§. 160. Die Bekehrung der Sachsen.
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wd Gehorsam erwartete, ihnen die Taufe gewaltsam aufgedrun-n. Dieses Verfahren begann besonders, seitdem Carl d. Gr. die Unter-j.chu„g der Sachsen eifrig betrieb (seit 772) und mit kurzer Unterbrechungdurch 30 Jahre bei dem hartnäckigsten Widerstande fortsetzte'). Das säch-sischeHeiligthum, die I r m e ns äu le'), (die Säule, die das Weltall trägt,vielleicht ein Nachhall der bildlosen Verehrung eines Gottes mit Erinne-,«gen an den Volkshelden Hermann vermischt) wurde gleich im Beginnemstört. Der wohlmeinende Nath Alcu in's: „mehr durch UeberzeugungM durch Gewalt die Bekehrung zu betreiben/' konnte Carln von dem be-Mnenen Verfahren nicht abhalten; denn er schien sich als ein Werkzeug inder Hand Gottes zu betrachten, das den an seiner Kirche verübten Frevelrächen müsse, zumal die Sachsen dem fränkischen Reiche unversöhnliche undäußerst gefährliche Widersacher waren. Schon 785, als sogar die sächsischenHeerführer Wittekind und Alboin nach erlittener Niederlage sich taufenlaßen, schien größere Hoffnung für das Christenthum zu winken; aber balddarauf (793) brach wegen des fränkischen Druckes und der Abgabe deskirchlichen Zehnten eine abermalige Empörung aus, womit die Ver-werfung des Christenthums verbunden war. Erst mit der gänzlichen Unter-jochung durch den Frieden von Selz (803) erhielt die christliche Kirche inder That Hoffnung auf Bestand, und es gehörte Carl's d. Gr. Kraft dazu,daß selbst unter solchen Kämpfen mit diesen rohen, feindseligen Sachsen vielechristliche Stiftungen, Kirchen, Klöster errichtet wurden. Indem Carl so imSachsenlande die Bisthümer Osnabrück^), Münster, Paderborn,Minden, Bremen, V er de ^.Halber st ad t (wahrscheinlich vonHeiligen-ßadtdorthin verlegt) gründete, wozu später unter Ludwig d. Frommen noch H i l-deSheim") und das höchst einflußreiche Kloster Korvey hinzukamen, zeigteer, wie sehr er zugleich an eine wahrhaft innerliche Bekehrungdieses rohen Volksstammes dachte. Diese Erfolge sind vorzüglich mehrerenrrlcuchteten Verkündern des Christenthums zuzuschreiben, an deren Spitzeder Friese Ludgcr steht '), ein Schüler Gregor's von Utrecht und Alcuin's,du seit 787 unter den Westphalcn voll kühnen Glaubensmuthes wirkte, undzuMimigardeford(Münster) ein Bisthum stiftete (s- 809). Sein Grabi« der Abtei zuWerden wurde ein Sammelplatz der Pilger und durchdiele Wunder verherrlicht. Aehnlich hatte der englische Presbyter Willi-halb gewirkt, und im Aufträge Carl's d. Gr. dem Biöthum Bremenseinen Ursprung und Bestand gesichert (ff 788). Nicht minder ausgezeichnetwaren Viho, Hadumar, Heribert und Suidbertd. I., die erstenBischöfe von Osnabrück, Paderborn, Minden und Verden.
Ein Ueberblick des Ganzen
pgt, daß das Christenthum unter den Germanen während der Negierung
1) Funk, über die Unterwerfung der Sachsen unter Carl d. Gr. (Schlos-ser, Archiv für Gesch. u. Lit. 833. Bd. IV. S. 293 ff.) Justus Möser,Wnabr. Gesch. §. 34. Bd. I. S. 198.
2) Jak. Grimm, Jrmenstraste u. Jrmcnsäule. Wien 815. Hagen, Jrmin.E «17. bei Kava,' I. e. M. 35 8g. Rettberg Bd. II. S. 385.
3) AÄromr L>ckma-Mr dlironieou Liiiseoxor. Osnabrnz. bei Äkstöom. rerumdeimauw. scriptorss V. II. Als erster Bischof wird Guiho genannt.
Freiburger Kirchenler. Bd. V. S. 190 ff. u. Rettbcrg 1. c.W. II. S. 465 ff.
5) Sein Leben von sein, zweiten Nachfolger als B. v. Münster b.
wonumema. I. II. Behrends, Leben des h. Ludger, Apost. d.Sachs.843.