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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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§. 161. Verhältnis! der Kirche zu den german. Staaten.

ker» von Bildung und Civilisa tion entstanden, und paßte daherickt durchgehcnds für diese von der Kirche erst zu bildendenroben Bolksstämme. Wollte die Kirche also ihren Zweck und ihre Auf-gabe erreichen, so mußte sie eine im Aeußern mehrfach abweichende Ge-. statt annehmen.

Zunächst erstrebte die Kirche einerseits eine größere Unabhängig-keit von der Staatsgewalt, anderseits einen größeren Einfluß auf das ge-sellschaftliche Leben, eine umfassendere Gerichtsbarkeit, um ihre christlichenZdecn auf die Gesammtheit zu verbreiten. Schon an und für sich mußtendie Geistlichen, welche mit Betrachtung menschlicher und göttlicher Verhält-nisse ihr Leben zubrachten, zu billigem Urtheil nicht ungeschickter erscheinen,als die, welche von Jugend auf in Waffen gelebt; aber sie waren auch nochdurchdenfast alleinigen Besitz wahrer Intelligenz vor Allendazu berechtigt. Daher ward in Spanien unter Reccared verordnet: 1) die' Richter sollten sich auf den Synoden einfinden, um das Recht zu lernen ')und die Bischöfe sollten über die Gerichte die Aufsicht führen, was i. I. 585auch im fränkischen Reiche angcordnct ward. 2) Die Eh esach en wurdenwie im alten Rom, noch bestimmter unter den germanischen Burgundern alsheilig von den Priestern gerichtet; 3) sollten die Testamentsangele-gcnheiten, besonders in den der Kirche zugefallenen Gütern, den Bischö-fen unterworfen sein. 4) Den Geistlichen jetzt wie früher nach römischemRechte die Immunität verbleiben'); die Kleriker auch ferner unter dembischöflichen Gerichte stehen, nur bei Criminal-Fällen und erst nach feier-licher Entkleidung ihrer geistlichen Würde der weltlichen Strafgerechtigkeit: verfallen').

Auf der andern Seite wurde dem Staate durch die allmälig üblich ge-wordenen Königskrönungen *) eine Art geistiger Weihe sammt jenem ehr-

l) Doletem. III. a. 589. capitul. 18.: .lucliccs vor» locorum, velF velares kscalium patrimoniorum ex cleereto gloriosissimi clomini nostri simuli mm sacerclotali cimcilio in nimm convsniant, ck/scant, guam pie et frister mm populis agere ilslmant. 8unt eniw prospectorss bipiscopi secunäum rsgiam! sämomtiiuiew, quaiiterjucliees cum populis »Zant, ita ut ixsos xraomonitos cor-' rixani. uni insolsutias eorum auclitibus prineipis innotsscant. (Lrrckne-r. 1. III.f I>. 182) Die ftänk. Verordnung unter Chlotar: 8i fuäex aligusm contra IsZsm) iiijuste äaumaverit, in uostri abseutia ab blpiscopis eastigstur, ut guoclperpsre fü-ll ilicavit, vorsatim melius iliscussione babita emsnclare pro, »rst. iTtu/us. 1'. I. p. 7.)i 2) Auch die Druiden bei den hcidn. Galliern besaßen nach 6e

j bello xall. die Immunität: Druicles a bello abssse consuevsrant, negue tri-bma cum religiös penclunt, wilitias vacationem omniumgue rerum babentUuwuuitaiem sVI, 14).

3) kapitnlar. lib. VII. c. 422. klacuit, ut 6Isrici non clistringantur vsl äi-I»iliceutur nisi a propriis blpiseopis. Idas eiu'm non est, ut äivini munerisNiiuisiri tempnralium potestatum subäautur arbitrio. bi am si propriorum blpis-cvMuw fussionibus inobsclisntss sxtiterint, tune fuxta canonicas sanetionesk« potestatos exteras aäclueantur r. e. per fucliess saseularss. D. I.

x. 716> Schon der gricch. Kaiser Heraklius hatte Criminalsach. der Kleriker andm Bischof verwiese» s. Voelli st gustslli bibl. zur. D. II. p. 1361.

l Diese Königskrönungcn nahmen im Orient bei Theodostus d. Gr.m in den germanischen Staaten zuerst bei dem Wcstgothenkönig

aa » u. seinem Nachfolger Erwig; in Britannien schon im Pontificalei-goens, EB. von Cantcrbury aus dein 8. Jahrh., ein Rituale für die Krönung' Könige; im ftänk. Reiche die Krönung zuerst bei Pipin. vgl. Phil-

>fts KR. Bd. III. Abthl. 1. S. 67 ff.

»Uvg'S Kirchcngcschichte 7. Auslage.

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