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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 167. Das religiöse Leben.

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denselben nicht abwcndcn konnte, jene selbst vornahm und nach dem Vor-qange deS heil. Petrus (Apg. 1, 24) mit ihrer Lehre vom Bittgebete,n Verbindung brachte und ausführte. Als die Zulässigkeit derselben sogarin 'die Nechtsverfassung Carl's d. Gr. überging, war die gänzliche Ab-schaffung vielfach erschwert und gelang erst in späterer Zeit*).

188. Die Geistlichkeit; das kanon. Leben derselben; die Mönche.rViomad'N'n! vot. st uova scsi. «lisc. ?. I. üb. III. c. 29. s-August.

Thein er, Gcsch. d. gcistl. Bildungsanstalt. S. 2049. I7/rrocksAa,tAi

«z Solche Ordalc (Gottesurthcile v. Alldeutschen »r groß n. ekele od. ckoekeThal, Anthcil, Urthcil« findet man bei viele» Völkern; bei den alten Griechenu,«d Römern, in China, Japan, Ostindien, besonders bei den Germanen, vondenen staut. Osrm.m. e. 10 berichtet: auspioia sortssguo ut gut mnximo obssr-Et sie. Und ihre Anhänglichkeit daran erschien fast »nvertilgbar, weshalb derLombard. König Luitprand erklärte: Iiusrti sumus äs sustieio I)si, et multosMlllvivius psn pUHnnm sius sustiiia eausam sunm verliere; «sek ^razi/e?- con-enetittiwe»! Aentk« noskras ke.ySM km^kau? nktaie non ^,o««A,na«. Diese Got-iksnrthcilc beruhten nach ihrer bessern Seite auf dein Glauben an eine sittlicheWcltordnung wie auf der Ncbcrzeugung, daß die Gottheit selbst in zweifelhaftenFällen als Zeuge für Recht und Unschuld sich offenbare. Und je lebendiger derGlaube an Gott und seine Allgegcnwart bei Einzelnen und ganzen Völkern ist,desto näher liegt die Berufung auf die unmittelbare Entscheidung Gottes,wo die Wahrheit anderweitig nicht erwiesen werden kann. Doch lag das Ber-ührte darin neben mannigfachem Aberglauben besonders noch in der ver-messenen Provocation od. Versuchung Gottes, nach dem Wille» derMenschen sich zu offenbaren und zu entscheiden.

Die Germanen konnten in ihrem heidnischen Wahne leicht noch bestärkt werden:ls durch Stellen der hl Schriften A. u. N. T., nach denen Gott ja öfterin wichtigen Fällen sein Urthcil sofort zu erkennen gegeben, Beifall oder Miß-fallen, Lohn oder Strafe crthcilt hat: beim Opfer Abcl's u. Kain's Genes,t, 4; bei der Snndslnth Genes, s. 7.; bei Sodoma's Untergang Genes,e.. , bei dem plötzlichen Strafgerichte über Kore, Dathan u. AbironNumeri 18, 1 ff. und über Ananias u. Saphira Apg. 5, 1., odernach denen die Entscheidung Gottes gefordert «erbeten) wird; so in derBorschrist über die Anwendung des s. g. Wassers der Eifersucht Num. 5,12-Zl. u. bei der Wahl des den Judas substituircndcn 12ten ApostelsÜhg. 1, 1826. u. a. St.; 2) durch die jetzt wieder hcrvorgctretenc größereffiille von Wundern bei der Verkündigung und Befestigung des Christcnthumsin der zerstörenden Völkerwanderung. Aber dort wie hier gab Gott seine Entscheidungnnb seine Macht nicht kund nach dem Willen der Menschen, sondern nach sei-nem weisen Willen oder in Folge der Erhörung des Gebetes der zuIhm Flehenden. Und in dieser Weise hat die Kirche nach der obigen Andeutungzeitweilig dieOrdalcn tolcrirt, da dieselben trotz der abmahncndcn mißbilligen-den Stimmen P. Gregor's d. Gr., Nicolaus I, des EB. Agobard v. Lyon, Wob. Bcrcelli, vieler Synoden nicht sofort-beseitigt werden konnten, dieselben sogarm emein stank. Opitulars v. I. 809 empfohlen wurden: ut omuss suäicio Itsiereaant absqus äuditatious (TkakreL. st'. I. p. 332). Die tolcrirten Formendieser Gottcsurtheile bestanden: im Loose, in der kalten oder heißen Wasscrprcbe,der Kreuzprobe, dein Ucbcrschrcitcn glühender Pflugschaaren mit entblößten Füßenoder dem Tragen glühenden Eisens in den Händen; dem geweihten Bissen, derrldendmahlsprobc, dem Bahrgerichtc u. A. Vgl. äre FVssne Glossarium s. v.tvrs duiotorum, compiones sts. Gegen den Zweikampf als Gottcsurtheilkliert u. A. Pie Synode von Valcnce v. I. 855. o. 12.: iniguissima ae ästss-» z s""^Müo guarunäam sasoularium IsZum. Die Vorschriften deruche über zulässige Forme» im: vräo äitluslor probandi bomiuss cts crlminsnspeetvs per iZuitos vomsrss, cauäsus Isrrum, agusm fsrvoutem s. Irixiclamm auscäotorum st'. II. xaZ. 2. u. Man«», st. XVIII. p. 353.

MRechtfertigung derselben durch Hinkmar v. Rheims in sn. oxx. st. II.x.676.