2. Zeitraum. 1, Periode. 1. Zeitabschnitt. Z. Ccipm-s.
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Daraus stammt auch dcr politische Grundsatz Muhammcd'ü: „manuicht zwei Religionen in einem Staate dulden." Deninosis,,Islam überall ein verflachtes Judcnthum ohne sühnende und stelle«,tretendeOpfer beibchielt, so enthält der Koran wirklich auch „ichizeiner Claffe von Geistlichen und Religionslchrern. Muhammcd und Atseine Nachfolger beteten selber vor und ermahnten die Gläubigen. Doch er-kannten sie bald die Nothwcudigkeit, Stellvertreter einznführeii; ab» M
die predigenden S ch eich's, noch die den Koran verlesenden Kliaifl'j
noch die bei den täglichen Gcbetzeitcn verlesenden I inanen, noch die MGebet rufenden Mnezzin' s und die mit der Bewachung dcr Moschccuflauftragtcn K a y i m' s haben den Charakter eines ordinirten Priesters Mihre Pflichten könnte auch jeder andere Moslem vollziehen. Selbst istUlema' s, deren höhere Grade die G esetz esgelchrten sind, könmmit dem christlichen Klerus nur in äußerer Beziehung verglichen werde«, stwie endlich auch die moslemischen Derwische nur eine ganz obcrjWHBetrachtung mit den christlichen zusammengestcllt hat.
Ganz consequent ist dann der Cultns leer und dürftig, scheu vor alt»Symbolischen und aller bildliche« Darstellung. Die bedeutungslosen Haq>>-feste der beiden Beiram's, das eine als Erinnerung au Abraham'« Opsti,das andere als Ende der Fasten, sowie dcr Fr ei tag, der h. WochemzdeS Islam, als Erinnerungsfest der Weltschöpfnng, keine Ruhe-, sontmrecht eigentlich und thatsächlich ein Arbc'tstag, sind am wenigsten gäh-net, ihm gleich den auf den Erlösungsthatsacheu deS Menschengeschlechtsruhenden christlichen Festen Schwung und Leben zu verleihen.
Indem nun der nach seiner vortheilhaftcn Seite freundliche und in simLebensweise höchst einfache, freigebige, wohlthätige und kühne, sonst ckiwollüstige, ja meuchelmördcrischc Verkünder dieser Religion mit glühend»Eifer das Schwert zückte sür«seine vorgeblichen Offenbarungen, und de«Theilnehmern am heil. Kampfe gegen die Ungläubigen ewigen Genuß rerWollust und aller Freuden des Morgenlandes in den Schattenlauden de«Paradieses verhieß; beförderten die unter den Christen bestehende» Spaltun-gen und die Unzufriedenheit der unterdrückten schismatischcn Parteien daNestorianer und Monophysiten (in Syrien, Aegypten) mit dem byzantini-schen Reiche das siegreiche Vordringen des Islam. Diese wurden dannzeitweilig aus politischen Rücksichten von der kühn aufstrebenden Herr-schaft begünstigt. Daher war, als Muhammed vermuthlich an Gift start(632), fast ganz Arabien dem Islam ergeben, und schon im Verlaustdes ersten Jahrhunderts seiner Entstehung eroberten die fanatisirten Ara-ber unter Muhammed's Nachfolgern, den Kalifen Abu Bell m!Omar I., Syrien und Palästina (bis 639). Sophronius, Patriarchvon Jerusalem (s. S. 303.), führte nach einer schmerzlichen CapitulatmOmar in die Anferstehungskirche (637), und klagte es den versaiimielmChristen: nun sei wahrhaftig der Gräuel an heil. Stätte erschienen, mwelchem Daniel geweißagt habe! Bald unterlagen auch Aegypten W640), Persien (651) unter Osman; denn die zerspaltene und erschlast»orientalische Kirche konnte nicht wie zu andern Zeiten einer regern und glau-bensvollern Lebensentwickelung einen gleichen kriegerischen Muth zur Mund Vertheidigung des Kreuzes entgegensetzen! Unter den Ommaijadenwsogar die ganze Nordküste Afrika's mit ihren einst so blühenden m-chAt (707), sodann auch Spanien unter die arabische Herrschaft;«