408 2. Zeitraum. 1. Periode. 1. Zeitabschnitt. 4. Capitel.
facius predigte gegen ihn, veranlaßte eine Synode erst zu Soissonsdann zu Rom (745), und bewirkte endlich seine Verhaftung zu Fulda. Hj!einem andern Widersacher, dem irländischen Bischof Clemens, mit El-chen, sich jene Synode zugleich beschäftigte, zeigte sich eine größere Beso»-nenheit. Ihm war die Kirche, wie sie damals im alttestamcntlich-theokrati.schen Principe erschien und wirkte, anstößig. Indem er gegen die Kaum«der Concilien und Schriften der Kirchenväter als Glanbcnsnvrm Protestsentfernte er sich schon weit von dem Wesen der kathol. Kirche; „och Maber in der Auffassung und Darstellung einzelner Dogmen, wie z. B.der P rädesti nativ n s l eh re. Auch behauptete er: als Christas z«den Todten hinabgestiegen sei, habe er Alle, welche die Hölle beschloß, erlist,die Gläubigen und Ungläubigen , sogar Götzendiener. Auch den Cölibaiverwarf er, und glaubte darum Bischof bleiben zu können '), obschon er zweiSöhne im Ehebrüche gezeugt hatte.
Von ungleich größerer Wichtigkeit war der AdoptianismuS. Er isteine Nachwirkung des christologischcn Streites bei den Griechen, wo Nest»,rius für die Integrität der beiden Naturen in Christus streitend deren strengeSonderung, ohne hypostatische Vereinigung behauptet hatte (s. S. 283 ff),und zugleich ein neuer Versuch, die kirchliche Lehre von zwei Naturen,«Einer Person rationalistisch zu deuten, um selbe dem Verstände annehmbarerzu machen. Den ersten Spuren einer solchen Deutung begegnen wir, woferndie Nachrichten ganz begründet sind, schon im 6ten Jahrh. in Spanien. Aberichtet nämlich Isidor von Sevilla (ff 637) vom B. Justinian vonValencia (535), daß er gegen Anhänger des Bonosus (s. S. 354.) geschrie-ben habe, welche Christum nur für einen Adoptiv-, nicht für einen wahre»(proprium) Sohn Gottes hielten. Diese Irrlehre wucherte fort, so daß ba-ll Ite Concil zu Tolcd r (675) selbe durch die Erklärung: „Die etism stlmsDe! naknra est lil>u8. von scloptione" verpönte und beseitigte. Gleichwohltauchte dieselbe 100 Jahre später nochmals auf zur Zeit, als die spanisch!Kirche unter dem saracenischen Joche schmachtete. Die Absicht, daS Myste-rium der Inkarnation den Muhamedanern weniger anstößig zu machen, sollden erneuerten Versuch dieser rationalistischen Deutung begünstigt haben, beiauch Beifall und eine weite Verbreitung fand. Sogar zwei Bischöfe, Eli-pandus, EB. von Toledo, ein hochmüthiger und leidenschaftlicher GwS,und Felix, B. von Urgel, ein jüngerer, wissenschaftlich und namentlichdialektisch gebildeter Mann wurden ihre vorzüglichsten Vcrtheidiger.
Der crstcrc behauptete wohl seine Irrlehre zuerst einem gewissen Migcnnogegenüber, der in sabcllianischcr Weise zwischen dem ),!>'/->; und u-e; unta-schiedcn zu haben scheint. Sohn Gottes sei der Logos erst durch die Jncarnatmgeworden; in der Menschheit nämlich habe er erst Persönlichkeit, und sei inChristus die Person bildende Kraft gewesen. Im Gegensätze hievon erliämElipandus: der Logos an sich sei im eigentlichen Sinne stiius Lei, aber dieMenschheit in Christo werde nur uncigcntlich so genannt. Felir dagegenbildete seine ncstorianischc Ansicht bei Bekämpfung des Muhaincdanismsaus, weil diese dem Begriffe der Muhamedaner von einem göttlichen Prophetennäher lag. In diesem Standpunkte befangen hatte er die Theorie des EB. A,-pandus, welche dieser ihm zur Begutachtung verlegte (783), ohne Anstand gobilligt. Nach dieser Verst ändigung traten beide offener mit der Lehre hervon
1) ep. acl 2acbarianr bei 135. (max. bibl 7. XIII
P- 126 8g), bei IVürcktwe/»,. ep. 67. Vgl. /lawcktt'n. ll. III. P. IM ^Mansr. 1. XII. p. 373 8g. äVatak. ^.kew. I>. e. 8sec. VIII. c. II. art. 2. Walch,Kcßcrhist. Th. X. S. 3-65.