§. 181. Bekehrung slavischer Stämme.
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Imi'wvi hatte gegen den Andrang der Deutschen mit dem Könige Swa-toxluk von Mähren ein Bündniß geschlossen, war bei. dieser Gelegenheitdoch Methodius von der Wahrheit des Christenthums überzeugt und mitseinem Gefolge getauft worden (894 nach (losmsn krag.; zw. 870 u. 80noch DrobrowSky). Methodius ward auch von hier aus wegen seines sla-wischen Ritus bei dem Papste verdächtigt, was aber nur eine erwünschteVerständigung und ein engeres Anschließen der in Böhmen gegründeten Kircheinr Folge hatte. Durch hartnäckigen Widerstand nicht entmuthigt, wirktenBorziwoi und seine Gemahlin Ludmilla, die erste böhmische Heilige,nnter der Leitung des Methodius für die christliche Kirche. Ihr Sohn Spi-tignew (bis 915) förderte das fromme Werk weiter. Zwar verband sichDrahoun'ra, die Wittwe seines Bruders Wratislaw (s- 925), mit den Un-zufriedenen, ermordete ihre Schwiegermutter Ludmilla und zerstörte die er-richteten Kirchen; aber selbst ihr Sohn Wenzeslaw, von der frommenkudmilla erzogen, erklärte sich für daS Christenthum. Als dieser durch denheidnischen BoleSlaw den Grausamen ermordet ward (938), gelangte dasHeidenthum wieder zur Herrschaft, bis Otto I. BoleSlaw zwang (950), dieWiederherstellung der christlichen Kirche zu geloben. Sein Sohn BoleS-law ll. der Fromme (967—999), bereitete der christlichen Kirche den voll-ständigen Sieg. Er stiftete zu Prag ein Bisthum (973), welches P. Io-HannXlll. unter der Bedingung der Annahme des lateinischenRitus bestätigte'), und dem Erzbisthume Mainz unterordnete. Die erstenBischöfe Dithmar und Ad alb ert (Woyciech) haben inmitten der größ-len Laster für evangelische Reinheit des Herzens gekämpft. Als der letztereaber an seinem verwilderten Klerus Widerstand fand, verließ er verzweifelndseine Diöccse. Er ging erst nach Rom, und von da als Missionär in ferneLänder, und fand bei den Preußen den Märtyrcrtod (997).
Fm nordöstlichen Deutschland hatten die slavischen Stämme der W en d en(Sorben zw. Elbe und Saale, Leutitzen oder Milzen zw. Elbe und Oder, dieLimiten in Mecklenburg) gegen Deutschland eine feindselige Stellung ein-genommen, und bis auf Heinrich I. (926) ihre Unabhängigkeit zu behauptengesucht'). Ihre Unterdrückung war aber der Einführung des Christenthumshinderlich; gleichwohl erwartete Otto I. davon die Sicherheit Deutschlands:auch wollte er hi er, wie bei den Dänen, Böhmen u. a. zeigen,daß er die d arauf bezügliche Pflicht derSchirmvoateiüberdie ganze christliche Kirche nicht umsonst führe. Ergründetedaher für die besiegten Stämme die Bisthümer Havelberg (946), Bran-denburg (949) und darnach die wirksameren zu Meißen (955), Mer-seburg, Zeitz (s. 1029 in Naumburg) und Oldenburg (um 968, dann
877 kol. Palacky, Geschichte v. Böhmen. I. Th. Vgl. im Fr erb. Kirchcnlcri-!on die Artikel „Böhmen" n. Prag."
1) loun. XIII. ex. acl Ilolsnlaum a. 967 (?): Unäs apostolica anetoritats et
dt. kotri kriucipis Xpostolor. potsstate_annuimus et collauäainus atgus
meallowramus, guoä all eccleniani 88. Viti et ^Vsnceslai blartxrum Hat ssclsst-piscopllliz. . . perumta»ren non secunotunr n/tu« aut eecta« Lutzean/ae Aen-m uel Msziae, aut «tavonr'oas tmAuae; seck maA/s scguen« rnst/tuta etaecrara apootottca, unum xotrorunr totius eceteerae ack F>taertum etiFas r'naoe oM§ o/encum, takins trttens enuckrtum. (<7os?nae cbronie. lid. bei Vobnori-M. I. IV. p. 194.)
Masch, gottesdicnstl. Altcrthnm. d. Obotrit. Berl. 771. Gebhardt,MH. aller wcnd. slav. Staaten. Hal. 790. 2 Bde. 4.
«ljos'a «irchongeschichto. 7. Auslage. 23