§. 182. Bekehrung der Polen.
435
dcS Kaisers Otto 1. anerkannte. Nach dem ältesten Berichte des Di tma rWiMerseburg hatte er sich mit Dombrvwka, der Tochter des böhmischenömoas Bolcslaw, vermählt (965h. Diese bereitete seinen Ucbertritt zumChristcuthume vor'). Das ihm ergebene Volk soll, seinen Befehlen fol-arnd die Götzenbilder zerbrochen und in den Fluß geworfen haben (967h;dennoch war die Erinnerung an die alten Götter schwer zu vertilgen; lautMdc um ibre Ertränkung geklagt"). Micczyslaw stiftete das BisthumPosen (968h, welches dem jüngst errichteten Erzbisthumc Magdeburg un-tergeordnet wurde 'h. Iorda n, der erste Bischof von Posen, arbeitete mitwahrbast apostolischem Eifer an der weitern Bekehrung der Polens. B o-lcslaw Chrobry (d. i. der Gewaltige), Micczyslaw's Sohn (992—1025), wirkte mit Strenge und Freude für größere Befestigung der christli-chen Kirche, rief Camaldulcnscr Mönche herbei °h, und gründete die Bene-dictinerabtci zu Ty n icc (um 1006). Die gleichfalls auf ihn zurückgeführtenBeuedictincrabtcien auf dem kahlen Berge und zu Sieciechow sindober wahrscheinlich erst 100 Jahre später von Bolcslaw III. gestiftet wor-den "h. Auch der h. Adalbert gewann lebend, noch mehr nach seinem hel-deiimiithigen Tode bei den heidnischen Preußen (23. April 997) als Märtyrerdas Herz der Polen. In Pilgerschaaren versammelten sie sich an seinemGrabe; sein vermeintliches Testament, ein unvergleichliches Maricnlied,begeisterte die Krieger zum Kampfe'). Als auch Otto III., der ihn in Romkennen gelernt hatte, zu seinem Leichnam pilgerte, erwirkte er in Verbindungmit Bolcslaw, daß Gn escn zu dem Range eines Erzbisthumes erhoben,nnd ihm die Bischöfe von Kolberg in Pommern, von Krakau in Klein-
1) Loc/uM bei ,?ou»nersäerA, scriptt. Kilos, erzählt: <)ui lLIss^Ieo) MiniemWw 965 Lombroviam sororem st. Vsnceslai änxit in nxorsm; anno ssguentscum tota Zeuts Lacliitarum ssn polonicn, riirors srrnckente ae yi'atia iklnOrcliiiex/mnts saernm baptismu snscsznt, cio gnu nxore anno 067 ülium creneravit,cm uowen öolsslaus in sacro banlismate imponi lernt; uunn vsro 968-Toi-cla-nitt« in egisenpum Lnlvnius oräinavit.
2) Vgl. Jac. Grimm, deutsch. Mythöl. S. 446 ff.
3> Die nach dunklen Sagen bei Dlugosz, Cromer u. A. wiederholteNachricht: cs seien von Micczislaw bald nach seiner Taufe die MetropolenGncscn und Krakau, nnd außerdem noch 7 and. Bisthümcr, Posen, SmograulBrcSlaui, Kruszwtck (Lcslau), Plock, Kulm, Lebus und Kaminicc, wie nochdiele Kirchen und Kloster gegründet worden, und zwar mit Zustimmung des P.Johann XIII., der den Card. Aegidius, B. v. Tusculum, zur Ordnung der Diö-ccsanvcrlMmssc nach Polen gesandt habe, beruht augenscheinlich auf einer Ver-wechslung damit, daß um 1123 ein Card. Aegidius unter Bolcslaw III (Xr 2 /-vouttv) nach Polen gesandt ward, um hier die Kirchcnverhältniffe zu ordnen.
4) berichtet: äonäanus, primus sarnm antistss, multnm eum iis
milavit, äum sos aä supernas cultum vineas ssäulns verbo st opsrs mutavit.°a. li^KAnci- p. 97.
5> Von Petrus Damiani in der vita 8 t. Lomualäi berichtet o. 28. (Oxp.du. k. vumiuni sä. Oasetanr. Lassan. 783. 1. II. p. 453. VoKauck. -Let.dd. uä , 1 . 7 . m. Lebr.)
6 ) ^guila Lolono-Lsnsäiotina. Oraeov. 663. 4.
7) Die Ucbcrlicfcrnng führt das hcrrl. Maricnlied LoA» auf Adal-
Üstäck. Vgl. bistorzm litsrat. xolsleiss. Lrale. 3. I. x. 374—
°d. Du Biographien des h. Adalbert it7anrsrr Isctt. antig. 3?. III. L. I. p.1 u. a. Nachrichten bei Voigt, Gcsch. Preußens Bd. I. Beilage III.Uwiwaldt, das Leben Adalberts v. Prag, Apostels d. Preußen. (Jllgenh'ß-«r. 853. S. 167 ff.) ^ ^ u
28 "