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Universalgeschichte der christlichen Kirche : Lehrbuch für akademische Vorlesungen
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365
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§ > 49 . Christcnth. in dem wcstgoth. Reiche in Gallien u. Spanien. 365

Kotien Sunnia undFretella ein Schreiben erhielt'), worin sie ihnüber die Differenzen der lateinischen und griechisch - alerandrinischen Ueber-scMg um Rath fragten;wer sollte es glauben, sagteer, daß die barbarischea,,n<>e der Gothen der hebräischen Ursprache nachforschen würde, währenddoch die Griechen schlafen und dicß verachten?" Nach beiden Kirchenväternverherrlichte auch frühzeitig das Märtyrerthum die Gothen unterAthanarich.

z 149. Christcnth. in dem wcstgoth. Reiche in Gallien u. Spanien.

Mschbach, Geschichte d. Wcstgothcn. Franks. 827. 2 Bdc. Stolbcrg, Bd. XV-Die arianischen Westgythen hatten unter Alarich sogar Nom gestürmts410). Niemals ist eine Stadt schmachvoller als damals Nom in die Hand- ihrer Feinde gefallen, und doch hat keine eroberte Stadt von ihren Besiegernweniger als Nom erduldet. In dieser Milde und Menschlichkeit bekundetesich allerdings die Natur und Weise des germanischen Volkes, aber auch bereitseine Wirkung der christlichen Religion'). Aus nicht genau zu ermittelndenBeweggründen verließ Alarich Nom; und zu schwach, sich in Italien zu Hal-len, zogen die Gothen unter Atauls (412) nach Gallien, und gründetenMer dem Könige Wallia zwischen der Loire und Garonne ein Reich mitder Hauptstadt Toulouse, das sich selbst über einen großen Theil Spaniens«dehnte. Dieses nahm unter den von Germanen in Europa errichtetenReichen zuerst allmälig einen christlichen Charakter an, doch nicht ohne vor-hergehende traurige Erscheinungen. Von den ersten Eroberern Spaniens,den Vandalen, Alanen und Sueven waren die letzten zwar anfangs katholisch,aber unter dem Könige Rcmismund wurden sie nach seiner Ver-heirathung mit der Tochter deS Wcstgothcn Thcodorich arianisch (464).Sie verwüsteten die Städte wie die Kirchen, tödteten katholische Bischöfe undPriester; doch verherrlichte die katholische Kirche Spaniens der Heldenmuthmehrerer Bischöfe, wie des P ancratian von Braga, Patanius u. a.Traurig war auch das Schicksal der kathol. Kirche besonders unter dem west-gothischen Könige E u r i ch (f 476); nach Sido nius Ap ollinariS, B.vvn Clermont,verbannte er viele Bischöfe, verbot neue zu wählen; mehrereKirchen Galliens und Spaniens standen leer und zerfielen; selbst wilde Thierehausten in den Trümmern, Gras wuchs um und auf den Altären ^)." SeinSohn Alarich (506), obgleich Arianer, behandelte die Katholiken billiger,dvch schonLeowigild wüthete abermals gegen die Katholiken; sogar feinenSohn Hermenegild ließ er wegen seines UebertritteS zum KatholiciSmuS undAuflehnung zu Tarragona am Ostertage hinrichten (585). Sein NachfolgerReccared (586601) war wie sein Bruder der kathol. Kirche geneigt, zuder er sich auf einer Synode von katholischen und arianischen Bischöfen (587)öffentlich bekannte; und auf der Synode zu Toledo (589) wurde der Arianis-mus durch 30 Anathemata verdammt. Jetzt blühte die kathol. Kirche untertrefflichen spanisch-westgothischen Bischöfen wie Halladius v. Toledo,Isidor, B. von Sevilla (f- 636), Jldephvns dem jünger», EB. vonToledo u. a. herrlich aus. Die von 400694 abgehaltenen 17 tole-

1) Lrsro»^,». sp. 106. tzuis lioc crsäsrst, M burbura Kstaruw linxus,. oruicam guusrerst vsritutsin. st äormituntibus, iinmo eontemnsntibus 6rs,e-M ipxg. Oei'iuaniu 8piritus 8ti sloguiu seruturetur? (opp. 1'. I. x- 641)

2) XuAAzv. äs sivit. vsi I, 1-15.

, ö) Wo». sp. g. Lus. opp. 1. I. ölux. 1>ii)I. LL. V. VI.

aua. bibl i. x. bist, b'runcor. II, 25.. Nnrurrrt. p. 77.