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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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409
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§. 173. Erste Häresien; Adclbert, Clemens; d. Adoptianismus. 409

- Christus nach seiner göttliche» Natur wahrer Sohn Gottes lvoi tlliusnituras sonore), nach der menschlichen aber nur Adoptivsohn sei svolun-»w bcncnlaeito, grnti-i, xusoextiono); seiner Gottheit nach sei er wesentlichMl seiner Menschheit nach werde er nur »»eigentlich, metonymisch Gott ge-ninni wie auch Menschen Sölme Gottes heißen. Darin war die ncstorianischeTremmna beider Naturen und Leugnung der hypostatischcn Einigung aufs be-«innntestc ausgesprochen, das Mysterium der Jncarnation gänzlich verletzt.

stur Bcrcheidigung dieser Theorie beriefen sich Elipandus und Felir ans alterelkucßiische Kirchenväter, Hilarius, Marius Mcrcator, besonders Isidor vonSevilla und die mozaiabische Liturgie'), in welchen der Ausdruckailciptm vorkämc. Allein i» allen angezogcncn Stellen, wo aäoptio von Christusäebraucht ist, hat dieses den activcu Sinn von suucsxtio, »ssumptiv sOIirislnüM iulopnivit i ninem s. Inimiukm), nicht aber den passiven, wie die AdoptianereS mißdeuteten: Obrismu Linnnclum bmninom a llatro acloptatus 68t. In derin,icrn Begründung bediente sich namentlich Felix meistens der Beweisgründe desMorins: Vom Wohnen des göttliche» Logos in dem angenommenen Menschenwie in einem Tempel; da Christus den Menschen in Allem gleich war, die Sündeausgenommen, so mußte er auch wie die Gläubigen zu Kindern Gottes an- undausgenommen werden, was durch die Erklärung des himmlischen Vatersbei der Taufe im Jordan geschehen sei; wie Menschen bisweilen einen leib-lichen und einen Adoptivvater haben können, so ist der Mensch Christus seinerleiblichen Abkunft nach Sohn David' s, durch Adoption oder durch die Gnadeaber Sohn Gottes.

Da besonders Elipandus diese Lehre mit seinem hierarchischen Ansehenzu verbreiten strebte, die kirchliche Lehre dagegen zur Häresie stempelte, wareine doppelte Veranlassung zur Bekämpfung gegeben. Zuerst erhoben sichder Priester Beatus zu Astorga und EtheriuS, B. von Osma, undwiderlegten den Jrrthum in einer ausführlichen Schrift,(785). In derselbenbewiesen sie, auf die auto r itati ve Lehre der Kirche von der hypostatischenBereinigung beider Naturen in Christo fußend, daß Christus auch seinerMenschheit nach wahrer Sohn Gottes sei, daß ihre Gegner durch Trennungbeider Naturen auch zwei Christus aufstellten , und mithin eine vierte Per-son in die Gottheit einführtcn. Als auch P. Hadrian I. hievon Kunde er-hielt, warnte er meinem Schreiben (785?) die spanischen Bischöfe vor derLästerung" des Elipandus; und da das Bisthum Urgel inderspanischenMark zur Metropole Narbonne im fränkischen Reiche gehörte, ließ KönigCarl diese Streitfrage auf einer Synode zu Regens bürg (792) unter-suchen. Diese verdammte den Adoptianismus, worauf der anwesende Felirwie auch vor dem Papste Hadrian zu Rom mündlich und schriftlich, sogarin Eidesform widerrief. Als er sich aber nach Spanien, auf das saracenischeGebiet zurückgezogen, erneuerte er seine frühere Behauptung mit Anklagengegen seine Bestreiter.

Inzwischen war Alcuin aus England inS fränkische Reich zurückgckchrt.Auf Carl's Veranlassung verfaßte er eine Abhandlung über den AdoptianiS-umS süb. rxlv. Imoresim kolicis), worin er diesen Jrrthum klar aufdeckte

l) L'gMk.(Lbristus) Duigouitno unten, vooutur soouinlum llivini-lutis oxcollolltüim, guia sins trutridus; krimogonitns socuuclum suseeptionemuowivis, io guu per uckoptionem grutiue t'rutrsn lluboro clignums 68t, clo guibus« primogenitüs," lßtxmologg. VII, 2. Aus der mozarab. Liturgie hob manbervor: tzui per acko^tror /rourr'»»'« clum 8uo non inäulsit corpori,

uoetro üewuin pexoreit. In miss» c>6 uscens. Domini:Ilollio Lulvutoiumer per aäoxttonom can-tts sellem ropotit Dmtutin." In mi88u clotunc-Mw:Huos keeinti ucloytionis purticipes, gubous lluorollitutin tuuo sssocousortes." Vgl. Diturziu LkoLUrub. 6(1, J/es:. Dost«. Rom. 755- 4.