382 2. Zeitraum. 1. Periode, t. Zeitabschnitt. 1. Capitel.
Herrschaft zuerkannt wurde, wodurch sie eine gesichertere Stellung gewa,.neu. Bald darauf siel auch die Betheiligung des BonisaciuS an der politi-schen Katastrophe der Erhebung Pipin's zum Könige der Franken vor dmer als solchen im Aufträge des Papstes zu Soissons krönte (752). '
Als dem Greise der begeisternde Gedanke seiner Jugend , die Bekehr»»»der Friesen, wieder lebendig in seinem Geiste vorschwebte, übergab er mspäpstlicher Bewilligung den erzbischöflichen Sitz seinem ausgezeichneten SchülerLullus, und zog mit dem Bewußtsein nach Friesland (755), daß er «o»dort nicht zurückkehren werde. Es gesellten sich ihm vorläufig der B. Eobanvon Utrecht, drei Priester, drei Diakone und vier Mönche bei. Schon hatte»sie TausenSe unter den Friesen getauft und BonisaciuS erwartete die Rück-kehr seiner geistigen Kinder zur Ertheilung der h. Firmung. Indem er diehcrankommenden Schaaren freudig begrüßen wollte, erkannte er bald in ihnenerbitterte Feinde. Er verbot seinen Begleitern jeden Widerstand und starbim 75. Lebensjahre eines grausamen Märtyrertodes (5. Juni 755);miihm 52 seiner Gefährten. Um den Leichnam dieses glorreichen Märtyrershaben die Kirchen von Utrecht, Mainz und Fulda gestritten; an letztemOrte wurde er seinem ausdrücklichen Willen gemäß in dem Kloster, seinerLieblingsschöpfung, beigesetzt *). Wie bedeutsam ist doch der römische Eon-secrationsname Bonifacius des Märtyrers Winfried für Deutschlandgeworden! Mit Recht sagt Leo: BonisaciuS ist für die Entwickelung desdeutschen Geistes, also für die deutsche Geschichte ein ungleich wichtigemMann als irgend ein einzelner der später« deutschen Könige." Seine aus-gezeichnetsten Schüler, der Abt Sturm, der Abt Gregor von Utrecht,der Bischof Burchard von Würzburg haben in seinem Geiste fortgewirlt.
§. 160. Die Bekehrung der Sachsen,äs «tatir rsl. et rein, sul, Ourolo LI. st I-uäov. Uio in 8ax. I-einx.711. 4. 67aoo>, Luxoiän iuksi-inr uutigua gsntilio st ciirist. d. i. das Mhcidn. u. christl. Niedcrsachscn u. s. w. Gosl. 714. k. üe
mututa, Laxouum >sl. Darmst. 839. s-Welter, Einfuhr, des Christcnth.in Wcstphalcn. Münster 833. s-L. v. Bornstcdt, der h. Ludgcrus, ersterBischof von Münster u. die Bckchruiigsgcsch. der Friesen und Westphalen.Mimst. 842. Llonumöllta, kaäsrdnrusii8ia stc. tv. I-idsr Laro <lod'tenbsrA) ^.mst. 672; deutsch: Denkmale des Landes Paderborn von W.Frcih. v. Fürstenberg. Padcrb. 844. Bessen, Gcsch. des Bisth. Paderborn.2 Bdc. Padcrb. 820. Rcttbcrg, KG. Deutschst Bd. II. S. 372-«.Bei diesem kriegerischen Volke ohne Könige und Städte fand das Chri-stenthum den längsten und hartnäckigsten Widerstand, zum Theil darum,weil dieMittel zurBekehrung oft schlecht gewählt waren.Die ersten Versuche der Verkündigung des Evangeliums machten 2 englischeMissionäre, die Brüder Ewald, in der ersten Hälfte des 8ten Jahrh.; sieernteten nur die Märtyrerkrone, keine Frucht des ausgestreuten SaamenS.Die Lehre von der Verachtung dieser Welt und ihrer Lust war dem rohen,fleischlichen Sinne der Sachsen unerträglich, um so mehr, weil sie von demverhaßten fränkischen Reiche kam. Mit etwas mehr Erfolg wirkte Gregor'von Utrecht für das Christcnthum. Alls aber die Sachsen, bestehend aus denWestphalen, Engern und Ostphalen, unaufhörliche räuberische Ein-fälle in das benachbarte fränkische Reich machten, wurde gegen sie ein Unter-werfung skrieg begonnen, und da man erst von ihrerBekehrungRnhe
*) 6st äs rsrum iruläsusium primoräiio äios. tlissao 8kl
Vgl. auch Rettbcrg Bd. I. S. 370 ff.