412 2. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 4. Capitel.
seinen CaPitularien, mit denen für seinen großen Staat eine neue Ge-setzgebung beginnt. Es leuchtet in denselben die Ueberzeugung durch daßkeine Gesetzgebung ohne Religion die nöthige Autorität habe, und ihre Zwchverwirklichen könne. Spricht nicht dafür auch, daß Carl mit demselbenEifer, mit welchem er gegen die entferntesten Völker hartnäckige Krimführte, auch Stiftungen für die Kirche gründete, sich während der Tafel anden vorgelcsenen Homilien der Kirchenväter erfreute'), und an den thevlvqi-schen Streitfragen seiner Zeit, besonders über die Bilder, den lebhafte-sten Antheil nahm? Ein oft von ihm ausgesprochener frommer Wunsch wanzwölf Männer wie Augustinus zu haben; worauf Alcuin erwiedertr„Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, habe sich mit einem einzigenbegnügt." Durch die glänzende Bethätigung seiner Vorliebe für die Wissen-schaft und Begründung mannigfacher Bildungsänstalten mit Hilfe der her-beigerufenen Gelehrten zeigte er sich weit über sein Zeitalter erhaben. isserschien als ein Fürst, dem das Ziel seines Berufes: Vermehrung der In-telligenz und Förderung wahrer, auf Religion gestützter Civilisatwu klarvor der Seele stand. In dieser Anschauungsweise findet auch seine Ehrfurch!gegen das Oberhaupt der Kirche den Erklärungsgrund, und andererseits er-kannte das Volk in der ihm vom Papste verliehenen römischen Kaiser-würde seine Gewalt über das große Reich als von Gott verliehen und ge-heiligt. Aber obschon Carl die Nothwendigkeit einer innigen Verbindungund gegenseitigen Unterstützung des Staates und der Kirche unzweideutiganerkannte, und sich auch sorgfältig wahrte, der kirchlichen Ordnung irgend-wie zu nahe zu treten (s. S. 401.), so entging ihm doch auch das Bedürfniseiner möglichst genauen Grenzbestimmung der Befugnisse beiderGewalten nicht'). Zur Befestigung der königlichen Gewalt, die ohnr-
tensant et Lrmitsr oustocliant, soientes praeoeptumguoä multis melius ncmw-lum vovers, guam post votum non rerblere. Laos«, eonrtteL etprärcessustitimtaeiant populis, miserioorrliam in pauperes, pro pecnnia non mutentas Mate»,per oäia non äamnent innooentes. lila apostolica semper in > oräe lenonutw,-pure asunt: Omnes nos Stare oportet ante trr'bnnat t.7»'r«0', ui. reeipiat MM-guisguv prout xsssit, sivs bonum, sivs malum. (^uoä Dominus ipss ait^ I»g«o /«Ä/er'o MÄreabitt«, Mctteaörtnr cte vobrX i. e. miseriec-rckiter nzltv, «twi-sei-ieoiäiam rscipiatis a Den. tVttr/t oocuttum, iprort non §er'atar> nezne vMr-tum, gr«oä non rene/etar,' et pro ouurr ottoeo verüo r-eckckim«« ratrone« i»ck'e Mkt/err. tjuanto magis taoiamus oinnes oum ailsutorio, nt oum Leo Mmpossiwus in oinnibus operilnis nostris et post Imno vitam prasseuwm gM-cltzre mersamus oum Lanotis Dei in usternuin.
Drevis est ista vitrr et inosrtum est teinpus mortis; (priä aliucl sZsullupsst, nisi nt semper parati sinrus. Lotzlremus, guaw tvrrü'ile est inciilere inmrrnum Dei. Lum oonksssione st poenitentiu et slssmosxnis misoricors es!Dominus et olemens: si viclsrit uos ex toto ,-orcle acl se convertere, s!ati°>miserebitur nostri. — — (Dert§. 1. III. pa§. 101—103). Die ganz iiiwrmUDictron und Construction ist verbessert^
1) Inter coenanäum, sagt Eginhard, äeleotabaiur et libris 8t. rtaxusbuhpraecipus bis, cpri cke ctnitate Let prastitulati sunt.
2) Vgl. capitul. I. InterroZanäi sunt, in guibus rebus vs! lvcis scclesim-tiei laicis aut laici ee< lesiastiois Ministerium suum impsüiunt. In boc lococlisoutienclum est atgus intervenienäum, in guanrum so Dpiseoxus aut 4bimrebus saeoularibus clebeat inserere, vel in cpmntum Lomes vsl alter la>min ecelssiastioa nexotia. Die interroZauolum est acutissime, guirl sit Wa^.postolus ait: Ilsmo militans Deo implicat se nexotiis saecularibus >2 Da>.2 , 4 .) vel ack guos ssrmo iste pertinent. (Lotus, ss'. I. p. 328.)