414 2. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 4. Capitel.
Vergleichung des fränkischen Reiches am Ende seines Lebens (-j- 2g.
814) mit dem Zustande desselben noch unmittelbar vor seinem Regierum«.antrittc? Auf einem goldenen Sessel in aufrechter Stellung sitzend da-Schwert und die Pilgertasche um die Lenden, in der Hand ein goldene«Evangclienbuch haltend, verkündete der große Carl noch im Tode die aroße«Gedanken seines Lebens.
/ ünf 1 rs C n p i t c l.
Die griechische Kirche.
tz. 175. Uebersicht.
Vgl. Fried, v. Schlegel, Philosophie der Geschichte. Bd. II. S. k9-ghAuf die Fluth der Völkerwanderung, welche die Kirche in der Heran-bildung und Begründung des hciligen-römischen-teutschen Reiches bewältigthat, stürmte gegen sie der Fanatismus des eroberungssüchtigen Islam, tz«erstand in demselben gleichsam noch einmal die Gewaltthätigkeit des römischenStaates, verbunden mit der düstern morgenländischen Gluth der Einbildungs-kraft statt des römischen Verstandes. Es war die vom Christenthum besiegtedämonische Macht, welche sich aus ihrer chaotischen Nacht gegen die ausglei-chende, stille Entwickelung des Christenthums noch einmal emporbäumte.Statt Kirche und Staat äußerlich zu scheiden und innerlich zu einigen, hat isie beide zur mechanischen Bindung zusammengezwängt, die geschichtlicheEinigung der alten Welt mit dem Christenthume durch den wüthendsten Haßgegen die Bildung der Vorzeit in torpidester Ignoranz gebrochen, und sogardas Gebot der Rache, die Sehnsucht der Wollust, den Willen des Hochmuts«und die Lehre und Uebung des Despotismus geheiligt. So in der inner«geistigen Stimmung von der germanischen Völkerwanderung entschieden ab-weichend un?»dem Christenthum principiell und unversöhnlch widerstrebend,konnke die arabischeVölkerwanderung nicht wie jene einen Aufbauund eine Verjüngung der Welt Hervorbringen, sondern durch das dem Isla«inhärirende bessere Element höchstens wilde Horden bezähme» und bis zueinem gewissen Grade veredeln, vorherrschend aber nach der erschöpfendstenUeberreizung nur Zerstörung und Abspannung erzeugen.
Wenn je, so bedurfte die Kirche gerade damals im Oriente solchem Tobengegenüber eines entschiedenen HervortretenS des dem Christenthume inwoh-nendcn praktischen und thairräftigen Elementes. Dieses aber fehlte der uior-genländischen in so zahlreiche Sekten zer sp altenen Kirche jenerZeit mehr als jemals. In sich selbst versinkend, verfiel sie allmälig de«spekulativen Auswuchern mit allen kleinlichen, spitzfindigen und sub-tilen Fragen, wodurch das lebendige Christenthum um so schneller verdräng!wurde, als die griechischen Kaiser noch durch ihr Dogmatisiren und ihreGlaubenstyrannei meist ganz willkürlich die Bischofssitze besetzten,unddabei oft gerade die würdigsten Hirten verdrängten. Dieses in Aeußerlichkeitersterbende Christenthum konnte dem mit jugendlicher Kraft um sich greifen-den Religicnssysteme des Muh ammedanismus, welcher noch dazugroße materielle Kraft zu seinem Dienste ansprach und darüber verfugstweder geistig imponiren noch einen erfolgreichen materiellen Widerstand leisten.
§. 176. Muhammed'ö Lehre und schnelle Verbreitung derselben.
Xlcvranl tsxtns univsrsus arali. st lat. eü. ll/arracE. ?at. 698 l. I-ips.Kl.deutsch v. Boyscn. Hal. 773. v. Wahl. Hal. 828. v. Ullmann. Cre- ^fcld 841. (sasc. XIV.>, annales Lluslsmici s-rab. et lat. es.