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2. Zeitraum. 1. Periode. 2. Zeitabschnitt. 2. Capitel.
Ansehen sank, losten sich auch die geordneten Vtaatcuverhältnisse Europa'-;einrcißcnde Unordnungen und Gewaltthatigkcit bald wieder auf. Und als,»Folge derselben auch das Kirchenobcrhaupt in seiner Macht nnd seinemdurch Despotie italienischer Fürsten gelähmt ward, zerfiel ebenso alles kirchlis»Leben fast in allen europäischen Reichen. Daher finden wir den» gerade wähMder Auslosung jenes geheiligten Bündnisses am Ende des Neu und in der c».Halste des lOtcn Jahrhunderts die Kirche und die Staaten in der traurigste»^«wogegen die kirchlichen und staatlichen Verhältnisse zu Ende des lvtcn mid j^l Iren Jahrhunderte sich wieder erfreulicher gestalteten, als Papstthum und KM.thum zur Lösung ihrer göttlichen Mission sich von Neuem vereinten.
.X. Die Päpste unter den Karolingern (814—899).
Luxituiaria regum b'raneoruiu bei Latus. I. e. bei Lerts, monument.
M II. und beitHaiust, eolleetio coneü. als ax>>eudieos zull. XII—XVUVgl. Phillips, dem. Geschichte Bd. II. S. 88—172. Gsrörcr, G»der Karolinger. Frcib. 848. 2 Thlc.
§. 185. Unter Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen.
Carl d. Gr. hatte schon frühzeitig, den Tod seiner kräftigsten Sprosse»nicht ahnend, seinen Söhnen das mit P. Leo geschloffene BüiidnißalSciuheil. Vcrmächtniß zu treuer Bewahrung hintcrlaffen'). Wirklich machteauch der allein zurückgelaffene Ludwig der Fromme, wohl richtiger mGutmüthige sls döbommiro), den großen Gedanken seines Vaters von derSchirmvogtci der Kirche bald zu dem scinigen'), und bekräftigte ihn durcheine Reihe von Handlungen. Von seiner wohlwollenden ernsten Gcsummgerwarteten Viele am Anfänge seiner Regierung sogar Beseitigung vonnm-cherlei Nebeln, die sich unter der Regierung Carl's eingcschlichcn hatten. Dilsogleich zur Anhörung aller Beschwerden des Volkes durch das ganze Reichausgesandten miss, «lomimei, die auf mehreren Concilien geschärften Kano-nen für priesterliche Sitte und gemeinsames Leben der Kleriker, die Sicherungder Grenzen des Reiches gegen die slavischen Völker, die Unterwerfung dkSHerzogs von Benevcnt spannten die Erwartungen in nicht geringem Gradl.Auch der nach dem Ableben Leo'S III. neu gewählte P. Stephan sIV.)V.(Juni 816) ließ, dem Bündnisse seines Vorgängers mit dem Kaiser getreu,die Römer sogleich Ludwig den Eid der Treue schwören. Ja er kam sogarselbst nach Frankreich, wo er von dem Kaiser ehrerbietig empfangen nmdr,und dann Ludwig zu Rheims krönte. Doch schwanden nur zu bald die mLudwig gehegten Erwartungen; denn allgemein erschien er als ein Werk-zeug seiner Günstlinge, namentlich seiner zweiten Gattin Judith (seit818).Gleich seinem Vater dachte er bald an die Theilung seines Reiches untcr diedrei von der ersten Gemahlin Irmengard gebornen Söhne. Nach eiim
1) Die Urkunde läßt d. Kaiser sagen: «Non ut cauknss atgus inaräiiM,uut 8ub totius rsgni doiuiuations, jurgii eontroversiam eie relimMiims, oolIrina, partitious totum reAnr ooi'M« divideutss — suxsr omnia autcmjuIieW!atgus xraecipimus, ut ipsi trss iratres curam. et <te/eu«roue»rLccksme«ciiLetrr simul suscipiaut, sieut guondam ab avo nostro Xarvlv et beatae me«-riae geuitore nostro llixpiuo rexe et a nobis xostsa suscsxta est.«
2) 8sd guvuiam eomxlaeuit diviuao providsutias, uostram mediocritntMWboc coustituero, ut sanetae suas lsteelesiae et regui bujus curam geroreni«!ad bae esrtare et nae et filios ae socios uo8tra8 diebus vitas nostrae opMMio,ut tria spscialitcr caiiitula et a nobis et a vobis, Deo op ein bereute, in ImMrexni adurinistralioue speeialiter evuserventur; id est, ut cts/snslo et cLa/tad»net fiouor sauctas Lei Lectesbae et servorum illius conzruus uuuieLt, cl Met justitia in omni §eueralitate populi uostri eonservetur. Lapiwlare bua.llu a. 823. c. 2. (Lapitularia roZ. braneor. ed. Latus, ll. I. x. 429)