§. 167. Das religiöse Leben.
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DaS hier zwischen Papst und Kaiser entstandene Verhältniß war keinsnbordinirtcs, sondern ein coordinirtes. Denn der vom Kaiser demsichtbarenOberhaupte der Christenheit geleistete Eid der Hulde (listslitas),war kein Vasallen- oder Lehenseid, sondern nur ein Eid persönlicher Ergeben-heit und Ehrerbietung. Aber auch der Papst war keineswegs Vasall desKaisers geworden; denn wie sich im Verlauf des 8ten Jahrh. die Souve-ränität des Papstes über Rom und den Kirchenstaat ausgebildet hatte, ver-blieb dieselbe dem Papste auch nach der Krönung Carl's d. Gr. Nur inso-fern der Papst Carln die höchste weltliche Macht ertheilt hatte, mußte er alsSouverän des Kirchenstaates gleich den übrigen Fürsten die kaiser-liche Oberhoheit über diesen anerkennen. Ja es stand dem Kaiser, da eraußer der übernommenen sstvocutis scclssias auch noch Patricius von Rom,Schirmvogt der römischen Kirche war, selbst die Ausübung von Jurisdic-tionSrcchtcn in Rom zu. Doch wurden bald aus Anlaß von Streitigkeitennoch genauere Bestimmungen erforderlich.
Damm in diesem christlichen Doppelreiche Papst und Kaisergemeinschaftlich die christlichen Völker in ihren Bedürfnissen nach Seele undLeib leiten und durch gegenseitige Unterstützung fördern sollten *), — so wares ganz natürlich, daß beide nur aufGrund gegenseitiger Aner-kennung ihre Aemter übernahmen. Der Papst, welcher Carl d. Gr. diekaiserliche Würde ertheilt und seine universale Herrschaft in den Augen derchristlichen Völker sanctionirt hatte, behielt für die Zukunft daS Recht derKaiserkrönung, wogegen der Kaiser schon nach der Analogie frühererVerhältnisse (s. S. 315), wie nach der Natur dieses Bundes beanspruchte,die Wahl des Oberhauptes der kirchlichen Hierarchie anzuerkennen.
Drittes C n p i t c l.
Das religiös sittliche Leben, der Kleruö, die Disciplin.
rOzanam, die Begründung d. Christenthums in Tcutscht. u. die sittliche u.
geistige Erziehung d. Germanen a. d. Franz. Münch. 845.
K. 167. Das religiöse Leben.
Die Höhepunkte des christlichen Lebens bilden sene Reihen felsenfesterMänner: Patricius, Columba, Augustinus, Columban, Gallus, Severinus,Kilian, Emmeram, Ruprecht, Corbinian, Bonifacius, Ludgerus, Willihald,
servansta est eum mansnslnstins bumilitas, nt liest vix ksrenstnm ab illa sanetaseäeiwponatursuZiim. t'srainus st pia stsvotions tolsremus. (Lairts. 3. I. p. 255.)
Den Ausdruck dafür gibt der etwas spätere Ausspruch des Concils zu Pa-us v. Z. 829. capitular. lib. V. eap. 319: krineipalitsr itagusst.Osi soelssiascorpns iu äuas eximias psrsouas: in saesrstotalem vistslieet st reZalsm, sieut aW. katrüms trastitum aeespimns, stivimim ssss novimus. Os gua rs Kescrsrrt«,ki>ni.8ostis veusrab.Lpi8eopn8, ast ^nastasium Impsrat. ita seribit: stuas suntWippe iwpsratriess augustas, gnibus principalitsr inunstus Iriv rszitnr: ««ctorr-M saerata st rsAair« in guibns tants Zravius ponstus 68t
darerstotuw. guanto stiam pro ipsis Legibus bominuin in stiviuo rscläituri sunt^UW iationsw l7/archtr,?. 3. II. p.893. 37cr»si. 1. VIII. p. 31. Vgl. unsereAG. oben S. 309. Note *). LulKsntins guogus in libro äs voritats prasstest,fl gratis« ita seribit lib. II. o. 22.: tzuantum psrtinst ast Inijus tsmporis vitain,>n scclesia nswo kontiücs potior st in sascnlo cbristiano Imperators nswo csl-Mrmvsmtur. fmax. bibl. 3'. IX. x. 247; bei I. I. p. 595. vgl. 3. II.
Obschon diese Stelle bereits pseudoisidori autsch ist (in der theil->en Anwendung), so enthält sie doch nichts, was damals nicht schon allge-meine Ansicht war.