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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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381
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tz. l5!!. Wirksamkeit des b. Lontfacius. 381

Mäimcrn besetzte, da Passau schon m Nivilo einen rechtmäßigen Bischofbatte. Die 740 von ihm abgehaltcue bayerische Synode befestigte dieOrganisation.

In Franken gründete er setzt die Bisthümcr Würz bürg und Eich-städt, diesem Burchard, jenem Willibald vorsctzcnd; in Hessen Buraburgmit Wita und in Thüringen Erfurt mit Adelhard.

W sich nach dem Tode Carl Martel's (741) unter dessen Söhnen Carl-mami und Pipin die Verhältnisse für die Kirche in Austrien, Alemannien undOstfrankc» noch günstiger gestalteten, hielt Bonisacius von Carlmann aufge-fördert und von P. Zacharias autoristrt das erste s. g. germanischeConcil (742) zur Wiederherstellung der gefallenen Kirchenzucht gegenKlerus und Laien. Es ward hier auch beschlossen, daß in Zukunft jedesJahr eine Synode gehalten werde. Daher erfolgte die zweite zu Liptinä(Lestines im Hcnncgau) im I. 743 , wo Bonisacius besonders für die Aus-rottung heidnischer Mißbräuche wirkte, von denen ein langes Verzcichmßentworfen und die Glaubens- und Abschwörungsformcl festgcstellt ward:dem Thunacr und Wodan und Sachsen-Odin und allen den Unholden, dieihre Genossen sind" zu entsagen'). Zugleich hatte Bonisacius wiederholtdarauf gedrungen, das Volk einzelne Gebete indeutscherSprache zulehren, in derselben die Episteln und Evangelien dem Volke vorznlescn, Ho-milien zu halten, und sich ihrer bei Ausspendung der heil. Sacramente ineinzelnen außcrwesentlichcn Theilen zu bedienen. Im nächsten Jahre solltedaS wohlthätigeJnstitnt der Synoden auch nach Neustrien verpflanzt wer-den; es ward daher eine Synode zu SoissonS (744) gehalten, dem i. I.745 eine allgemeine fränkische Synode an einem uns nicht mehr bekanntenOrte folgte, auf welchem der B. Gew ielieb von Mainz wegen hinterlisti-ger Ermordung eines Sachsen abgesetzt ward.

Inzwischen hatte Bonisacius an einem für die Nachwelt nicht minder be-deutsamen Unternehmen gearbeitet, welches zugleich seine Lieblingsschöpfungward. Mit einem seiner theuersten Schüler, dem ihm in Bayern zur Er-ziehung übergebenen Sturm errichtete er das Kloster Fulda (742 ff.). Alser demselben als Abt Sturm, versetzte, ward es neben St. Gallen undReichenau eine Bildungsschule deutscher Bischöfe und eine Pflegerin derWissenschaften und Künste für lange Zeit. Bonisacius besuchte eS jährlich,»m hier von seiner Arbeit auszuruhen.

Sollten die zahlreichen Stiftungen jedoch bestehen, so bedurften sie einesMittelpunktes in einem Metrop o li te n, wofür ja schon P. Gregor demBonisacius das Pallium gesandt hatte. Man dachte erst an Cöln, gab abernach der Absetzung des Gewiclieb Mainz den Vorzug. Der P. ZachariaSbestätigte die Wahl, erhob Mainz zur Metropole nicht nur über alle vonBonisacius gestifteten Bisthümer: Würzburg, Eichstädt, Buraburg undErfurt, sondern auch der Bisthümcr Utrecht, Tongern, Cöln, Worms undSpeier. Doch gingen die Bisthümcr Buraburg und Erfurt bald ein undwurden Paderborn und Mainz cinverleibt; wogegen Cöln zw. 79499gleichfalls zur Metropole erhoben und Utrecht ihr untergeordnet ward. Ne-ben der Verwaltung jener Bisthümer strebte Bonisacius mit Erfolg dahin,daß den Geistlichen, die häufig der Gewaltthätigkciten der Könige und Miß-handlungen der Großen des Reiches ausgesetzt waren, die Reichestand-

l) Bintcrini, dcut. Concil. Bd. II. S. 17. ff. u. 117 ff.