§. 176. Muhammcd's Lehre u. schnelle Verbreitung derselben.
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SnMier, In vis ein Llnbsin. ^iiist. 732. 2 2'. beut, übers? v. Vetter lein.Keth. 602 ff. 2 Bdc. *Dölli»gcr, Muham. Zteligio» nach ihrer iiincrnEntwkcklung u. ihrem Einstich auf das Leben der Völker. RcgcnSb. 838.Desselben Sandb. der KG. Bd. I. Abth. 2. S. 245—336. Weil,Muham. der Prophet, sein Leben u. seine Lehre. Stuttg. 843.
Kaum gab es zu Anfang des 7tcn Jahrhunderts ein Land, welches durchgrelle Verschiedenheit seines klimatischen Bodens und durch schroffe Abstuf-ungen der Cultur seiner Bewohner sich so auffallend auszcichnete als Ara-bien. Die Ichthyophagen am persischen Meerbusen standen aus derniedrigsten Culturstnfe; gebildeter waren die Beduinen, wandernde HirteniinJnnerii des Landes, dabei froh, phantasiereich und voll lebendigen Gefühls.Die Städtebewohner hatten alle Formen des gesellschaftlichen Lebenszu hoher Vollkommenheit ausgebildet. In diesem geographisch fest abge-schlossenen Lande fanden alle Unterdrückte in Asien leicht einen Zufluchtsort;daher bestanden auch die verschiedenartigsten religiösen Ansichten und Ge-bräuche hier neben einander. Gleichwohl hatten diese gemischten Bewohnerein gemeinsames Heiligthum, die Kaaba zu Mekka, mit einem formlosen,von Alters her göttlich verehrten schwarzen Steine, welches ursprünglich nurEinem Gotte geweiht (nach der Sage zuerst von Abraham errichtet, von denAnialekiten erneuert), nach und nach mit 360 Götzenbildern umgeben ward.Unter diesem vorherrschenden Götzendienste, besonders dem Sabäismus, undmannigfachem Aberglauben hatte sich dennoch die Erinnerung an eineinonotheistischeUrreli g on erhalten '), welche nun durch die hier zahl-reich verbreiteten Juden und mehrere, freilich dürftig unterrichtete Christen»on Neuem angeregt wurde.
Durch solche Einflüsse wurde wohl auch Mnhammed (Preiswürdiger,Ersehnter) zu einer Reaction des ursprünglichen GotteSbewnßtseins gegenden Götzendienst angetrieben: dieses Beginnen wurde aber durch das vor-herrschend sinnliche Element seiner VolkSeigenthümlichkeit seltsam getrübt.Tr stammte aus einer Linie der angeblich von Ismael entsprungenenPriesterkaste der Koreischiten, welche mit der Aussicht über dasgemeinsame Heiligthum der Kaaba beauftragt war. Er wurde zu MekkaMV) geboren; sein Vater war ein Heide, seine Mutter eine Jüdin.Sein Aeußeres war majestätisch, seine Sitten ansprechend, aber seine heftigeGenmthsart nicht durch litterarische Bildung gemildert: er konnte wederlcsen noch schreiben. Seine Armuth führte ihn dem Handelsstande zu, ob-wohl sein Gemüth sichtbar zur Contcmplation hinneigte. Diese wurde aufseinen Handelsreisen in einem Kloster der nestorianischen Partei genährt, ohnedaß er das Christenthum hier gerade von einer vorthcilhaften Seite kennenlernte'). J„ seinem 40sten Jahre gab er Visionen vor, deren Inhalter zuerst im Kreise seiner Familie (Gemahlin Khadisah, Vetter Ali, Schwie-gervater Abubekr) mittheilte. Aber nach einem länger» einsamen Aufent-halte in einer Höhle (Höhle der göttlichen Rathschlüffe von später« Muham-
Da? Gebet, welches die alten Araber an Allah Taala, den höchstenhüteten, lautete: 6ultui tuo nis clsilo o Deus, sultui wo ins clecla. I7oi>a-«an ni« noeins, gnsm tu piossiäss. st nun. guiclijuicl illo xossictst.
eM,t das bekannte Spmbolnm: „Es ist kein'Gott, als der Eine Gott" fandbei den Arabern vor. s. Dvllinger KG. S. 250.
^ ttach Berichten des Paul, Diakonus, Zonaras (12. Jahrh.) u. a.