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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
Entstehung
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384
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384 2. Zeitraum, t. Periode, t. Zeitabschnitt. 2. Capitel.

Carl d. Gr. bereits bis an die Elbe verbreitet war. Die Kraft des göttlich»Wortes hatte sich auch hier unter den größten Schwierigkeiten bewährt'Neuem hatte der Herr der Kirche eine Schaar geeigneter Organe ewechwelche diesen Völkern das Evangelium freudig verkündeten, und durchsabermals in größerer Fülle über die Kirche auSgegosscne Wund ergötz,schneller und nachdrücklicher wirkten. Nächst den mancherlei Anknüpfungs-punkten in den früheren Religionsbegriffen bewirkte die allmälige Anna!«,des christlichen Glaubens am meisten die Hinweisung auf die Vergänglich!,,,der Heidengöttcr und die Thatsache, daß die christl. Missionäre oft vor tzn,Augen der zu Bekehrenden die heidnischen Götterbilder ungestraft zerstörte«.Andererseits machte es auch auf die rohen hartnäckigen Völker einen gut«Eindruck, daß die Verkünder deS Evangeliums, gemäß der wiederholt o»Oberhaupt der Christen erhaltenen Weisung '), die sich näherndenoder in die Kirche Neuaufgenommenen nachsichtig behandelten, und überallwo sich heidnische Vorurtheile und Einrichtungen nicht sogleich völlig aArotten ließen, diese allmälig durch Substituirung christlicher Elemente zutz,<seitigen suchten. So wurden für ehemalige heidnische Festtage die Verehrmgchristlicher Heiligen angeordnet, an die Stelle heidnischer Opferplätze Km;,aufgerichtet, heidnische Tempel in christliche Kirchen verwandelt.

Zweites Capitel.

Theilwelse Veränderung der Verfassung.

Ouziituluriu rsgum Vraueor. s. S. 16, Note 1. ml. Lalur. Vau. 772-112 'I. k. u. bei TVrts, lucmumsutu. Vom. III. mit schätzbaren chrouolez.Untersuchungen. Wir citircn nach der mehr verbreiteten ml. llalur.s-MouraL«»» vstus kt uovu oeel. äineipliuu. Planck, Gcsch. der ktrchl. <W-schasts-Vcrf. Bd. II. Grimm, deutsch. Rcchtsaltcrthnm. Gött. 828. sBi»-terim, pragm. Gcsch. der deutsch. National-Couc. Th. I.u. II.; dtcMi-folge sämmtl. BB. u. EB. in Deutsch!. Th. I. S. 282340. *§a», «tuden Einfluß des Lehcnwescns auf den Klerus u. das Papstthum tJllge«,histor. Ztschr. 841. H. l u. 2.1. Dazu Phillips, deutsche Gcsch. M.I.S. 506 ff. Zöpfl, deutsche Rcchtsgesch. 3. A. Stuttg. 858.

§. 161. Vcrhältniß der Kirche zu den gcrman. Staate».

Allerdings ging das ganze Kirchenthum, wie eS sich unter den Erich«und Römern entwickelt hatte, jetzt auch zu den germanischen Völkern über,und erschien diesen, als sie sich unter die göttliche Lehre vom Kreuze beugt«,mit dieser wesentlich verbunden. Da auch nach einem deutschen RechtSgruut-satze:jedem sein angeborneS Recht verbleiben soll"),s«behielt das römische Recht und die dionysische, oder spanische Sammlung tukirchlichen Kanonen (s. S. 323 ff.) für die Kirche und ihre Glieder gesetz-liche Kraft ^). Allmälig gingen diese kirchlichen Kanonen, besonders t»fränkischen Reiche, such förmlich in die Reichsgesetze und Capitularien über.Doch war dieses Kirchenthum unter ganz ander» Verhältnissen beiV«>-

1) Vgl. oben die herrl. Anweisungen Gregor d. Gr. S. 373. Note *.

2) Uralter, eorpu5 .juris (lermuu. uutigui. 8sr. 824 8g. 3 kl. Vertr,num. 6erm. V. III. u. IV. flsges enthaltend). Vgl. IIsAosta (Lrolorum, Um»sämmtl. Karolinger in Auszug. (752918) von Böhmer, Frkf. 834.4.

3) Vgl. tlouo. vlM'et. I. (v. I. 511) euu. 1.: coustituimus obsorMckuiu, (juocl seclssiuZtici cs.uollS8 äscrkvsruut st Isx Komuuu coustituit. chaeckur». V. II. p. 1009.). Es ward das Princip geltend: eeelssis vivit lege ro-manu s. Phillips KR. Bd. III. Abthl. 1. S. 64 ff. .