416 2. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 5. Capitel.
medanern genannt) trat er öffentlich (611) mit der feierlichen Erklären«auf: „Es ist Ein Gott, Muhammed sein Prophet." Wahrschein!lich erfüllte ihn gleich zu Anfang der eitle Gedanke: er werde von dl»Juden als der so sehnsüchtig erwartete Messias, und von mehreren chriß,lichen Sekten als der noch zu sendende Paraklet anerkannt werden. Os.schon sein Vetter, der junge Ali, für ihn auftrat und erklärte: er werde Alle»die Zähne ausschlagen, die Augen ausreißen, den Leib aufschneiden und dHFüße abhauen, welche sich erkühnen würden, dem Propheten Gottes z»widerstehen, so wurde er doch selbst von seinen Stammgenossen, denKorei-schiten verhöhnt, sogar mit dem Tode bedroht. Er floh darum von Mell«(15. Juli 622, Hedschra) nach Hatschreb (Medina al Nabi: Propheten-stadt), wo er Aufnahme fand. Von hier aus verbreitete er als Prophetund Fürst ein neues politisch-religiöses Gesetz, durch welches das bisher unke-deutende Volk angeregt wurde, eine der größten Rollen in der Weltgeschichtezu übernehmen. Bald eroberte er sogar Mekka (630) und machte die Kaaba,„die durch Abraham's und Jsmael's Gegenwart geheiligte Stätte," nachdemsie von allen Bildern gereinigt worden, zum Hauptrempel der neuen GotteS-verehrung.
Muhammcd's Religionslchre, angeblich Offenbarungen durch den Engel Ga-briel nach und nach ausgeschrieben und zum Koran (das zu Lesende) angmchscn'), ist eine eigcnthümliche Mischung von Parsismus, Judenthuni undChristenthum, doch nicht aus dem alten und neuen Testamente, sondern »er-herrschend aus apokryphisch-jiidischen oder christlichen Erzählungen«. Za. Elementen abgeleitet ). Hieraus bildere er folgendes zwar einfache, aber 1dürftige, von Hast und Verwünschungen gegen die Bekenner anderer Religio» 1strotzende System, den s. g. Islam (Hingebung an Gott). 1
Im Gegensatz zum heidnischen Polytheismus und der christlichen TrinitätSlchn 1sollen die Bekenner des Islam gleich Abraham, dem Urvater der Araber, nur dm 4Einen Gott anbcten: „cs ist kein Gott außer Gott" ist der Wahlsprnch Ides Koran. Er hat keinen Sohn, und der versprochene Paraklet ist Muhammed, zwas schon sein Name bekunde"). Abraham, Moses und Christus habe« zals Gesandte Gottes die göttliche Offenbarung theilwcise verkündet, die Vollendung 1und Reformation war aber Muhammed aufbewahrt. Den Thron Gottes m- 1schweben die vor den Menschen aus reinem Feuer (Lichte > gebildeten Engel,» sermüdet lobpreisend. Die vornehmsten Engel sind Gabriel (Engel der Olfen- -barungen), Michael (Beschützer der Jugend), Jsrafil (Ruscr, Verkünder dei lWeltgerichtes); auch einen Engel des Todes und Schutzengel verkündet der Km»; iEblis, der Satan, ist ein aus Hochmuth gefallener Engel, der die Menschen -verführt, aber über die Gläubigen keine Macht hat. Die Menschen hat W zaus Staub, einige weiß, andere schwarz, noch andere mittelfarbig geschaffen z« ;seinen Statthaltern auf Erden. Ihre Seele ist ein Theil des göttlichen Wcsentz >an ihrem Leibe sind sie nach dem Beispiele Jsmael's im 13ten Jahre zu beschnei- 1den. Alle Menschen stehen unter dem unbedingten Rathschlusse, durch de» s
1) Der Koran besteht auS 114 Suren (oupitrr), wovon jede „im Nenne»des Allbarmhcrzigcn, des Allgütigen" beginnt; jede derselben ist Müerin Ajat (ver8U8) abgcthcilt. Dem Inhalte nach zerfällt er in Jman lGlau-bcnslehre) und Din ,Sittenlchrc). Vgl. Weil, histor. krit. Einl. m de»Koran. Bielefeld 844.
2) Möhler, über das Verhältniß, in welchem nach dem Koran Christ»»!»Muhammed. u. das Evangelium zum Islam steht (gcsamm. Schriften Bd.I.s.348—402); Geiger, was hat Muham a. d. Judcnth. ausgenommen? B«833. s-Maier, christl. Bcstandthcile des Korans. (Frcib. Ztschr. für Thevl.
II. S. 34—97.) vgl. Große, Versuch einer Darst. der Christologie deS Wan.Gotha 840. — 3) Diese Behauptung war unwahr, da „Muhammed Mgleichbedeutend ist mit weltberühmt, nicht aber mit