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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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439
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§. >85. Unter Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen. 439

Milderten Bestimmung sollte Pipin König von Aquitanien werden, der,i«kc Sohn Ludw ig Bayern und die Herrschaft über die avarischen undlavischen Länder erhalten, Lothar zum Mitkaiser erhoben werden (817.)Der hierüber unzufriedene Neffe Ludwig's Bernard, König von Italien,Mde bald überwunden, und Lothar zum Könige von Italien ernannt (821).Diese festgestelltc Snccessionsvrdnung wußte Judith aber zu Gunsten ihresSohnes Carl (geb. 13. Juni 823) abzuändern, und den Kaiser zu bewe-daß er für diesen Schwaben mit Elsaß und einem Theile Burgundshkstüimitc. Die Söhne erster Ehe, darüber unwillig, verbanden sich mit einer'mißvergnügten Partei, und zogen das Schwert gegen den Vater. Durch«eil verrätherischcn Handstreich wurde Judith in ein Kloster, ihre Brüder>M, geistlichen Staude genöthigt, und der Kaiser aufgcfordert, die Kronemederzulegen. Dieser besiegte aber, von dem ostfränkischen und sächsischenMel kräftig unterstützt, seine Feinde; auch der nach der Alleinherrschaft stre-bende Lothar mußte sich unterwerfen.

So schwach nun auch Kaiser Ludwig in seinem Reiche erschien, hielt erhoch streng auf seine Rechte in der Stellung zum Oberhaupte der Kirche.Als nämlich gegen das zwischen Kaiser und Papst bestehende Uebereinkom-mmPaschalis I. (81724) vor der Ankunft der kaiserlichen Gesandtengewählt und geweiht worden war, that Ludwig Einspruch dagegen. DerPaxst entschuldigte sich jedoch durch Hinweisung auf die geschäftigen Factio-m und die ihm angcthane Gewalt, und der Kaiser bestätigte die Schenkun-gen seines Vaters und Großvaters ). Darauf krönte der Papst den zumMkaiser ernannten Lothar (823). Als bei der abermaligen Papstwahlsich die Partcikämpfc wiederholten, hatte Ludwig den Mitkaiser nach Romgesandt: Eugenius II. (82427) ward gegen mehrere Prätendenten ge-wählt und bestätigt. Das Volk und der Klerus schwuren beiden Kaisernmen Eid der Treue, doch mit Vorbehalt des dem Papste schuldigen Gehor-sams, und gelobten zugleich, daß in Zukunft jeder gewählte Papst vor sei-m Consccration in Gegenwart eines kaiserlichen Gesandten und des Volkes,wie dies Eugen freiwillig gethan, einen Eid schwören solle deö Inhaltes:dcmKaiser, als Beschützer der Kirch e, jede gebührende Ehreza erweisen I. Lothar seinerseits erließ hier eine Constitution*),

l> vlta, echstolae «0 clesreta bei ll/ansr. 3'. XIV. p. 539 sq. 7/a/-

äui«. V IV. ;>. >223 sc,. Die soustitutin I^uclov. b. L/anÄ. I. e. p. 381cg. I. s. p. >236 8g.

Xn/Mri vna st äeerota b. It/ans/ 3'. XIV. xr. 4l 1 sg. V/arct»,» 3. IV.p. l?ö scg. vgl. Latur. sapitul. 3. 1. p. 435 sg.

Die enuslitutio Illotlrarii iurperator. b. I. c. gr. 479. TTarälui» p.

>2iil. Wir heben daraus folgendes hervor: Ooustituüiius ut omues, qui sudipeemü (Iefs,i8ivus äoinui ^.grostoliei seu uostra luorint sussepti, iurpetrata iuvio-labiler ut-rntur clekeusioue. tzuocl si guis iu quoeuingus violaro prassump-rerü, scirrt es periculum vitas suae insursurum. In elsetrone crutem No-m>!i uullus sive libsc, sive seivus irravsumat aliguocl imyerliuieutum

kaeere. 8oü Mj sglummoclo Romani, gnibus antiguitus sonssssum est consti-NiNoiiö 88. kalrum, silri elizant Rautiüsem. tjuoä si guis eantra Irans yostramwnstiluliouem tasere prae8um>>serit, sxilio traclatur. V^olunrns otiam, ut»lissi enirstituantur u clomuo Xpostulisu et a uulris: qu! annuatim nobis re-iiMiem, kMliler singul! clucss et jucli< es.sustitiain populo laeiant, et guonroclc»WMra coirstitutio ssrvetur. I)e robus autoin seslesiarum insuste reteutis sub«ccativirg gnasi lieentia accepta a kontiüse, volnmus ut a IsZatis nustris iupoteslirtem Dontiüeis et Romauao eeolesiae evlerrus recligantur. Uoviksims