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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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369
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154. Benedict von Nursia; abendländisches Mönchsthum. 369

senatorischcmGeschlcchte, so wie seine treffliche wiffenschastlicheEntwickelungMd sein ausgezeichneter Charakter erhoben ihn schnell zu dem höchstenStaatsamte eines Gouverneurs von Rom. Aber daran konnte er sich nicht«freuen; sein Sinn verlangte nach einem höher», mehr innerlichen Leben.MH dem Tode seiner Eltern verwandelte er den ererbten Palast incm Kloster, aus dem ihn jedoch P. Pelagius II. wider seinen Willen her-vorroa um ihn als Apokrisar nach Ct. zu senden. Die überall bewieseneStrenge gegen sich selbst und seine ihm Untergebenen in Ansehung der kirch-liche» Pflichten leitete nach dem Ableben des Pelagius die Wahl aus ihn alsobersten Leiter der Kirche (590) zu ihrer Verherrlichung! Ihm ver-dankt die abendländische katholischeKirchc die geheimnißvolle Pracht des Cul-tuS sammt dem großartigen, ergreifenden Kirchengesange (s. S. 331), dieangelsächsische Kirche ihren Ursprung. Dabei war Gregor der erste Schrift-steller seiner Zeit. Die damalige Verwirrung hatte auch die Geistlichkeit«griffen; Gregor, der, wie seine Pastoralregeln bekunden, ebensodas Ideal eines Priesters, als auch die zu dessen Verwirklichung nothwen-digc Kraft und Sclbstentäußerung kannte, wußte den Kern des Klerus her-anszusinden, und sandte denselben in einzelne TheileJtaliens, um der allge-meinen Noth zu begegnen, und das hie und da wieder austauchende Heiden-tum durch die Kraft des göttlichen Wortes zu unterdrücken. Seine Wach-samkeit und sein Eifer in Aufrechthaltung der kirchlichen Satzungen er-streckte sich über die ganze ihm anvertraute Kirche; hervortretende Miß-bräuchebekämpfte er mit Nachdruck; seine Wohlthätigkeit empfanden selbstentfernte Landschaften in den von ihm errichteten, früher unbekannten Wai-senhäusern und Armenfchulen. Ein Mann solcher Wirksamkeit wardes Namens des Großen bei der Mit- und Nachwelt würdig. SeineBemühungen zur Hebung des kathol. Kirchenthums flößten auch den Longo-barden Achtung ein. Als die Wittwe des Königs Autharis (58490),die bayerische Herzogstochter Theodolinde, sich mit dem Könige A g i-lulf vermählte, gewann sie denselben für die kathol. Kirche: viele Longo-barden folgten diesem Beispiele alsbald, andere später. In den unausge-setzten Kriegen zwischen den Langobarden und griechischen Exarchen vermit-telte Gregor, beiden verstellend:was anders könnte aus der Fortsetzungerfolgen, als der Tod vieler tausend Menschen, deren Arme Longobarden undRömern zum Landbau nützlich sind!" Um die später» drohenden EroberungenderLvngvbarden unter König Luitprand «ndRachis von Rom abzuweh-ren, hatte sich Papst Zacharias (74152), eingedenk des Beispiels desgroßen Leo, nach Pavia und Perugia begeben. Dort erlangte er von Luit-prand Frieden, hier Befreiung von der Belagerung; ja nach wenigen Tagenlegte König Rachis die lombardische Krone nieder und zog sich mit der Kö-nigin, den Prinzen und Prinzessinnen ins Kloster St. Benedict zurück ').

§. 154. Benedict von Nursia; abendländisches Mönchthum.

K«omr annalss Orcl. 8t. Ssnsä. (b. 1157. I'ar, 70339) Uno. 73945. 8 7 in d. xrasl. sa.se. I. p. 7.: obssrvatwun. äs wonacllis in

Oeeiä. ante Lsneäietuin. Dac/rsrr'r st MMKomrr acta Lanetor. Orä. 8t.Lonsil. (b. 1100) 668701. 9 N. k. Benedicts Leben in 69-eso,-M.

788 sg. praslset. Ir. s. M II. k. I. x. 4486. Stolberg-

flerz Th. 20. S. 346 ff. Lau, Gregor d. Gr. Lpz. 845. Bohrtnger, KG.»'Bwgr. Bd. I. Abthl. 4. S. 310-426.

1) Läicta reZum Uongobaräorum. Uesme, ring. Taurinor. 855.

«lzog's Mrchcngeschichte. 7. Auflage. 24