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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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178. Muhammcd's Lehre u. schnelle Verbreitung derselben. 417

alle Wandlungen und Schicksale der Menschen unabänderlich vorherhat. Bon der Erlösung »nd Rechtfertigung, der Gnade, ihren Wir-,Mw,,h den Heilsmittcln weiß der Islam fast nichts; desto beredter aber ist

in der Eschatologie, vas Paradies und die Hölle in grobsinnlicher Weise

«m>d. Am jüngsten Gerichte werden die Leiber aufcrstchcn, und alle->M gerichtet werden. Die Bosen müssen über eine Brücke wandeln, die so schmal-,4 als die Schärft eines Messers, und stürzen dann zur Hölle hinab, wo sie durchLener gequält werden, und für die durchgcbranute Haut immer eine neuentalle». Die Guten trinken im Paradiese, wo Milch und Honig fließt, Wasser,raS nie verdirbt. Weiber mit große» schwarzen Augen, die unbcflcckbar sind, diemieiidcu Huris, werden sic ergötze». Durch das Ganze zieht sich zugleich einestMifcndc Polemik gegen das christliche Dogma über Christus und die B il-itcrverchruug.

' z den ethischen Grundsätzen und Lehren weist der Koran fast nie auflantcrc innere Gesinnung und Heiligung hin, sondern verpflichtet meistmr zu äußeren Handlungen. Oben an stehen das fünfmalige täglicheMbct mit dem Blicke nach Mekka gewandt, der Weg zu Gott, das Fasten,VclibcS zur Wohnung Gottes begleitet, und das A l m o sc n g c b c n, welches4ic Thürs- zu Gott öffnet. Männer wie Frauen sollen wenigstens einmal inihm» Leben nach Mekka wallfahrten. Am verdienstvollsten ist Thcil-ghuic am Kampfe gegen die Ungläubigen. Die Tugend derKeuschheit bei Weibern nur in die eheliche Treue und Abwehrung dessen, was dieEifersucht des Mannes erregt, und bei den Männern in die Bewahrung vor Un-echt mit fremden, dem Manne nicht zugehörigen Weibern oder Sklavinnen setzend,^Mtct der Koran Vielweiberei bis zur Zahl vier, dabei aber noch dasMrccht an sämmtlichc Sklavinnen. Dem, welcher kein Vermögen besitzt, um freieWeiber zu Heimchen, wird gerathen, Sklavinnen zu nehmen. Ucbcrhaupt steht derWm iu seinen Ansichten über das Weib ungleich tiefer als das Hcidcnthum./ Dagegen wurde der Genuß der geistigen Getränke, wie des Weines, verboten.

Durch dieses dem arabischen Nationalcharakter ganz zusagende ReligionS-Wem, dessen Grundcharakter a u s schließ end e, bornirte Ein-fachheit im Glaub cn und D enken b«i R eich thum und Mannig-- faltigkeit im Leben und Genuß ist, mußten natürlich die Söhne der"De mehr ergriffen werden, als durch das Christenthum, welches strenge,Wiche Anforderungen schon an die Gesinnung stellt. Dennoch erschienmuicntlich die furchtbare Lehre von dem absoluten Rathschluffe Gottes undder unabänderlichen Vorherbestimmung aller Ereignisse und Schicksale VielenHe» frühzeitig höchst anstößig, und wurde von einer jener auffallendzahlreichen Sekten gemildert'), in welche auch dieses so dürftigeGlaubenssystem bald zerfiel. Aber als ein nicht zu milderndes Element ver-blieb den moslemischen Reichen die a b so l ut- d esp o tisch e Re g ierung s-form, während doch, wie die Hindn-Könige und die Kaiser von Chinazeigen, keineswegs der Genius der asiatischen Völker jene Staatsform noth-«endig erzeugt haD). Der Grund dieses moslemischen Despotismus aberliegt in der gänzlichen Jdentificirung der geistlichen und weltlichen Macht,Wch' letztere noch dazu eine aus Eroberung gegründete Militärherrschaft ist.

> - ll Ucbcr dftft mosftm. Sekte» u. härct. Parteien vgl. Dollingcr, Muham-z. s Aligion ,e. S. 79134. Ein ähnlicher Gegensatz wie zwischen denmm. u. Pclagiancrn findet sich auch im Islam: orthod.

«"Hanger des Kor ans, die Kadri's u. Dschabari'S. Die Erwar-"h, Mchdi hat etwas Analoges mit den chiliast. Träumereien. AuchMchc Sekten erzeugte der Islam besonders in den Sufi's, ähnlich den^^''thcistcn u. Quietisten vgl. Dollingcr S. 105 ff.

-0 Dollengcr Seite 38 ff.ü>t»g'S Sirchengeschichtc. 7. Auflage.

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