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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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461
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§. 191. Resultat.

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->n dem Einen Streben müßte» beide (der römische Stuhl und der kaiser-liche Soft dahin wirken, daß das höchste Priestcrthum und das römische Kaiser-bum aufs innigste sich verbänden, damit das menschliche Geschlecht, welches durchdick beiden höchsten Würden (i>er bos cluns a,ucs8) in seiner zweifachen Wc-lcubcit in utraquo sulistantia, nach der bürgerlichen und religiösen Seite) geleitetwerde durch keine Spaltungen getrennt werde. Vielmehr mögen so die beidenbechstc'n Wurden der Welt (mumli vsi-iicss) in der Vereinigung beständiger Liebeiusamuicntrcffen, daß ihre untergeordneten Glieder durch ihren Zwiespalt nichtauseinander treten. Denn wie von Einem Mittler zwischen Gott und den Men-schen diese beiden, das Reick nämlich und das Priestcrthum, durch einen geheim-nisvollen Rathschluß sllivino mvstsriol zusammcngcfügt sind; so mögen auch jenebeiden erhabenen Persönlichkeiten in solcher Einmüthigkcit unter sich verbundenwerden daß, wie durch einen Kitt gegenseitiger Liebe vereinigt, der König indem Papste, und der Papst in dem Könige gefunden werde: unbeschadet derdem Papste allein crthcilten Prärogative, die sich Niemand an-maßcn dürfe."

Die entschiedene Wirksamkeit sicherte Alexander II. eine so feste Stellung,daß er schon gegen den jungen König Heinrich I V., welcher aus sinnlichenLüsten von seiner gemißhandelten edeln Gemahlin Bertha Scheidung ver-langte, kräftig auftreten konnte. Petrus Damiani drohte auf der Synode zuMainz den knechtischen Bischöfen, und erklärte, der Papst werde in dieScheidung niemals cinwilligen, und sollte sie geschehen, Heinrich IV. niezum Kaiser krönen. Bald wandten sich auch die Sachsen an ihn, wie aneinen göttlichen Richter, mit der Klage: daß Heinrich sie unerträglich drücke,und daß seine Räthe alle kirchlichen Würden verkaufen zur Bezahlung derSoldaten, die er gegen sein Volk führe. In konsequent fortschreitenderWirksamkeit bannte Alexander diese Beamten, und bedrohte kurz vor seinemTode Heinrich selbst, lud ihn sogar nach Rom zur Verantwortung vor,während einst Carl d. Gr. in Rom Bischöfe versammelt hatte, die überP. Leo lll. Gericht halten sollten. Dieser Umschwung datirt jedoch schonans dem 9. Jahrh., wo die Bischöfe des Reiches Ludwig den Frommender Regierung entsetzten, bei den Streitigkeiten seiner Söhne zu Schieds-richtern erwählt wurden, und auf der Synode zu Aachen 842. über Lothardas Absetznngsurtheil auSsprachen.

Als die Seele aller dieser Bewegungen zur Erhebung der Kirche austiefer Schmach und Erniedrigung ist, abgesehen von den letzten Päpsten,Hildebrand zu betrachten, neben ihm aber der meist gleichgesinnte P e-trnS Damiani (P 1072). Der letztere nannte Hildebrand seinen h. Sa-tauas und erklärte, daß Hildebrand mehr als der Papst zu Nom regiere').

§. 191. Resultat.

Zur Errichtung eines christlichen KaiserthnmS und dessen engerVerbindung mit dem Papstthume hatte die Absicht geführt: mit vereintergeistiger und materieller Macht die Stürme der Völkerwanderung zu beschwich-tigen, die zügellose Gewaltder rohen germanischen Naturvölker zubändigen, denFrieden der Christenheit zu schirmen, und so die einzelnen Nationen zu christ-licher Gesinnung und Gesittung zu erheben. Dem Papste ward hierbei von

>s Sehr bezeichnend hicfür sind folgende Epigramme Damiani's üb. Hildebrand:Vivere vis Romas, clara elspromito vacs:klus äomino papae, quam dnmno parso xapae;md über Sildcbrand's Vcrhältniß zum Papste:

kapam rits colo, ssd ts prostratus acloro:

. In kacis buire Dominum, rs laeit ist« Dsum.

m Laron. nd a. 1061. nr. 34 u. 35.