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2. Zeitraum. 1. Periode, l. Zeitabschnitt. 3. Capitcl.
Viho, Hadumar, welche die Missionäre und Apostel einzelner Böller w„r-den, sowie die berühmten Aebte und Mönche Gregor von Utrecht, Stumvon Fulda, Beda der Ehrwürdige u. m. a., welche in ihren Klöstern Männervon ausgezeichneter Frömmigkeit heranbildeten, durch die ein tieferes reli.giöscs Leben in weiten Kreisen verbreitet wurde. Diesen Idealen gegenüberfinden wir ein Extrem von Sittenlosigkeit, von den Königen, besonders de»Merowingern im fränkischen Reiche, bis in die untersten Schichten herubiGregor von Tours hat davon ein grauenvolles Bild entworfen').Zwischen beiden Extremen bewegt sich das gewöhnliche Volksleben der Ger-manen, als deren Jünglingsalter voll inner» Dranges nach Waffenthate»und stark hinneigend zu den fröhlichen heidnischen Göttcrfesten und Götze»,bildern, wie hartnäckig beharrend an den heidnischen Unarten, zauberischerWeißagung, Todtenbeschwörung u. A. Nur dem Einflüsse der Kirche,welche allen Bildungsstufen und großen Ereignissen ihre Weihe erstellte,und wie ihr Stifter allgegenwärtig, lehrend, weihend und regierend wirkte,ist es zuzuschreiben, daß in jener Zeit der plötzlichen Mischung eines natm-kräftigen Volkes mit einer verderbten Civilisation diesem der Sinn für dasHöhere bewahrt wurde.
Bei diesem noch ganz nach außen gerichteten Sinne, der erst durch das Chrl-stcnthum gebildet und mehr und mehr nach innen gewendet werden mußte, kom-ten diesen Völkern freilich zunächst nur die allgemeinsten Lehren des Evange-liums von Gott, Unsterblichkeit der Seele, ewiger Seligkeit«ndHöllen strafe verkündet werden; der eigentlicheKern des ChristenthmSvon der Gerechtigkeit in Christo, von der Gnade nach ihrer Liefern Beden-tung blieb ihnen in der Allgemeinheit noch unzugänglich. Diesem nach ach»und auf das Irdische gerichteten Streben ist auch das Verlangen zuzuschrei-ben , das Oberhaupt der Kirche und die Bischöfe den weltlichen Fürste»gleichgestellt zu sehen, und dazu mit freudiger Aufopferung beizutragen ). Zadie Kirche mußte sich nicht nur zu den Bedürfnissen dieser rohen Völker herab-lassen, sondern oft auch ihre tief eingewurzelten heidnischen Vorurtheile mitgroßer Langmuth ertragen, wollte sie die Erziehung dieser Völker nicht auf-geben. Daraus ist es zu erklären, daß die Orakel und heidnischen GotteS-urtheile (Ordale), ungeachtet der vielen nachdrücklich abmahncude»Stimmen, nicht alsbald abgeschafft werden konnten. Unter diesen Umstände»beseitigte die Kirche zunächst die lebensgefährlichen Ordale, suchtedann, wo immer zulässig, den Eid zu substituiren, der in ernster,feier-licher Weise mit s. g. Eideshelfern (eonstirutorss, Mitschwörendcn ansden Anverwandten) in der Kirche abgenommen werden sollte"), und wo ste
1) Loebell, Gregor v. Tours u. seine Zeit. Lpz. 839. Lines, so Kroxmlluron. vita ot soriptis. Vr-rijül. 848.
2) Charakteristisch für diese Denkungsart ist, daß noch im 12. Jahrh. da
span. Priester Bernhard als Missionär von den Pommern wegen seines am-lichcn Acußern verhöhnt wurde, da der Herr der Welt ja doch keinen Bettler j»seinem Gesandten erwählen würde. Daher sagt Joh. v. Müller ganz richtig)„Barbaren haben für innere Würde keinen Sinn, ihre Lehrer mußten groß MBischöfe, oder wunderbar wie Einsiedler sein." (Schwcizcrgesch. Stuttg. 832. ui16. Th. I. S. 138.) Bgl. ob. S. 389. Note 1. zu Ende. ...
3) Omas saarnEMum i» scelssia surstur befiehlt ein oapitulare V.o-"sc. 14. Ucber die s. g. Ei dH elfer als Beweismittel für den Angeklagten t-Lar^fierm. couc. Kerm. 1. I. p. 366.