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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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419
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176. Muhammed'S Lehre u. schnelle Verbreitung derselben. 419

die zweimalige lange und hartnäckige Belagerung von Ct. (669 76 und7,7-18) mißlang.

Ucker die schwer zu entwirrende Stellung des so gewaltig.zerstören-den gslam >m göttlichen Weltplane können wir nur annähernd undwibcnb Andeutungen geben. Ohne Zweifel war auch dieser Religion, wie allemKreßcu das die Vorsehung nach gchcininißvollcn Rathschlüffcn zuläßt, ihre eigen-itiuulich'c Stellung, ihre besondere Function in Mitte der Menschheit angewiesen.Me iMhauiuicd mit dem Kampfe gegen das Heidcnthnm begann, so sollte wohldir uiosleuiitischc Monotheismus für die bekehrten Götzendiener ein Ucber-lanasstadium z»m Christenthume werden. Und dies zumal auf dem Wege desstrengen Rationalismus, der die Muhammedaner wie die Jude» am ehestenund sichersten der christlichen Religion Zufuhren kann, nachdem sie eine gewisse^tnfe der Culmr und Gesittung erreicht haben. Dann wurde auch die Verbrei-tung und Herrschaft des Islam eine geistige Quarantaiuc, in welcher dieMer des Ostens, welche aus dem Punkte standen, die christliche Religion nurrcrßünunclt und verunstaltet zu überkommen, gegen das Contagium einer solchenCumiptidii abgcspcrrt, besserer Zeiten und des Wehens reinerer Lüste harren').Daß jene Gefahr wirklich vorhanden und dringend gewesen, das bezeugt nichtuur der Hang zum häretischen Sekteuwesen , der unter den orientalischen Christenjrnrr Zeit schon überwiegend war; cs bezeugt cs auch die vielfache sittliche Bcr-lmnienhcit nicht nur bei den extreme» Sekten der Pauliciancr und Bogomilcn,sondern bei den schismatischen Griechen überhaupt, gegen welche sich die Muham-medaner oft vortheilhast auszcichncn. - Mit größerer Bestimmtheit läßt sich'die Sendung, die der Islam in Bezug ans das christliche Abendland zuirfillcn hatte, Nachweisen. Als das Volk des Gesetzes dienten die Moslemin derhöhen, Sand als Werkzeug, um die Völker der Freiheit zu züchtigen,ihre Ausartung zugleich zu zügeln und zu bestrafen, sie, wenn sicja lethargische Trägheit zu versinken drohten, aufzurüttcln, ihre schlafenden Kräftez wecken. War das Werk vollbracht, dann zog der Zuchtmcister, der zürnendeand rächcrischc Geist sich zurück. Auch das Gebäude der Kirche ward in demErdbeben, mit welchen, die Ausgießung des Islam das südöstliche und südliche.Europa hciinsuchtc, stark erschüttert; cs sollte damals wie bei einer späten, Ge-legenheit offenbar werden, ob das Ganze Zusammenstürzen könne, oder ob dasalte Haus fest auf seinem Felsenfnndamcnte ruhend, wenn gleich ganze Flügel vondemselben losgerissen wurden, doch »ach der Erschütterung und in Folge derselbe»m >nn so fester und innerlich besser verbunden dastchen werde. Uebrigcns erfülltand beängstigt die Muhammedaner schon durch Jahrhunderte eine Weissagung'):,daß das os,iranische Reich durch die Christen zerstört werden soll."

Pr unfern Zweck ist noch von besonderer Bedeutung die Lage der Christenmer der Herrschaft Muhammed'S und der Kalifen. Obschon MuhammedAustum für einen bloßen Menschen erklärte, so bezeugte er doch gegen ihn»»d sein Evangelium die größte Hochachtung und war auch, wiewohl mitseinen Offenbarungen im Widerspruch, oft mild gegen die Christen. Auchdie Kalifen befolgten anfangs meist aus Politik den Grundsatz der Duldung,»nr wurden Juden und Christen zur Abgabe einer Kopfsteuer verpflichtet.Ja, es verfaßten christliche Lehrer dem Islam gegenüber mehrfach Ap ologiendes kirchlichen Glaubens, worin sie die Beziehung und Anwendung mehrererNellen des A. T. zu Gunsten des Islam als unstatthaft verwarfen ), und

>) Delling er, Muhammed'S Religion S. 140 ff.

Schon Imckov. T)ou,e»fo/tr erwähnt derselben in prvßoiis clsi Llaoms->M>, rtrenes 548.

3) In Deuteron. 33, 2.:Vom Sinai kam der Herr, vom Seir offenbarte" I>ch, und vom Pharan erschien er uns" sollte z. B. die Offenbarung durchMcs, du durch Christus (weil Seir ein Berg in Galiläa sei) u. durch Mu-tamnied bezeichnet sein, obschon der Berg Pharan allzufern von Hcdschaz undMia war, um mit Muhammed in Beziehung gebracht zu werden. S. Döl-

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