichert sie in einem Briefe, von Frauen das Lateinische erlernt zu ha-ben ; auch war sie im Griechischen wohl erfahren '). Eine besondere Er-wähnung verdient auch die S chule in Lüttich. Ihr Gedeihen verdanktesie vorzüglich dem Bischof Notker (s- 1007), welcher ihr den hochverdien-ten Wazon vorsetzte, der ihm später im Lütticher Episcopate folgte.Diese Schule wurde von den Zeitgenossen eine Pflegerin der Wissenschaft«!genannt, und erwies sich als eine Pflanzschule von Bischöfen und Gelehr-ten^). — Aber auch in Italien erzeugte das lOte Jahrhundert de»strengen Ratherius, Bischof von Verona und Lüttich (s- 974), der durchgrelle, schneidende Schriften der Kleriker Entartung züchtigte'); eiurn
1) Angelus Politianus, Laurentius Valla, auch Barvnius haben, deii traun-gen Zustand des apostol. Stuhles einseitig berücksichtigend, vom tüten Jahrh.offenbar ein zu düsteres Gemälde entworfen. Eine günstigere Beurthcilung leitckbereits ein rlr« Mn, bibl. äss nutsuro sccl in dem avsrtisseinkut clu slecle X.
2) Oarinina Ottonis I.: eomosäias sacrao VI. (opx. sä. VU.
794. 4. sä. Lai-aeX', Hsriinb. 858; comosä. VI. sä. -7. Lsnckimo», I-nbec. MDer allcgirte Brief in MrtMon., annal Lsusä. V. III. zr. 547. u. bei Keu-ÜIrmä. Leusä. p. 169. sagt von Hroswitha: 60'asee st Imins äoetissima, ora-lorss äiosnäi arte suxerxrsssa, postaruin 8ui tsinxoris null! inlsrior etc.
3) Vgl. gssta epissnpor. I-soäisns. iMrrtsns IV. p. 865.) s. Höfler, oeul.
Päpste. Abth. II. S. 381 ff. . a-,
4) Nat/rerrrts, äs oontsintu eansnum; apologis. sui ipsius; äo aiscorintsr ipsum st cisrisos; msäitationum soräis 8. prasloguior. Itdb. VI u. V
IV. (Opp. sää. LMeritti. Vsrsn. 756. I) Vgl. Engelhardt über Rathrm«skirchengcsch. Abhandl. No. 5.) Vogel, Rathcr. von Verona und das tvte rhri»'Jahrh., Jena 654.