§ 157. Das Christcnthum in Deutschland u. angränzenden Ländern. 377
Mer den Bojariern, die sich in Noricum und VindelicienmÄ-rlicßcn, scheinen zunächst Missionäre von den Franken die christlichesteilslcbre verkündet zu haben; am Ende des 6ten Jahrh. war der HerzogKaribald Theodolindens Vater, bereits Christ. Sein Verwand-t« der über einen andern Theil Bayerns herrschende Herzog Theodo,berief noch als Heide den h. Rupert, B. von Worms hum 580), der ihnm,d viele seines Volkes für die Lehre vom Kreuze gewann, Salzburg wie-derherstellte und ihm durch Anlegung eines Klosters größeren Bestand ver-lieh-). Der eigentliche Apostel der Bayern wurde der fränkische B. Em-meram (s. 652), der im Begriff den heidnischen Avarc» in Pannonien dasEvangelium zu verkünden, vom Herzog Th codo zu Regensburg zurückgc-balte» wurde, für sein 7jähriges starkmüthigeS Wirken aber in Folge einesedelinütbig sich zugezogcnen Verdachtes von Landpert, dem Sohne des Her-M schmachvoll ermordet ward'). Der fränkische Mönch CorbinianMe die Kirche von Freisingen, und starb als ihr Bischof 730 "). Dieweitere Befestigung des ChristenthumS in Bayern durch Einführung einesfesten kirchlichen Organismus erfolgte durch BonifaciuS.
Zn dem jetzigen Franken war nach der Zerstörung des thüringischenReiches durch die Franken (527) einiger Saame deS Christenthums ausge-streut worden"). In der Folge bekehrte der irländische Bischof Kilianden Herzog Gozbcrt und seine Gefährten bei Würzburg, wobei ihn derPriester Koloman und der Diakon Totnan unterstützten. Als Kilianaber die ungesetzliche Heirath GozbertS mit Geilana, der Wittwe seinesBruders, rügte, betrieb das verbrecherische Weib die Ermordung diesesJohannes und seiner Gefährten (689). Nun verschwanden die erstenSpuren des ChristenthumS, bis BonifaciuS das BiSthum Würzburgerrichtete.
Am Rheine blühten schon seit dem 4ten Jahrh. die Bisthümer Cöln,Mainz, Speier°), Straßburg; an der Mosel und Maas — Trier,Metz, Toul, Verdün; in Belgien die bischöfliche Kirche zu Tongern(seit 452 nach Mastricht verlegt), Tournay und Ar r a s (s. 545 zu Cam-kay). Alle litten aber schwer durch die Stürme der Völkerwanderung,manche sind sogar ganz erloschen. Für die Wiederherstellung des Christcn-thmnS am Rhein arbeitete um 600 der Einsiedler G o a r, zu dessen Andenken8t.Goar erbaut wurde. Zu Cöln wirkte Bischof Cunibert (s. 623)
1) lieber die in der neuest. Zeit lebhaft geführte Controvcrsc, ob St. Rupert amEnde deS Ktcn od. des 7ten Jahrh. hier ausgetreten vgl. Rettbcrg Bd. II. S.M Da mb erg er Bd. II. S. 158. öst. und eine ganze Serie v. Strcttartikeln„über die St. Rupcrtsfragc" in d. Augsb. Postzcit. d. erst.Semesters v. I.>853 in Beilagen Nr. 63 ff.
2) 2s miraculm Itoat. Kmmsrami libb. II. I. s. 1. III.
bl. I>. 165 sq.) vgl. Döllingcr, Lchrb. d. KG. Bd. I. S. 73!
3) ^In'do (3tcr B. V. Freist 764—84), vitn. 8ti. Oni-bin. (Lollanck. acta 88.4 8. m, 8sxt.); darnach u. einig, and. Quellen: Sulzbcck, Leb. d. heil. Cor-binian. Regensb. 843.
4) öaMttcriÄ antiguitatss Osntilismi st Obristiauismi Umrinx. ,Iei>, 685. 4.Die vitn 8t. ILIiani (OaNrsrns-LasnaAe I. s. R. III. I'. 1. x. 163 8g).
5) (Geißel, d. Dom zu Spcicr (genannt Kaiscrdom), eine topograph. histor.Monographie m. 2 Lithogr. 3 Bdc. Main; 826. l zugleich d. Gcsch. d. Bisthumsmlhaltend). Rcmling, die Bischöfe v. Speyer, Mainz 852. — (-Werner, derDom zu Mainz — nebst Gcsch. d. Erzbischöfe v. Mainz, Mainz 827 ff. 3 Bde.