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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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400
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400 2. Zeitraum. 1. Periode, 1. Zeitabschnitt. 3. Capitel.

ro»niu b. Mrnsr. XIV. zi. 313 sg. b. Äcr»^/isrin. V. I. x, M.viac. Assi» eprsevpor. Lleteun. lDeo-ks. r. II. p. 267 sg.) sGii,,,,

die kanonische Lebensweise d. Geistlichen. Rcgcnsb. 851.

Die hier beschriebene Rohheit und äußerliche Richtung des Volkslebensverlangte einen tüchtigen, wie intcllcctuell gebildeten, so mit Glaubenskrafterfüllten Klerus, damit er die Masse allmälig durchdringe. Die Bestreb»gen, einen solchen heranzubilden, gingen zuerst von Gregor d. Gr.mswelcher seinen väterlichen Palast in ein Kloster verwandelte. Es war büßzugleich ein Seminar, wo Jünglinge und Männer, die im Dienste der Kirchibereits alt geworden waren, sich versammelten, ein gemeinschaftliches keil«abwechselnd in wissenschaftlichen Bestrebungen und religiösen UebuiM füh-rend. Von hier waren unter andern Augustinus und Mellitus, di,Apostel Britanniens, hervorgegangen, welche auf diesem Eilande ähnlich!Anstalten gründeten. Diese verbreiteten zunächst in England Wissenschaftund Frömmigkeitund verpflanzten in der Folge diesen Segen axchansden Continent. Hier waren zuerst in Spanien auf Veranlassung frommBischöfe und mehrerer Synodalbeschlüssc bereits im 6ten Jahrh. mehrentreffliche geistliche Seminare entstanden: in Frankreich und Deutschlandwurden sie durch englische Missionäre errichtet; keiner aber hat hiefür so vielgewirkt als Bonifacius. Der Biograph des h. Solus (um Wpreist das Collegium des h. Bonifacius glücklich, weil aus ihm die Leucht!»der Bischöfe, Priester und Diakone hervorgegangen!

Diese Bemühungen zur Bildung des Klerus wurden mehrfach gefördertund unterstützt durch Chrodegang von Metz (um 760). Um der Geist-lichkeit für Wissenschaft und Wandel eine höhere Weihe einzuflößen, »er-sammelte er sie nach dem Vorbilde des h. Augustinus und der VerordMgder 4ten Synode von Toledo um seine bischöfliche Kirche zu einem durcheine heil. Regel geordneten kanonischen Leben. Die darnach tl uinnm,benannten Geistlichen standen unter unmittelbarer Aufsicht des Bischest,absolvirten die kanonischen Betstunden, beschäftigten sich mit Wissenschaft!»,aßen und schliefen gemeinschaftlich. Der Bischof sorgte meist allein fiir de«Unterhalt. Mit auffallender Schnelligkeit kam dieses Institut in Frankreich,Deutschland und in Italien in Ausnahme; nicht blos bei den Domkirche»,sondern auch bei größeren Pfarrkirchen, wodurch die Collegiatstiftecnt-standen.

Ungeachtet dieser Bestrebungen blieb der Klerus vielfach in der Rohheitder damaligen Zeit verstrickt. Statt sich allein dem erhabenen seelsorg-lichen Berufe zu widmen, fanden Bischöfe und niedere Geistliche vielfachGefallen an Waffenübungen, dem Kriege, der Jagd, wie Theilnastman unanständigen Schauspielen u. a., wogegen wiederholt laute Klagen er-hoben und Verbote gegeben werden mußten. Auch die den älteren Kanone«widersprechenden orckirmtionos obsoliitrro führten viele beklagenswertste Er-scheinungen herbei. Ein großer Theil der Geistlichen stand auch auf eine«sehr niedernGrade der Bildung, so daß man oft wenigstens die An-forderung stellte: daß sie das apostolische Symbolum, das Vaterunsern««die bei Ausspcndung der Sacramente üblichen Formen müßten auswendig

1) Aus der groß. Anzahl herrlicher Klöster rühmt Leck« Venarab., bist. ooclss. Xi!>;I»l'. lib. III. c. 2. besonders das zu Bangor, welches zu Anfang «es7. Jahrh. über 1200 Mönche gezählt habe.